Musik

Tones Off 2026: Kultur und Natur am Lago Maggiore

Das Frühlingsprogramm verbindet Musik, Spiritualität und Nachhaltigkeit.



Tones Off 2026: Kultur und Natur am Lago Maggiore Bild Tones Off 2026: Kultur und Natur am Lago Maggiore Screenshot Tones Off 2026: Kultur und Natur am Lago Maggiore Foto

Der Frühling verwandelt den Lago Maggiore und die umliegende Ossola-Region in eine weitläufige Bühne für ein ungewöhnliches Kulturformat. Unter dem Titel Tones Off lädt die Fondazione Tones on the Stones zwischen dem 25. April und dem 16. Mai 2026 zu einer Reihe von Veranstaltungen ein, die Musik, Spiritualität und die Landschaft miteinander verknüpfen. Das Programm dient als atmosphärischer Auftakt für die Sommersaison und setzt auf einen tiefen Dialog zwischen den darstellenden Künsten und der Natur.

Nachhaltiger Kulturgenuss in historischer Kulisse

Hinter der Initiative steht ein starker Fokus auf Nachhaltigkeit und regionale Vernetzung. Die Stiftung ist offizieller Partner des Projekts SUSTAINEVENTS, das von der Handelskammer Monte Rosa Laghi Alto Piemonte gefördert und über das Interreg VI-A-Kooperationsprogramm zwischen Italien und der Schweiz unterstützt wird. Ziel dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit ist es, ein replizierbares Modell für umweltfreundliche und inklusive Kulturveranstaltungen zu etablieren.

Als zentraler Spielort fungiert in den Sommermonaten oft das Tones Teatro Natura, das im Jahr 2020 aus der ökologischen Umgestaltung eines ehemaligen Steinbruchs hervorgegangen ist. Dieses Areal hat sich zu einem multikulturellen Zentrum für Theater, Tanz und ökologischen Dialog entwickelt, das sich an den Prinzipien der Agenda 2030 orientiert. Wenn du die Region im Frühling besuchst, profitierst du von einem Konzept, das sich auf das gesamte Umland ausdehnt: Historische Kirchen, malerische Dörfer am Wasser und architektonische Denkmäler dienen als atmosphärische Spielstätten. Sie bilden keinen bloßen Hintergrund, sondern fließen aktiv in die Inszenierungen ein, um einen langsamen, bewussten Tourismus zu fördern.

Drei besondere Programmpunkte im Frühling

Das diesjährige Programm bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus verschiedenen Genres. Den Auftakt macht am 25. April um 21 Uhr in der Kirche San Martino in Lesa das Projekt „Zimanê Sînoran“. Der kurdische Begriff bedeutet übersetzt „Sprache der Grenzen“. Dahinter verbirgt sich eine transkulturelle musikalische Reise, gestaltet von der Jazzsängerin Sonia Spinello und dem kurdischen Multiinstrumentalisten Ashti Abdo. Die Künstler verbinden nahöstliche Wurzeln mit zeitgenössischer Vokalexperimentierfreude und traditionellen Instrumenten, um geografische und sprachliche Barrieren aufzubrechen.

Wenige Tage später, am 30. April um 21 Uhr, wechselt der Schauplatz ins Teatro La Fabbrica nach Villadossola. Dort steht mit „Michelangelo da Caravaggio – A Rebel Rock Musical“ eine energiegeladene Rock-Oper auf dem Spielplan. In einer rund zweistündigen Inszenierung mit zehn Darstellern und einer Live-Rockband wird das turbulente Leben des barocken Meistermalers beleuchtet. Die rockige Adaption greift Caravaggios rebellischen Geist auf, der sich gegen die Konventionen des Rom des 17. Jahrhunderts auflehnte und die göttliche Dimension im Leid der einfachen Menschen suchte. In der Beschreibung des Stücks heißt es:
Es gibt mehr Gott auf Erden als im Himmel.
Diese Haltung durchzieht die gesamte Darbietung, die Theater-Tradition mit modernem Sounddesign verbindet. Den Abschluss der Frühlingsreihe bildet am 16. Mai um 21 Uhr das Konzert „Quando l’opera diventa preghiera“ in der Kirche San Mattia in Oira. Hier treffen sakrale Repertoire-Arien und bekannte Opernmelodien aufeinander, dargeboten von zwei Künstlern, die bereits in den vergangenen Jahren mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet haben. Der Eintritt zu diesem besonderen Abend ist frei. Mit diesem vielfältigen Programm beweist die Region einmal mehr, dass Kultur, Natur und ein verantwortungsvoller Umgang miteinander Hand in Hand gehen können.

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