Musik

The Haunted Youth kündigen neues Album „Boys Cry Too“ an

Das belgische Indie-Projekt kehrt im Mai mit rauem Sound zurück



The Haunted Youth kündigen neues Album „Boys Cry Too“ an Bild The Haunted Youth kündigen neues Album „Boys Cry Too“ an Screenshot The Haunted Youth kündigen neues Album „Boys Cry Too“ an Foto

Die belgische Formation The Haunted Youth hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in der europäischen Indie- und Alternative-Szene entwickelt. Nach einer ausgiebigen Konzertreise durch Großbritannien und Kontinentaleuropa, bei der sie in Städten wie London, Paris, Hamburg, Köln und Amsterdam vor ausverkauften Häusern spielten, blickt die Band nun auf ihr nächstes großes Kapitel. Am 8. Mai erscheint das mit Spannung erwartete zweite Studioalbum der Gruppe unter dem Titel „Boys Cry Too“ über das Label Play It Again Sam.

Vom verträumten Bedroom-Pop zum rauen Gitarrensound

Wer den Vorgänger „Dawn of the Freak“ aus dem Jahr 2022 kennt, der in ihrer belgischen Heimat rasch Kultstatus erreichte, wird beim neuen Material eine deutliche musikalische Kehrtwende feststellen. Während das Debüt noch stark von sphärischen Synthesizern und einer fast kindlichen, zerbrechlichen Ästhetik geprägt war, schlagen die Musiker auf dem kommenden Werk eine weitaus konfrontativere und emotional aufgeladene Richtung ein. Der Sound wirkt deutlich dynamischer, roher und verbindet eingängige Melodien mit einer spürbaren Aggression.

Frontmann Joachim Liebens beschreibt den Kontrast zwischen den beiden Schaffensphasen im Rückblick mit klaren Worten.
Ich war noch ein Kind bei ‚Dawn Of The Freak‘. Für mich klingt das fast wie Kinderreime – alles ist so zerbrechlich und kindlich, wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Und jetzt bin ich voller Angst und trete Türen ein.
Joachim Liebens
Dieser kreative Wandel spiegelt sich konsequent in der Instrumentierung wider. Anstelle dominanter Synthie-Teppiche rücken auf „Boys Cry Too“ echtes Live-Schlagzeug und präsente Gitarren in den Vordergrund. Interessanterweise ließ sich Liebens während der Entstehung des Albums trotz dieses gitarrenlastigen Ansatzes stark von Hip-Hop-Künstlern inspirieren. Insbesondere der Einfluss des Emo-Rappers Lil Peep half ihm dabei, eine direktere und kompromisslosere lyrische Ausdrucksweise zu finden, die Hörer unmittelbar packen soll.
Die Texte in vielerlei Nicht-Hip-Hop-Musik versuchen, eine Auflösung zu bringen, aber es ist so viel wirkungsvoller, Zeilen zu haben, mit denen sich die Leute sofort identifizieren können.
Joachim Liebens
Liebens betont, dass es ihm wichtig war, in den neuen Songs genügend Freiraum zu lassen, damit das Publikum eigene Schmerzen und Erfahrungen in die Musik projizieren kann. Die Platte mag zwar aus persönlichen Krisen heraus entstanden sein, soll aber im Leben anderer Menschen breiten Widerhall finden. Bevor die Platte im Mai offiziell in die Läden kommt, feiert die Band den Abschluss ihrer Tournee mit vier ausverkauften Heimspielen im Brüsseler Cirque Royal, bei denen sie von Max Fry als Support begleitet werden. Im Sommer folgt zudem eine Reihe von Auftritten bei namhaften Festivals wie Pinkpop oder Rock Werchter. Als zentraler Fokus-Track fungiert am Ende der Tracklist die Nummer „ghost girl“, die die stilistische Bandbreite des Albums noch einmal auf den Punkt bringt.

Tracklist

  1. in my head
  2. castlevania
  3. deathwish
  4. emo song
  5. wake up
  6. hurt
  7. murder me
  8. falling to pieces
  9. i hear voices
  10. forget me
  11. ghost girl

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