Zwischen Selbstfindung und dem rauen Alltag des Musikerdaseins
Hinter Smut liegt eine bewegte Entwicklung. Nach prägenden Jahren in der DIY-Szene von Cincinnati gelang der Gruppe mit ihrem Debütalbum „How the Light Felt“ ein echter Achtungserfolg, der auch international Aufmerksamkeit erregte. Das Magazin Pitchfork lobte das Werk als stringente, jahrzehntesübergreifende Studie des späten 80er-Jahre-Gitarrenpops. Dieser Erfolg ebnete den Weg für den Umzug nach Chicago, einer Stadt, die ihrem wachsenden Sound mehr Entfaltungsmöglichkeiten bot. Doch auch in der neuen Heimat blieben die modernen Herausforderungen des Musikeralltags nicht aus – von finanzieller Unsicherheit über Instabilität bis hin zu personellen Umbrüchen prägte diese Phase das Leben der Bandmitglieder.Genau diese intensiven Erfahrungen aus Tourneen, Umbrüchen und persönlicher Veränderung haben Smut in „Tomorrow Comes Crashing“ kanalisiert. Entstanden ist das Album in einer zehntägigen Session in einem Studio in Red Hook, Brooklyn, wo die Musiker so live wie möglich zusammen mit Produzent Aron Kobayashi Ritch von der Band Momma aufnahmen. Der Entstehungsprozess war dabei von echtem DIY-Geist getragen: Mit sämtlichem Equipment im Gepäck reiste die Band aus Chicago an, um nach zwölfstündigen Studiotagen auf den Sofas und Böden von Freunden zu nächtigen. Unmittelbar vor der Reise nach New York gaben sich Roebuck und Bandkollege Min das Ja-Wort, begleitet von den übrigen Bandmitgliedern. Die körperliche Anstrengung ging nicht spurlos an den Beteiligten vorbei; Roebuck sang sich im Studio regelrecht die Stimme heiser.
Das Ergebnis sind zehn intensive Stücke, die Wut, Emotionen und die pure Energie des bisherigen Weges einfangen. Thematisch setzt sich das Album stark mit Selbstfindung und gesellschaftlichen Veränderungen auseinander. Zu ihrer neuen Single äußerte sich Frontsängerin Tay Roebuck in einem Statement wie folgt:
„Touch & Go“ ist eine zerbrochene Fantasie, die ziemlich direkt von „Time to Pretend“ von MGMT inspiriert wurde. Das Streben nach Erfolg und die Tagträume vom „Schaffen“ sind ziemlich leicht zerstört, wenn man diese Fantasie in die moderne Welt überträgt. Der Song endet mit der Erkenntnis, dass das Beste an der Musik immer die Gemeinschaft sein wird, die man sich damit aufbaut.
Tracklist
- Godhead
- Syd Sweeney
- Dead Air
- Waste Me
- Ghosts (Cataclysm, Cover Me)
- Burn Like Violet
- Touch & Go
- Crashing in the Coil
- Spit
- Sunset Hymnal


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