Klanggewaltige Evolution zwischen Doom, Psychedelik und Metal
Seit der Bandgründung im Jahr 2009 in Hamburg hat sich das Trio, bestehend aus den Musikern Christian Müller, Nils Langbehn und Christian Herzog, konsequent einen eigenen Namen in der schweren Untergrund-Szene erarbeitet. Was vor siebzehn Jahren zunächst als geradliniges Instrumental-Doom-Projekt begann, entwickelte sich schnell weiter. Shakhtyor verweigerten sich früh reinen Genre-Grenzen und verwebten tonnenschwere Sludge- und Doom-Riffs mit brutalen Eruptionen aus dem Black- und Death Metal, ausgiebigen psychedelischen Jam-Passagen, hypnotischen Grooves und spatiösen Synthesizer-Texturen. Für die Hanseaten sind stilistische Schranken kein Hindernis, sondern vielmehr dynamisches Baumaterial für ihre dunklen Klangwelten.Mit "Simulacron" veröffentlichen Shakhtyor ihren dritten Langspieler nach dem selbstbetitelten Debütwerk und dem Nachfolger "Tunguska". Für die Aufnahmen des neuen Materials kehrte die Band erneut in die vertraute Umgebung der Tonmeisterei zurück. Trotz der langen Geschichte des Trios wirkt das Songmaterial auf dem neuen Album keineswegs festgefahren. Im Gegenteil: Das Songwriting präsentiert sich auf dem kommenden Album spürbar fokussierter und prägnanter, während gleichzeitig der musikalische Horizont der Band noch einmal weiter abgesteckt wurde.
Ausladende Songstrukturen bleiben auch weiterhin ein prägendes Markenzeichen der Gruppe. Stücke mit einer Spieldauer von mehr als zehn Minuten bilden auf dem neuen Album keine Ausnahme, sondern gehören fest zum Konzept. Die Gitarren bilden das tonnenschwere Fundament der Tracks und walzen als gewaltige Riffwände alles nieder, bevor die Stücke in ausgedehnte psychedelische Passagen abdriften oder von unerwartet heftigen Metal-Salven erschüttert werden. Besonders wirkungsvoll erweisen sich dabei die langen, stoischen Grooves, die sich fast hypnotisch festsetzen. Shakhtyor erzeugen ihre enorme musikalische Wucht dabei nicht durch pausenlose Geschwindigkeit, sondern durch geschickte Dynamik, gezielte Wiederholungen und eine sorgsam aufgebaute Spannung.
Eine zentrale Rolle spielen zudem die vielfältigen Samples und elektronischen Soundscapes. Diese dienen keineswegs als schmückendes Beiwerk, sondern verleihen den Kompositionen eine tiefgründige, manchmal fast kosmische Atmosphäre. Dadurch wirkt "Simulacron" wie der emotionale Soundtrack zu einer düsteren Reise im eigenen Kopf.
Tracklist
- Simulacron
- Das Sechste Siegel
- Alone
- Wolfmannsgehau
- Letzte Schleuse
- Electric H


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!