Breites Klangspektrum in kompakter Form
Die erste Single „Empath“ vermittelt dir bereits einen umfassenden Eindruck davon, was dich auf dem neuen Langspieler erwartet. In unter fünf Minuten verarbeitet das Trio eine ganze Bandbreite extremer Metal-Subgenres und stilistischer Einflüsse. Der Song beginnt mit einem von Godflesh inspirierten Bass-Sound und dröhnenden Sirenen-Klängen, bevor er in Thrash-Gitarren, aggressive Black-Metal-Passagen und D-Beat-Rhythmen übergeht. Ein klassischer Hardcore-Breakdown leitet schließlich in ein finales War-Metal-Riff über. Das dazugehörige Musikvideo wurde von der Regisseurin Madeline Hampton inszeniert.Obwohl Russian Circles seit jeher auf Gesang verzichten, ist ihre Musik keineswegs eindimensional. Das Trio zieht seine Inspiration aus ganz unterschiedlichen musikalischen Quellen: Neben den prägenden Bands des Labels Touch & Go aus dem amerikanischen Mittleren Westen fließen auch Elemente des britischen Progressive Rock der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre in die Kompositionen ein. Hinzu kommen die motorischen Grooves der westdeutschen Krautrock-Szene sowie Einflüsse aus den extremen Rändern des internationalen Metal-Undergrounds.
Getrennte Wohnorte, gemeinsamer Fokus
Obwohl die drei Bandmitglieder mittlerweile weit voneinander entfernt wohnen – Gitarrist Mike Sullivan lebt in Los Angeles, Schlagzeuger Dave Turncrantz ist in Chicago geblieben und Bassist beziehungsweise Keyboarder Brian Cook wohnt auf Vashon Island nahe Seattle –, bildet die gemeinsame Musik nach wie vor das verbindende Element. Die sieben monumentalen Stücke auf „Nine“ greifen Themen wie die Herausforderungen und Tragödien des modernen Lebens auf.Über den kreativen Prozess und das Zusammenwachsen trotz räumlicher Distanz äußert sich die Band wie folgt:
Die Musik, die wir machen, ist ein kollektiver Prozess der Versöhnung, Orientierung und Reflexion über das Älterwerden – sowohl als Individuen als auch als kreative Einheit. Das Leben hat reale Distanzen zwischen uns geschaffen, aber die Band bleibt unser Mittelpunkt. Diese Zusammenarbeit hilft uns dabei, den Lauf der Zeit festzuhalten und gleichzeitig nach vorne zu blicken.
Bewährte Zusammenarbeit im Studio
Für die Aufnahmen von „Nine“ verließen sich Russian Circles auf vertraute Strukturen. Wie schon bei den Vorgängeralben „Blood Year“ (2019) und „Gnosis“ (2022) arbeiteten sie erneut mit dem bekannten Produzenten und Toningenieur Kurt Ballou zusammen, der unter anderem durch seine Arbeit mit Bands wie Converge, Mastodon oder High on Fire bekannt ist. Die Partnerschaft mit Ballou begann bereits 2016 bei den Arbeiten zum Album „Guidance“. Ballou ist dafür bekannt, die musikalische Rohheit und Wucht von Metal- und Hardcore-Formationen einzufangen, ohne dass feine Nuancen in den massiven Soundwänden verloren gehen.Die Instrumente wurden in den Electrical Audio Studios in Chicago eingespielt, wo die Band bereits seit ihrem Debütalbum „Enter“ im Jahr 2006 aufnimmt. Der Feinschliff und die finalen Arbeiten erfolgten anschließend in Ballous eigenem GodCity Studio in Salem, Massachusetts. Mit „Nine“ setzen Russian Circles ihre kontinuierliche klangliche Entwicklung fort, ohne ihren charakteristischen Instrumental-Sound grundlegend neu erfinden zu müssen.
Tracklist
- Borehole
- Empath
- Eluvial
- E2
- Meridian
- Arletta
- Seventh Seal


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