Vom Schmerz zur Synthesizer-Melancholie
Entstanden ist das Album auf eher unprätentiöse Weise. Frontmann Ian Richard Devaney begann während phasenweiser Niedergeschlagenheit damit, sich mit der Akustikgitarre abzulenken und die aufkommende Melancholie in kreative Energie umzuwandeln.Es ist eine großartige Art, sich abzulenken, wenn man deprimiert ist.
Persönliche Schicksale und analoge Wärme
Auch auf [i]Dance Called Memory[/i] verarbeitet Devaney persönliche Verluste und universelle Erfahrungen. So wurde die Single „Now That You’re Gone“ durch den tragischen Tod seines Patenonkels an ALS und die aufopferungsvolle Pflege seiner Eltern inspiriert. Der Song reflektiert die Last, die durch ein wirtschaftliches System entsteht, welches solch fürsorgliches Handeln kaum würdigt, und thematisiert gleichzeitig den Schmerz zerbrochener Freundschaften. Ähnlich introspektiv zeigt sich „I’m Not Ready for the Change“, ausgelöst durch den Anblick eines alten Partyfotos, auf dem längst getrennte Paare und verstreute Freunde zu sehen sind. Die Erkenntnis, dass sich die Seiten des Lebens manchmal schneller wenden, als man begreifen kann, zieht sich wie ein roter Faden durch die Platte.Bei den Aufnahmearbeiten vertraute das Trio, zu dem neben Devaney auch Synth-Spielerin Aidan Noell und Bassist Alex MacKay gehören, erneut auf Produzent Nick Millhiser. Gemeinsam experimentierte die Band mit neuen klanglichen Texturen. So wurden etwa Drum-Breaks für subtile Einflüsse zerschnitten oder Percussions durch Synthesizer geschickt, um elektronische Elemente früherer Jahrzehnte einzufangen. Im Kontrast zu rein mechanischen Ansätzen, wie sie einst von Kraftwerk geprägt wurden, setzt Devaney bewusst auf die Philosophie von Brian Eno. Ziel war es, eine möglichst unverfälschte und warme Platte zu schaffen. In einer Ära, die zusehends von künstlicher Intelligenz dominiert wird, rückt für die Band die menschliche Bedingung in den Vordergrund. Statt reiner Hoffnungslosigkeit soll das Werk vor allem ein Gefühl der echten Verbundenheit vermitteln.
Konzerttermine im Herbst
Wenn du die neuen Stücke und altbekannten Hymnen im November 2025 live erleben möchtest, hast du dazu im Rahmen der kommenden Tournee die Gelegenheit. Nation of Language machen für vier Konzerte Station in Deutschland und treten in Köln, Hamburg, Berlin und München auf.Tracklist
- Can't Face Another One
- In Another Life
- Silhouette
- Now That You're Gone
- I'm Not Ready for the Change
- Can You Reach Me?
- Inept Apollo
- Under the Water
- In Your Head
- Nights of Weight


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