Zwischen den musikalischen Welten
Håvard Ellefsen, der kreative Kopf hinter dem Projekt, blickt auf eine lange und facettenreiche Laufbahn zurück. Einst als Bassist der Black-Metal-Pioniere Emperor gestartet, prägte er in den neunziger Jahren mit rein synthesizerbasierten Werken das sogenannte Dungeon-Synth-Genre. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich sein Sound kontinuierlich weiter, führte über Industrial Rock zu Gothic-Einflüssen und schlug immer wieder neue kreative Haken. Bei „Ghosts of Europa“ trieb ihn nach eigenen Angaben der Wunsch nach einer kreativen Befreiung an, bei der Genregrenzen und starre Regeln aufgelöst wurden, um jede Idee ungefiltert umzusetzen.Ursprünglich war das Projekt als Zusammenarbeit mit Stephan Groth von Apoptygma Berzerk geplant, basierend auf einer gemeinsamen Faszination für die alte deutsche Schule der elektronischen Musik wie Tangerine Dream und Klaus Schulze. Als diese Kooperation nicht zustande kam, beschloss Mortiis, den Weg alleine weiterzugehen. In den Jahren von 2020 bis 2026 entstand in Norwegen ein monumentales Werk, das traditionelle Einflüsse der Berliner Schule mit trostlosen, dystopischen Klanglandschaften verbindet.
Für den Mix des Albums zeichnet sich mit Sean Beavan ein renommierter Spezialist verantwortlich, der in der Vergangenheit bereits mit Größen wie Nine Inch Nails, Depeche Mode, Slayer und Guns N' Roses gearbeitet hat. Zudem wartet die Produktion mit einer beeindruckenden Riege an Gastmusikern auf, darunter Thorsten Quaeschning von Tangerine Dream, Christopher Amott und Sarah Jezebel Deva.
Textlich entstand ‚Violent Silence‘ als Entschuldigung an meine Frau. Ich hatte wieder etwas Dummes angestellt und sie war wirklich verärgert. Ich versuchte, mich in einer SMS zu entschuldigen; einer wirklich langen. Der Text zu ‚Violent Silence‘ wurde stark von diesen Worten und diesem Moment inspiriert. Mit der Zeit und nachdem ich nun schon eine ganze Weile mit diesem Song gelebt habe, fällt es mir immer schwerer, diese Worte zu hören. Das quälende Schuldgefühl verschwindet nie komplett. Musikalisch war es ein sehr inspirierender Song, besonders mit all diesen verrückten Fuzz- und Echo-Gitarren, die den Song gegen Ende aufbauen.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!