Ein historisches Fundstück im neuen Gewand
Die Wurzeln des Songs reichen zurück ins New York des Jahres 1887. Der ursprüngliche Text stammt aus der Feder des irisch-amerikanischen Lyrikers Edward Harrigan und war zusammen mit der Musik von David Braham Teil der Musical-Komödie „McNooney’s Visit“. Haines und Smalle haben diesen lang verschollenen Text aufgegriffen und in eine düstere, moderne Klanglandschaft gebettet.Inhaltlich führt dich „The Black Maria, O“ mitten in die kriminelle Unterwelt Amerikas des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Begriff „Black Maria“ war damals der geläufige Jargon für Gefangenentransporter der Polizei. Zudem nimmt der Text Bezug auf das berüchtigte Gefängnis auf Blackwell Island nahe Manhattan. Während Luke Haines Gesang und Gitarrenspuren beisteuert, verantwortet Mike Smalle die weiteren Instrumente, darunter klassische Synthesizer wie den Korg MiniKorg 700s, sowie die Produktion. Abgerundet wird das Release durch ein animiertes Musikvideo des Regisseurs und visuellen Künstlers Jules Hackett.
Wissenschaft trifft auf Songwriting
Bring Your Own Hammer versteht sich weder als klassische Band noch als gewöhnliches Musikerkollektiv. Vielmehr handelt es sich um eine kreative Gruppierung, die historische Forschung und Songwriting gezielt miteinander verknüpft. Das Projekt wurde von dem Historiker Dr. Richard McMahon initiiert, der am Mary Immaculate College in Limerick lehrt und derzeit als Fellow am Institut für Kriminologie der Universität Cambridge tätig ist. Unterstützung erhält er dabei von Dr. Niall Whelehan von der University of Strathclyde in Glasgow, einem Experten für die irische Geschichte des 19. Jahrhunderts.Das Ziel der Beteiligten ist es, wissenschaftliche Primärquellen und historische Narrative in eigenständige Songs zu verwandeln. Historische Genauigkeit und künstlerische Freiheit greifen dabei ineinander, um Geschichten zu erzählen, die sonst in Archiven verborgen geblieben wären.
Doppelalbum „From The Tombs“ erscheint im November
Die Single „The Black Maria, O“ dient als Vorgeschmack auf das im November 2026 erscheinende Doppelalbum „From The Tombs“. Das Werk umfasst insgesamt 21 Titel und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Kriminalität, Recht und Gesetz innerhalb der irischen Auswanderergemeinschaft des 19. Jahrhunderts. Es bildet den zweiten Teil einer ambitionierten Musik- und Geschichtsserie des Projekts. Der erste Teil, „My Grief on the Sea“, beschäftigte sich mit Seefahrt und Migration und war dem verstorbenen Musiker Cathal Coughlan gewidmet.Für „From The Tombs“ konnte das Projekt eine beeindruckende Reihe renommierter Gastmusiker gewinnen. Neben Luke Haines und Mike Smalle sind unter anderem Bernard Butler (Suede), Fergal Lawler (The Cranberries), June Miles-Kingston (Fun Boy Three), Adrian Crowley sowie Sean O’Hagan (The High Llamas, Stereolab) an der Entstehung beteiligt. Die Veröffentlichung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Label Dimple Discs auf gängigen digitalen Streaming-Plattformen sowie Bandcamp.


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