Musik

Kybalion kündigen neue EP „Make the World Bleed“ an

Italienische Black-Metal-Band veröffentlicht neues Konzeptwerk im Juni



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Foto: Sascha Schneider. Mehr zum Thema Transparenz.

Die italienische Schwarzmetall-Szene bekommt frischen Nachschub von der konzeptionellen Front. Die Band Kybalion hat für den kommenden 5. Juni die Veröffentlichung ihrer dritten EP mit dem Titel „Make the World Bleed“ über das etablierte Label Non Serviam Records angekündigt. Die Gruppe, die im Jahr 2022 zunächst als reines Studioprojekt ins Leben gerufen wurde und im darauffolgenden Jahr 2023 den Schritt zu einer vollwertigen Bandformation vollzog, schärft mit diesem kommenden Release ihr künstlerisches Profil merklich. Dabei verbindet das Quartett aggressive, kompromisslose Klangstrukturen mit tiefgreifenden philosophischen und literarischen Einflüssen, die weit über den typischen Genrerahmen hinausgehen.

Literarische Vorlagen und philosophischer Überbau

Inhaltlich bedient sich die Veröffentlichung bei hochkarätiger Weltliteratur. Als zentrale und treibende Inspiration für das konzeptionelle Fundament dient der Roman „Der Verdacht“ des bekannten Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt. Kybalion nutzen diese literarische Steilvorlage, um sich intensiv mit den Themen absolute Macht und deren psychologischen Begleiterscheinungen auseinanderzusetzen. Dazu zählen in der Interpretation der Musiker vor allem nagende Ängste, tiefe Schuldgefühle sowie drastische moralische Verzerrungen. Die EP ist strukturell in vier eigenständige Akte gegliedert. Jeder dieser inhaltlichen Abschnitte repräsentiert einen bestimmten, oft verstörenden Bewusstseinszustand eines Individuums, das den Versuch unternimmt, sich über menschliche Gesetze und fundamentale Ängste hinwegzusetzen. Die Band zeichnet hierbei das düstere Bild eines unausweichlichen Zusammenbruchs: Wenn die Menschheit mit einer Macht konfrontiert wird, die ihr eigenes Fassungsvermögen und jegliche Kontrolle übersteigt, führt dies am Ende unweigerlich zur totalen Zerstörung.

Über den literarischen Bezug hinaus speist sich das künstlerische Schaffen der Formation aus philosophischen Strömungen wie dem Absurdismus, dem Kosmischen Pessimismus sowie dem Futurismus. Auch visuell spiegelt sich diese nihilistische und kritische Haltung konsequent wider. Wenn du dich für tiefgründige Veröffentlichungen jenseits des Mainstreams begeisterst, wirst du hier zweifellos auf deine Kosten kommen. Das offizielle Cover-Artwork der EP stammt aus dem Jahr 1903 und zeigt das beklemmende Werk „Der Astralmensch“ (The Astral Body) des Künstlers Sascha Schneider, was den grotesken und tiefgreifenden Blick auf das menschliche Bewusstsein zusätzlich untermauert.

Musikalische Ausrichtung und personelle Besetzung

Auf der musikalischen Ebene treiben Kybalion ihren modernen Black Metal konsequent voran und erweitern ihr Klangspektrum spürbar. Fans von finsteren Klanglandschaften erwartet ein wuchtiger Mix aus dissonanten Texturen, rasantem Riffing und einer durchgehend bedrückenden, eisigen Atmosphäre. Die Kompositionen lassen dabei unverkennbare Einflüsse aus dem Bereich des Film noir sowie des düsteren, obsessiven Kinos erkennen. Dunkle Soundscapes treffen hierbei auf gelegentliche, treibende D-Beat-Passagen und verfallende Melodielinien, wodurch ein extrem dichter und oppressiver Sound entsteht, der die textliche und konzeptionelle Thematik perfekt musikalisch untermauert.

Hinter dem Projekt stehen vier Musiker, die alle kreativen Fäden fest in der Hand halten. Die Texte und den prägnanten Gesang verantwortet R.H. Moore, während Seditio für den tiefen Bass, die atmosphärischen Soundscapes und ebenfalls für die lyrischen Beiträge zuständig ist. Die kompromisslose Gitarrenarbeit liegt in den Händen von G.F., und das treibende Schlagzeug wird von G. Olgen bedient. Gemeinsam haben die Bandmitglieder sämtliche Stücke des Albums in Eigenregie komponiert und eingespielt, was die künstlerische Integrität des Projekts unterstreicht.

Tracklist

  1. Make the World Bleed
  2. Hollow
  3. Tenebra
  4. Angst

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