Digitale Kultur und gesellschaftliche Abgründe
Inhaltlich greift die aktuelle Auskopplung „Drain Me“ ein Thema auf, das viele Menschen im Zeitalter dauerhafter Online-Präsenz betrifft: die psychologischen Folgen der modernen digitalen Kultur. Die Musiker beleuchten, wie soziale Medien das menschliche Miteinander verändern und Individuen in reinen Content verwandeln, der in Sekundenbruchteilen konsumiert und wieder vergessen wird.Mit „Drain Me“ verlagern wir den Fokus von psychischen Erkrankungen selbst hin zu den psychologischen Auswirkungen der modernen digitalen Kultur. Der Song beschäftigt sich damit, wie soziale Medien Menschen in Content verwandelt haben, in dem Emotionen, Probleme und sogar Identitäten innerhalb von Sekunden konsumiert werden, bevor sich die Aufmerksamkeit bereits der nächsten Ablenkung zuwendet. Der Text beschreibt einen Menschen, der sich langsam selbst verliert, während er permanent für ein unsichtbares Publikum performt. Bestätigung wird zur Sucht, Authentizität verschwindet und irgendwann bleibt nichts als emotionale Erschöpfung. Das unerbittliche Tempo der Musik spiegelt diesen endlosen Kreislauf aus Scrollen, Posten und der Suche nach Anerkennung wider. Letztlich stellt „Drain Me“ eine einfache Frage: Kontrollieren wir die Technologie noch, oder hat die Technologie längst unbemerkt begonnen, uns zu kontrollieren?
Zwischen emotionaler Härte und Hoffnung
Musikalisch bewegt sich das neue Werk zwischen gewohnt martialischen Breakdowns, eingängigen Hooks und einer dichten, fast schon filmischen Atmosphäre. Für die Band markiert „Perfect World“ den nächsten großen Schritt. Während der Vorgänger „An End, Once and for All“ vor allem die Bewältigung innerer Seelenqualen thematisierte, schlägt die neue Scheibe einen weitaus breiteren Bogen.Die Songs behandeln Themen wie Depressionen, Zukunftsängste, Einsamkeit, soziale Isolation und den ökologischen Kollaps. Trotz der düsteren Materie ist die Scheibe jedoch keineswegs als melancholischer Abgesang zu verstehen. Stattdessen setzt das Quintett, bestehend aus Sänger Samuel Scholz, den Gitarristen Maria Kimberly Huehn und Simon Keil, Bassist Dominik „Doemsen“ Stotzem sowie Schlagzeuger Silas Schué, auf Resilienz und Mitgefühl.
Auch im Studio vertrauen HumanKind auf bewährte Kräfte: Die Produktion, den Mix und das Mastering übernahm erneut Christoph Wieczorek, bekannt durch seine Arbeit mit Annisokay und Sawdust Recordings. Neben brandneuen Titeln enthält die Platte auch bereits bekannte Stücke wie „Desire To Die“, „Humans“, „The Darkness I Own“ sowie ein Billie-Eilish-Cover von „lovely“, bei dem Sängerin Nastassja von Enemy Inside als Gastmusikerin mitwirkt. Den Abschluss des Albums bildet eine ruhige Piano-Version von „The Darkness I Own“.
Tracklist
- The Darkness I Own
- Desire to Die
- Drain Me
- Black Sands
- lovely (Billie Eilish Cover ft. Nastassja von Enemy Inside)
- Fed Up
- Humans
- Runaway
- Perfect World
- The Darkness I Own (Piano Version)


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!