Geprägt wird der Sound vor allem durch Frontmann und Hauptsongwriter Rui Alexandre, der nicht nur singt und die Gitarre bedient, sondern auch tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Songs gewährt. Die Scheibe folgt auf drei zuvor veröffentlichte Singles wie „Drama King“, „Sinto Muito“ und „Lovesick“, die in der Szene bereits für Aufmerksamkeit gesorgt haben und die Marschrichtung vorgaben. Fast 90 Prozent des Albums entstanden dabei aus spontanen Jam-Sessions heraus, was dem Material eine rohe und unverfälschte Live-Energie verleiht.
Zwischen den Einflüssen von Metal und Grunge
Musikalisch schöpft das Quartett aus einem breiten Spektrum an Referenzen. Bereits der Opener „Into Chaos“ dient als intensiver Weckruf mit Slayer-esken Riffs, während Stücke wie „Drama King“ Einflüsse von Meshuggah und Suicide Silence verarbeiten. Textlich geht es hier um Frustration und gescheiterte Beziehungen aus der Perspektive eines Partners, der sich in einer vermeintlichen Koop-Mission allein gelassen fühlt, während die andere Person scheinbar solo spielt.Ein zentraler Moment des Albums ist der Song „Yet I Live“, der die Band nach eigenen Angaben überhaupt erst als echtes Gefüge zusammengeschweißt hat. Hier treffen drückender Double-Bass-Einsatz, komplexe Taktarten auf Stoner-Riffs und Grunge-Einflüsse aufeinander, bevor der Track in einer portugiesischen Textzeile mündet, die das pure Überlebensgefühl unterstreicht. Auch die Single „Sinto Muito“ greift die Landessprache auf und verbindet rasante Hardcore-Vibes mit Schlagzeug-Arrangements von Gaspar Ribeiro, die stark an den verstorbenen Slipknot-Drummer Joey Jordison erinnern.
Besonders experimentierfreudig zeigt sich die Band bei Titeln wie „Goodbye (See You in Hell)“, den Alexandre scherzhaft als den vermeintlichen „Sellout-Song“ bezeichnet.
Wir müssen einen Sellout-Song haben
Auch Songs wie „Fuck You, Next“ – der ursprünglich den Arbeitstitel „Phantom Pain“ trug – zeigen die Bandbreite des Quartetts. Hier treffen klassische Fear-Factory-Präzision und der Groove von Chimaira aufeinander, bevor das Lied in einer Hommage an Alice in Chains ausklingt. Gegen Ende der Platte wird es mit Stücken wie „Someone“ deutlich roher und minimalistischer. Hier reduziert das Quartett den Sound auf das Wesentliche – eine akustische Gitarre und pure Intimität, die an den unverfälschten Stil von Nirvana oder Silverchair erinnern. Gastbeiträge wie jene von Miguel Inglês von der Band Equaleft bei „She’s a Drug“ runden das vielschichtige Erstlingswerk ab, das ab sofort auf CD sowie auf allen gängigen digitalen Plattformen über Mosher Records erhältlich ist.
Tracklist
- Into Chaos
- Drama King
- Sinto Muito
- Lovesick
- Goodbye (See You in Hell)
- Yet I Live
- She’s a Drug
- Fuck You, Next
- Someone



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