Wenn du auf kompromisslosen Groove Metal im Stil der 90er-Jahre stehst, solltest du aktuell einen Blick nach Portugal werfen. Die Formation CHAOSADDICTION hat über das Label Mosher Records ihr erstes vollwertiges Studioalbum namens "Kintsugi" veröffentlicht. Nach den drei vorab ausgekoppelten Singles "Drama King", "Lovesick" und "Sinto Muito" steht das Debütwerk ab sofort sowohl auf digitalen Plattformen als auch im CD-Format bereit.
Rückbesinnung auf den Sound der 90er-Jahre Musikalisch orientiert sich das Quartett spürbar an prägenden Schwergewichten der 90er-Jahre wie Machine Head, Pantera, Fear Factory oder Sepultura zu Zeiten von "Chaos A.D.". Die Songs verbinden schwere, treibende Grooves mit der Aggressivität und Schnittigkeit des Hardcore. Inhaltlich fokussieren sich die Songtexte auf emotionale Ausnahmezustände, Entfremdung, gescheiterte Beziehungen und die Aufarbeitung innerer Konflikte.
Ein Großteil der Stücke entstand spontan in Jam-Sessions. Hauptsongwriter, Sänger und Gitarrist Rui Alexandre veranschaulicht die Hintergründe der einzelnen Titel. Bereits der Eröffnungstrack "Into Chaos" legt mit schnellen Gitarrenläufen die Marschrichtung fest und soll die Energie der Band als Live-Act widerspiegeln. Das darauffolgende "Drama King" existierte bereits vor dem offiziellen Zusammenschluss der Band, gewann aber erst durch das Arrangement im Vierer-Gespann an Härte. Es verarbeitet musikalische Einflüsse von Meshuggah und Suicide Silence, während der Songtext das schmerzhafte Ende einer einseitigen Beziehung schildert.
Mit "Sinto Muito" präsentiert die Gruppe einen Titel in ihrer portugiesischen Muttersprache. Das Stück setzt auf ein hohes Tempo und chaotische Hardcore-Strukturen. Der Titel lässt sich im Portugiesischen sowohl als "Es tut mir leid" als auch als "Ich fühle zu viel" interpretieren. In einem prägenden Schlagzeugbreak demonstriert Drummer Gaspar Ribeiro sein Können, inspiriert von Joey Jordison.
Stilistische Vielfalt und Gastauftritt Im weiteren Verlauf des Albums zeigt sich die Band experimentierfreudig. "Lovesick" setzt auf ein moderateres Tempo mit wuchtigen Riffs, die an den Sludge Metal von Down erinnern, ergänzt durch Passagen im Stile von Gojira. In "Goodbye (See You in Hell)" trifft ein eingängiger Refrain auf ein Death-Metal-Schlusssegment mit schnellem Doublebass-Drumming und langgezogenen Screams.
Der Track "Yet I Live" gilt als Geburtsstunde der Band, da beim ersten gemeinsamen Anspielen dieses Materials das Fundament für die Bandgründung gelegt wurde. Der Song kombiniert ungewöhnliche Taktarten mit Grunge-Anleihen und portugiesisch gesungenen Hardcore-Passagen. Beim Stück "She’s a Drug" wirkt Miguel Inglês von der Band Equaleft als Gastvokalist mit. Der Song thematisiert die Suchtwirkung toxischer Beziehungen.
Mit "Fuck You, Next" vereinen CHAOSADDICTION die maschinelle Präzision von Fear Factory mit Chimaira-Grooves und einer Unplugged-Einflussnote von Alice in Chains. Den Abschluss bildet die reduzierte Ballade "Someone", bei der lediglich Gesang und Gitarre zum Einsatz kommen, angelehnt an die rohe Atmosphäre von Nirvanas "Something in the Way".
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