Musik

Album-Releases: Neue Alben von Beabadoobee, Camille & Gia Ford

Vier vielseitige Neuerscheinungen zwischen Pop, Chanson und Rock.



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Foto: Erika Kamano, Louise Guais, Melanie Lehmann. Mehr zum Thema Transparenz.

Der heutige Releasetag bringt eine bemerkenswerte Vielfalt an neuen Tönen mit sich. Gleich vier spannende Alben erscheinen heute und decken ein breites musikalisches Spektrum ab: von hochkarätig besetztem britischen Alternative-Pop über ein französisches Stimm-Triptychon bis hin zu experimentellem Berliner Dream-Rock und analog geprägtem Songwriting aus Sheffield. Neben den Tonträgern auf CD, LP und digital erwarten dich heute auch frische Musikvideos sowie zahlreiche Tourtermine für die kommenden Monate.

Beabadoobee verarbeitet emotionale Ungewissheit auf Pylon

Mit ihrem neuen Album „Pylon“ meldet sich Beatrice Laus alias Beabadoobee über Dirty Hit / Interscope zurück. Die auf den Philippinen geborene und in London aufgewachsene Künstlerin hat für das Werk eine beeindruckende Riege an Gastmusiker:innen um sich versammelt. Neben Hayley Williams von Paramore und Brendan Yates von Turnstile wirken auch Chino Moreno (Deftones), Evan Stephens Hall (Pinegrove) sowie Shane Moran (Title Fight) mit. Zudem zeichnen Matty Healy und George Daniel von The 1975 für die Produktion eines Titels verantwortlich.

Inhaltlich widmet sich das Album dem Aushalten von Unsicherheiten und aufgewühlten Emotionen. Beatrice Laus erklärt zur Ausrichtung der Platte:
Bei Pylon geht es darum zu akzeptieren, dass negative Gefühle zurückkehren werden – die Unsicherheit und die Verwirrung anzunehmen. All das ist ein notwendiger Teil des Wachstums und der Selbsterkenntnis. Man muss durch diesen ganzen Mist durch, und ich muss darüber schreiben.
Beatrice Laus
Nachdem Beabadoobee 2024 mit „This Is How Tomorrow Moves“ die Spitze der britischen Albumcharts erreichte, setzt sie ihren künstlerischen Weg konsequent fort. Passend zum Release feiert heute um 20 Uhr das Musikvideo zur Single „Write Me A Letter“ Premiere. Im Dezember kannst du Beabadoobee zudem live in Deutschland erleben: Am 6. Dezember 2026 tritt sie im Berliner Tempodrom auf, am 7. Dezember 2026 folgt ein Konzert in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf.

Camilles triptychonartiges Werk über Mutterschaft und Freude

Die französische Sängerin und Komponistin Camille veröffentlicht über Because Music ihr neues Album „The Sound of Milk“. Die Autodidaktin, die 2005 mit dem Album „Le Fil“ ihren Durchbruch feierte und zuletzt für ihre Filmmusik zu „Emilia Pérez“ mit Auszeichnungen wie dem Golden Globe, César und Oscar gewürdigt wurde, hat über einen Zeitraum von mehr als fünfzehn Jahren an der Platte gearbeitet.

Konzipiert als Triptychon in drei Kapiteln erforscht das Album das Zusammenspiel von Mutterschaft, Weitergabe und Schöpfung. Camille beschreibt ihren künstlerischen Ansatz folgendermaßen:
Nur die Freude tröstet mich, und es ist meine Aufgabe als Mensch, als Frau und als Mutter, sie zu pflegen, von ihr zu träumen und die Welt durch Gesang zu heilen, indem ich sie wieder zum Schwingen bringe.
Camille
Wer ihre intensiven Bühnenperformances live erleben möchte, sollte sich den 4. März 2027 vormerken. An diesem Tag gibt Camille ein Konzert in der Berliner Philharmonie.

Spontaner Dream-Rock von Roomer und analoge Menschlichkeit bei Gia Ford

Auch in der Indie- und Rock-Szene gibt es prägnanten Nachschub. Das Berliner Trio Roomer bringt über Squama Records sein zweites Album „Staircase Made of Rope“ heraus. Im Gegensatz zum durchstrukturierten Debüt entstand dieses Werk aus spontanen First Takes und Improvisations-Sessions im Studio von Squama-Mitgründer Martin Brugger sowie an ungewöhnlichen Orten wie Treppenhäusern und Schlafzimmern. Die Bandmitglieder Ronja Schößler, Luka Aron und Ludwig Wandinger verbinden dabei ihre Erfahrungen aus Avantgarde, Neo-Folk und Elektronik mit den Soundeinflüssen ihrer Jugend. Live sind Roomer am 22. Oktober 2026 in der Berliner Neuen Zukunft und am 17. November 2026 im Milla in München zu sehen.

Abgerundet wird der Veröffentlichungstag durch Gia Ford und ihr zweites Album „A Room Within A Room“, das via Chrysalis Records erscheint. Die 29-jährige Musikerin aus Sheffield rückt auf dem Longplayer bewusst das Miteinander im Aufnahmeraum in den Vordergrund und setzt sich gegen rein digital durchoptimierte Produktionen ab:
In der heutigen Zeit, in der alles so stark voneinander getrennt und digital ist, wollten wir, dass man die Menschen dahinter hört und spürt, dass tatsächlich Menschen in dem Raum anwesend waren, in dem wir die Musik aufgenommen haben. Bei vielen heutigen Musikproduktionen höre ich nicht mehr heraus, dass sie von Menschenhand geschaffen wurden. Sie wirken bis zur Unkenntlichkeit optimiert, und ich frage mich oft, warum sie überhaupt entstanden sind. Ich verstehe nicht, welche Botschaft sie vermitteln wollen.
Gia Ford
Musikalisch weckt bereits der Opener „Liberty“ Erinnerungen an Einflüsse von Radiohead, David Bowies „Aladdin Sane“-Phase und U2. Auch von Gia Ford erscheint heute ein neues Musikvideo zur Fokus-Single des Albums.

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