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Wings of Endless Review

Charmantes 2D-Abenteuer mit viel Herz – aber spürbaren Gameplay-Schwächen


03.04.2026  Redaktion  Switch  11 Likes  0 Kommentare 
Wings of Endless Review Bild Wings of Endless Review Screenshot Wings of Endless Review Foto

Mit Wings of Endless liefert Isoca Games gemeinsam mit JanduSoft ein 2D-Action-RPG ab, das sich stark an klassischen Genre-Vertretern orientiert, dabei aber eigene Ideen einbringt. Du begleitest den selbstbewussten Kopfgeldjäger Hariku, der auf einer scheinbar simplen Mission plötzlich in ein deutlich größeres Abenteuer hineingezogen wird.

Ein sprechender Eulenbegleiter, zwei weitere spielbare Charaktere und eine drohende Katastrophe bilden die Grundlage für eine Geschichte, die zwar nicht revolutionär ist, aber durch Charme und Dialoge überzeugt.

Drei Helden, ein Kampfsystem
Ein zentrales Feature ist der jederzeit mögliche Wechsel zwischen drei Charakteren. Hariku kämpft mit einem mächtigen Hammer, Diana setzt auf Distanzangriffe und Tarnung, während Makoto mit Elementarmagie arbeitet.

Die Idee klingt spannend – und funktioniert grundsätzlich auch. Unterschiedliche Fähigkeiten eröffnen taktische Möglichkeiten, sowohl im Kampf als auch bei kleineren Rätseln. In der Praxis nutzt du aber oft hauptsächlich Hariku, da er die beste Mobilität und das direkteste Kampffeedback bietet.

Das sorgt dafür, dass das eigentlich clevere System nicht sein volles Potenzial entfaltet.

Solide Kämpfe, aber fragwürdige Balance
Das Kampfsystem fühlt sich zunächst gut an. Kombos, Ausweichrollen und verschiedene Angriffsmöglichkeiten sorgen für Dynamik. Doch je weiter du im Spiel voranschreitest, desto deutlicher zeigen sich Balancing-Probleme.

Einige Gegner verursachen unverhältnismäßig hohen Schaden oder setzen Status-Effekte ein, die Kämpfe unnötig frustrierend machen. Besonders Bosskämpfe können sich ziehen und wirken teilweise unfair. Hohe Lebenspunkte gepaart mit extremem Schaden sorgen dafür, dass Fehler kaum verziehen werden.

Das nimmt dem Spiel leider einen Teil seines eigentlich flüssigen Gameplays.

Plattforming mit kleinen Stolpersteinen
Auch beim Plattforming zeigt sich ein gemischtes Bild. Grundsätzlich funktioniert die Steuerung solide, doch gerade bei präzisen Sprungpassagen treten Probleme auf. Ungünstig platzierte Hindernisse oder niedrige Decken führen immer wieder zu unnötigen Fehlern.

Besonders frustrierend sind Gift- und Lavaflächen. Einmal hineingefallen, kann es schnell zu einer Kettenreaktion aus Schaden, Status-Effekten und fehlenden Heilungsmöglichkeiten kommen. In Kombination mit dem globalen Cooldown für Items entstehen Situationen, die sich eher unfair als herausfordernd anfühlen.

Eine Welt, die zum Erkunden einlädt
Was Wings of Endless jedoch richtig stark macht, ist seine Welt. Unterschiedliche Biome wie verschneite Landschaften, dornige Hügel oder sumpfige Gebiete sorgen für visuelle Abwechslung und ein gutes Gefühl für Fortschritt.

Überall gibt es Geheimnisse zu entdecken, versteckte Wege und kleine Belohnungen. Sidequests lockern das Abenteuer zusätzlich auf und motivieren dazu, bereits besuchte Gebiete erneut zu erkunden.

Hier zeigt das Spiel seine größte Stärke: Es schafft es, dich neugierig zu halten.

Retro-Charme trifft moderne Präsentation
Optisch überzeugt das Spiel mit liebevoll gestalteter Pixelgrafik, die an klassische 16-Bit-Abenteuer erinnert, dabei aber modern genug wirkt, um frisch zu erscheinen. Animationen sind flüssig, Umgebungen abwechslungsreich und Gegner kreativ gestaltet.

Auch der Soundtrack passt gut zum Abenteuer und unterstützt die Stimmung der jeweiligen Gebiete. Nur einzelne Soundeffekte – wie das nervige Warnsignal bei wenig Lebensenergie – fallen negativ auf.

Viel Potenzial, nicht ganz ausgeschöpft
Mit einer Spielzeit von rund 15 bis 20 Stunden bietet Wings of Endless ordentlich Inhalt für ein Indie-Spiel. Die Mischung aus Story, Erkundung und Kämpfen funktioniert grundsätzlich gut.

Doch die angesprochenen Probleme beim Balancing und Plattforming verhindern, dass das Spiel sein volles Potenzial ausschöpft. Es ist kein schlechtes Spiel – im Gegenteil – aber eines, das mit etwas Feinschliff deutlich besser hätte sein können.

Wings of Endless ist ein Spiel, das dich mit seinem Charme sofort einfängt. Die Welt ist schön, die Charaktere sympathisch und das Gameplay macht grundsätzlich Spaß. Vor allem das Erkunden und die liebevolle Präsentation bleiben positiv im Kopf. Aber je länger du spielst, desto mehr fallen die Schwächen auf. Unausgewogene Kämpfe, frustrierendes Plattforming und ein System, das nicht ganz sein Potenzial nutzt, sorgen für kleine, aber spürbare Dämpfer. Trotzdem: Wenn du auf klassische 2D-Abenteuer stehst und über ein paar Macken hinwegsehen kannst, bekommst du hier ein solides, unterhaltsames Spiel mit viel Herz.

Punktewertung

Gameplay
76
Grafik
78
Sound
74
Steuerung
72

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