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Fortune Seller Review

Düsteres Roguelike mit cleverem Inventar-Puzzle und gnadenlosem Druck


02.04.2026  Redaktion  11 Likes  0 Kommentare 
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Fortune Seller von Kiwick ist kein gewöhnliches Roguelike. Statt Monster zu bekämpfen oder Dungeons zu erkunden, betreibst du hier ein Antiquitätengeschäft – allerdings in einer Welt, in der jedes Objekt verflucht sein könnte und jeder Kunde seine ganz eigenen… Bedürfnisse hat. Und als wäre das nicht genug, sitzt dir ein gnadenloser Vermieter im Nacken, der Woche für Woche steigende Mieten verlangt.

Schon nach wenigen Minuten wird klar: Hier geht es ums Überleben – und zwar durch geschicktes Verkaufen. Du musst deinen Laden managen, Items platzieren, Kundenwünsche erfüllen und gleichzeitig versuchen, nicht komplett unterzugehen.

Inventar-Tetris mit taktischer Tiefe
Das Herzstück von Fortune Seller ist das Inventarsystem, das stark an Klassiker erinnert, bei denen du Items wie ein Puzzle anordnest. Jedes Objekt hat eine eigene Form, unterschiedliche Effekte und Synergien mit bestimmten Feldern im Inventar.

Was zunächst simpel wirkt, entwickelt schnell eine überraschende Tiefe. Du jonglierst mit Gegenständen, versuchst negative Effekte zu vermeiden und gleichzeitig möglichst hohe Werte zu erzielen. Jede Entscheidung zählt – und manchmal entscheidet ein einziges falsch platziertes Item über Erfolg oder Scheitern.

Gerade dieses System sorgt für den typischen „Nur noch ein Versuch“-Effekt, den man aus guten Roguelikes kennt.

Tarotkarten und Magie als Gamechanger
Zusätzlich kommen Tarotkarten und Zauber ins Spiel, die dein gesamtes Run verändern können. Manche verstärken bestimmte Kombinationen, andere geben dir mächtige Boni – oder bringen dich komplett aus dem Konzept, wenn sie gegen dich arbeiten.

Besonders spannend ist, dass Tarotkarten auch invertiert auftreten können und dadurch völlig andere Effekte haben. Das sorgt für eine zusätzliche strategische Ebene und zwingt dich dazu, flexibel zu bleiben. Wenn alles zusammenpasst, entsteht ein richtig befriedigender Spielfluss.

Ein Spiel, das dich bewusst leiden lässt
So viel Lob das Spiel für seine Ideen verdient, so deutlich muss man auch sagen: Fortune Seller ist brutal. Die Anforderungen steigen extrem schnell an, und selbst gute Runs können plötzlich scheitern, weil die Zielwerte einfach zu hoch angesetzt sind.

Dieser steile Schwierigkeitsgrad kann motivieren – oder frustrieren. Gerade weil es kaum langfristige Progression gibt, fühlt sich ein gescheiterter Run manchmal einfach nach verlorener Zeit an. Du lernst zwar dazu, aber das Spiel gibt dir nur wenig Werkzeuge an die Hand, um wirklich nachhaltige Fortschritte zu machen.

Atmosphäre zwischen Gothic und schwarzem Humor
Optisch setzt Fortune Seller auf einen minimalistischen, aber stilvollen Look. Die düstere, leicht groteske Präsentation passt hervorragend zum Setting. Kunden wirken seltsam, Items teilweise lebendig – und dein Laden fühlt sich nie wirklich sicher an.

Der Sound unterstützt diese Stimmung solide, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Insgesamt entsteht eine dichte, eigenwillige Atmosphäre, die definitiv hängen bleibt.

Starke Idee mit Balance-Problemen
Was Fortune Seller besonders macht, ist die Kombination aus Shop-Management, Deckbuilding-Elementen und Inventar-Puzzle. Diese Mischung funktioniert erstaunlich gut und hebt das Spiel von vielen Genre-Kollegen ab.

Leider wird das Ganze durch Balancing-Probleme ausgebremst. Die steigenden Anforderungen wirken teilweise unfair, und ohne echte Progression fehlt oft die Motivation, nach einem gescheiterten Run direkt wieder einzusteigen.

Trotzdem: Das Potenzial ist klar erkennbar – und genau das macht das Spiel so interessant.

Fortune Seller ist ein richtig spannender Ansatz. Verkaufen statt kämpfen, Inventar statt Waffen – und trotzdem ein echtes Roguelike. Die Mischung funktioniert überraschend gut und kann dich komplett reinziehen, wenn du einmal den Dreh raus hast. Aber: Das Spiel ist hart. Teilweise zu hart. Die Balance wirkt nicht immer sauber, Fortschritt fühlt sich oft zäh an und nach ein paar gescheiterten Runs kann die Motivation schnell kippen. Trotzdem bleibt ein faszinierendes Konzept, das dich immer wieder zurückzieht. Wenn du Geduld hast und Lust auf etwas anderes im Roguelike-Genre, lohnt sich ein Blick. Mit etwas Feinschliff wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

Punktewertung

Gameplay
80
Grafik
75
Sound
80
Steuerung
85

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