Stealing Klimt Review

Die Odyssee eines geraubten Klimt-Gemäldes und der Kampf um Rückgabe



Gustav Klimts Porträt "Adele Bloch-Bauer I" ist neben Da Vincis "Mona Lisa" eines der bekanntesten Werke der Welt. Das Porträt "Adele Bloch-Bauer I" gehörte bis zum Jahr 1941 der Familie Bloch- Bauer. Danach wurden fünf Klimt Gemälde aus dem Besitz der Familie von den NS- Behörden beschlagnahmt und der Galerie Schloss Belvedere, heute besser bekannt als österreichische Galerie Belveder, übergeben. Auch nach 1945 sah sich die Galerie als rechtmäßiger Besitzer der Bilder, da Adele Block Bauer in ihrem Testament, aus dem Jahr 1925, ihren Mann bat die Bilder nach ihren Tod an die Galerie zu übergeben. Er selbst ging ins Exil in die Schweiz als die Nationalsozialisten in Österreich einmarschierten und starb dort auch. Wem gehört die Kunst? Kann Kunst Privateigentum sein, oder ist es staatliches Kulturerbe? Der Film "Stealing Klimt" erzählt vom Kunstraub des NS- Regimes und den Problemen bei der Rückgabe der Güter an die rechtmäßigen Besitzer.

"Stealing Klimt" erzählt die Geschichte von Maria Altmann, der Nichte von Adele Bloch-Bauer. In einem jahrelang andauernden Rechtsstreit forderte sie von der österreichischen Regierung den während des Kriegs erbeuteten Familienbesitz zurück. Darunter befanden sich Kunstwerke von Gustav Klimt (Adele Bloch- Bauer I, Adele Bloch- Bauer II, Buchenwald/Birkenwald, Apfelbaum I und Häuser in Unterach am Attersee). Erst im Jahr 2006 entschied ein Schiedsgericht zu Gunsten von Maria Altmann. Der Film beginnt mit einer Szene in der Mitarbeiter des Museums die Bilder für den Transport vorbereiten. Danach beginnt eine Zeitreise, von der Entstehung der Bilder im Jahr 1907 bis hin ins Jahr 2006, wo die Reise mit dem Schiedsgerichtsverfahren endet. Trotz der linearen Erzählstruktur, kann der Film fast wie ein Kriminalroman für Spannung sorgen. Es wird versucht dem Zuschauer den komplizierten juristischen Sachverhalt näher zu bringen, was jedoch nicht ganz gelingt. Viele Sachen werden viel zu vereinfacht dargestellt oder einfach weggelassen. Dadurch ist die Entscheidungsfindung des Gericht nicht nachvollziehbar.

Im Mittelpunkt steht die Frage über den Wert von Kunst. In der Dokumentation wird nicht nur das Schicksal der Familie geschildert, sondern auch die Revisionspolitik Österreichs. Der Film lässt beide Parteien zu Wort kommen. Die Vertreter der Regierung sehen die Einforderung der Bilder als Raub nationaler Geschichte. Der Titel "Stealing Klimt" ist eine Andeutung an den Sachverhalt wer ursprünglich wen bestohlen hat. Die Dokumentarfilmerin Chablani äußert sich zu dieser Debatte nicht, so wie man es vielleicht von Michael Moore oder anderen Dokumentarfilmern kennt. Die Absichten von Maria Altmann werden in dem Film jedoch etwas widersprüchlich dargestellt. Zum einen behauptet sie die Bilder der Öffentlichkeit zugänglich machen zu wollen, andrerseits gibt sie sie gleich nach erhalt zur Auktion frei. Alle Bilder, bis auf Adele Bloch-Bauer I, landeten schließlich im Privatbesitz. Zum Ende wiederholt sich die Eingangsszene. Man sieht die verpackten Bilder und fragt sich: "Werden wir die je wiedersehen?".
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack.

FAZIT

Die britische Dokumentarfilmerin Jane Chablani hat mit "Stealing Klimt" einen guten Film geschaffen. Mit Hilfe des Produzenten und Drehbuchautoren Martin Smith gelang es ihr den Sachverhalt sowohl historisch als auch menschlich aufzuarbeiten. Die Berichte von Historikern, Juristen und Zeitzeugen liefern die nötigen Zusatzinfos um den Standpunkt der Beteiligten besser nachzuvollziehen. Alles in allem ein gelungener und vor allem interessanter Film.

Rechtsteufel (Spielemagazin.de)

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Die Odyssee eines geraubten Klimt-Gemäldes und der Kampf um Rückgabe

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