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Play Dead Review

Ein Szenario wie ein Albtraum – nur leider nicht immer so effektiv


24.01.2026  Captain  0 Likes  0 Kommentare 
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Play Dead – Die Todgeweihte besitzt eigentlich alles, was ein intensiver Survival-Horror braucht: ein dunkler Keller voller Leichen, eine schwer verletzte Protagonistin, ein maskierter Killer – und die bedrückende Erkenntnis, dass die einzige Chance zu überleben darin besteht, sich totzustellen. Dieses High-Concept-Setting ist stark, unmittelbar und sorgt in den ersten Minuten des Films tatsächlich für eine enorme Grundspannung. Doch so kraftvoll die Ausgangssituation auch ist, so sehr merkt man im Verlauf, dass der Film Mühe hat, dieses Niveau konstant zu halten.

Ein Kammerspiel, das Spannung verspricht – und oft daran vorbeischrammt
Regisseur Carlos Goitia setzt voll auf Enge, Schmutz und Beklemmung. Die Idee, den Horror fast ausschließlich zwischen zwei Figuren entstehen zu lassen, ist mutig und funktioniert an manchen Stellen überraschend gut. Wenn Alison versucht, keinen Mucks von sich zu geben, während der Killer neben ihr Leichen sortiert, sitzt der Schreck tief. Doch außerhalb dieser Momente fehlt dem Film häufig der erzählerische Atem. Viele Szenen wirken wiederholt, manche Entscheidungen der Figuren unlogisch, und mehrmals droht die Spannung einfach zu verpuffen. Das Drehbuch scheint regelmäßig Ideen zu haben, aber nicht immer den Mut, sie konsequent auszuspielen.

Zwischen Geheimtipp und Trashmomenten – warum der Film so polarisiert
Ein Blick auf die Reaktionen zeigt, wie extrem Play Dead wahrgenommen wird. Manche Zuschauer feiern die dichte Atmosphäre, das einfache, aber effektive Setup und die ruppige Intensität. Andere kritisieren die Dialoge, die Logiklöcher und die eher rudimentäre Figurenzeichnung. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Der Film ist weder ein Reinfall noch ein Geheimtipp – sondern ein solides, aber handwerklich schwankendes Horrorprojekt, das viel Potential andeutet, es aber nur teilweise nutzt.

Der Horror selbst ist vergleichsweise bodenständig. Wenig Jumpscares, dafür viel körperliche Anspannung, ein düsterer Killer und ein ständiges Gefühl der Bedrohung. Doch gerade weil der Film zu großen Teilen auf minimalistische Mittel setzt, fällt jeder kleine Bruch stärker auf: ungelenke Dialoge, hastige Übergänge, leichte Unsauberkeiten in der Inszenierung. Das kratzt an der Immersion und verhindert, dass Play Dead wirklich in die Tiefe geht.

Darstellerisch ordentlich – aber zu wenig Raum für echte Entwicklung
Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind weitgehend unbekannt, was im Horror oft ein Vorteil ist. Tatsächlich gelingt es der Hauptdarstellerin, Alisons Panik, Schmerz und Überlebenswillen glaubwürdig zu transportieren. Auch der Killer funktioniert als bedrohliche Präsenz – nicht ikonisch, aber effektiv. Doch die reduzierte Erzählweise lässt wenig Raum für Charakterentwicklung. Wir erfahren nur das Nötigste, was den Film zwar kompakt hält, aber auch emotional flach wirken lässt.

Play Dead – Die Todgeweihte ist ein Horrorfilm, der mit einem starken Konzept startet, aber auf dem Weg zur Ziellinie deutlich an Kraft verliert. Er ist atmosphärisch, stellenweise intensiv und visuell überzeugend, gleichzeitig aber inhaltlich dünn und erzählerisch begrenzt. Als kurzer, unangenehm klaustrophobischer Trip funktioniert er – als „High-Concept Horror-Thriller“ bleibt er jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Ein Film für Fans von engen Survival-Settings, aber keiner, der nachhaltig beeindruckt.

Punktewertung

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