Ein Kammerspiel, das Spannung verspricht – und oft daran vorbeischrammt
Regisseur Carlos Goitia setzt voll auf Enge, Schmutz und Beklemmung. Die Idee, den Horror fast ausschließlich zwischen zwei Figuren entstehen zu lassen, ist mutig und funktioniert an manchen Stellen überraschend gut. Wenn Alison versucht, keinen Mucks von sich zu geben, während der Killer neben ihr Leichen sortiert, sitzt der Schreck tief. Doch außerhalb dieser Momente fehlt dem Film häufig der erzählerische Atem. Viele Szenen wirken wiederholt, manche Entscheidungen der Figuren unlogisch, und mehrmals droht die Spannung einfach zu verpuffen. Das Drehbuch scheint regelmäßig Ideen zu haben, aber nicht immer den Mut, sie konsequent auszuspielen.Zwischen Geheimtipp und Trashmomenten – warum der Film so polarisiert
Ein Blick auf die Reaktionen zeigt, wie extrem Play Dead wahrgenommen wird. Manche Zuschauer feiern die dichte Atmosphäre, das einfache, aber effektive Setup und die ruppige Intensität. Andere kritisieren die Dialoge, die Logiklöcher und die eher rudimentäre Figurenzeichnung. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Der Film ist weder ein Reinfall noch ein Geheimtipp – sondern ein solides, aber handwerklich schwankendes Horrorprojekt, das viel Potential andeutet, es aber nur teilweise nutzt.Der Horror selbst ist vergleichsweise bodenständig. Wenig Jumpscares, dafür viel körperliche Anspannung, ein düsterer Killer und ein ständiges Gefühl der Bedrohung. Doch gerade weil der Film zu großen Teilen auf minimalistische Mittel setzt, fällt jeder kleine Bruch stärker auf: ungelenke Dialoge, hastige Übergänge, leichte Unsauberkeiten in der Inszenierung. Das kratzt an der Immersion und verhindert, dass Play Dead wirklich in die Tiefe geht.



Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!