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Witch Post – Butterfly EP Review

Zwischen Grunge, Folk und Magie


20.03.2026  Redaktion  22 Likes  0 Kommentare 
Witch Post – Butterfly EP Review Bild Witch Post – Butterfly EP Review Screenshot Witch Post – Butterfly EP Review Foto

Nach der viel beachteten „Beast“-EP schlagen Witch Post mit „Butterfly“ ein neues Kapitel auf – und bleiben sich dabei doch treu. Das UK/US-Duo rund um Alaska Reid und Dylan Fraser entwickelt seinen Sound spürbar weiter, ohne die emotionale Tiefe zu verlieren, die sie so besonders macht.

Schon der Titel deutet an, wohin die Reise geht: Transformation, Dualität, Veränderung. Wo „Beast“ noch rauer, fast winterlich wirkte, öffnet sich „Butterfly“ in Richtung Licht, Bewegung und neue Perspektiven. Es fühlt sich ein bisschen an wie das erste warme Licht nach einem langen, dunklen Winter.

Grunge trifft Intimität – groß und gleichzeitig ganz nah
Musikalisch bleibt das Fundament klar: grunge-inspirierter Alternative Rock mit melancholischer Note. Doch Witch Post schaffen es, diesen eigentlich eher wuchtigen Sound erstaunlich intim wirken zu lassen. Große Gitarrenflächen stehen neben fast flüsternden Momenten – als würde dir jemand eine Geschichte ganz leise ins Ohr erzählen.

Gerade diese Spannung macht den Reiz aus. Die Songs sind nicht überproduziert oder auf Effekt getrimmt, sondern leben von Atmosphäre und Gefühl. Es ist Musik, die Raum lässt – für Bilder, Gedanken, Emotionen.

Songwriting mit Seele und kleinen Überraschungen
Was „Butterfly“ besonders trägt, ist das Songwriting. Die Tracks wirken durchdacht, aber nie verkopft. Sie entwickeln sich organisch, nehmen kleine Wendungen, ohne dabei ihre Eingängigkeit zu verlieren.

„Changeling“ eröffnet die EP mit einer gewissen Mystik, während „Worry Angel“ eher auf emotionale Nähe setzt. „Witching Hour“ bringt dann wieder etwas mehr Dunkelheit ins Spiel, bevor Songs wie „Country Sour“ und „Tilt-a-Whirl“ fast schon cineastische Bilder erzeugen – irgendwo zwischen Jahrmarkt, Kleinstadt und Traumwelt.

Dabei bleibt alles angenehm genretypisch. Witch Post erfinden das Rad nicht neu, aber sie drehen es mit genug Gefühl und Eigenständigkeit, dass es frisch wirkt.

Zwischen Realität und Mythos – eine eigene Welt
Inhaltlich bewegen sich Witch Post erneut in diesem spannenden Zwischenraum aus Realität und Folklore. Ihre Songs wirken oft wie kleine Geschichten, die irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit stattfinden.

Engel, Tiere, ländliche Szenarien, flüchtige Begegnungen – all das zieht sich wie ein roter Faden durch die EP. Es entsteht eine Welt, die schwer greifbar ist, aber genau deshalb so faszinierend wirkt.

Man hat fast das Gefühl, dass diese Musik an keinen festen Ort gebunden ist. Sie schwebt – und genau das macht ihren Reiz aus.

Emotion statt Innovation – und das funktioniert
„Butterfly“ ist kein Album, das durch große Experimente auffällt. Stattdessen setzt es auf bekannte Elemente des Genres und verfeinert diese. Das kann man als wenig innovativ auslegen – oder eben als bewusst gewählten Stil.

Denn was hier wirklich zählt, ist die emotionale Wirkung. Und die ist durchweg gelungen. Die EP fühlt sich ehrlich an, nahbar und irgendwie auch zeitlos.

Ein leiser, aber nachhaltiger Eindruck
Mit sieben Tracks ist „Butterfly“ kompakt, aber genau richtig dosiert. Kein Song wirkt fehl am Platz, keiner zieht sich unnötig in die Länge. Stattdessen bleibt am Ende ein stimmiger Gesamteindruck – wie ein kurzer, intensiver Roadtrip durch verschiedene Stimmungen und Bilder.

  1. Changeling
  2. Worry Angel
  3. Witching Hour
  4. Twin Fawn
  5. Country Sour
  6. Tilt-a-Whirl
  7. Something to Give


Witch Post liefern mit „Butterfly“ eine rundum gelungene EP ab, die vor allem durch ihr gefühlvolles Songwriting und ihre dichte Atmosphäre überzeugt. Sie bleiben ihrem Stil treu, erweitern ihn aber behutsam um neue Facetten. Innovation steht hier nicht im Vordergrund – dafür aber Emotion, Authentizität und ein Gespür für starke Songs. Ein genretypisches Werk, das genau weiß, was es sein will – und das ziemlich gut macht.

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