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Ritual of Raven Review

Magische Farming-Simulation mit cleverem Automatisierungs-Twist


12.05.2026  Redaktion  0 Likes  0 Kommentare 
Ritual of Raven Review Bild Ritual of Raven Review Screenshot Ritual of Raven Review Foto

Was passiert, wenn du ein klassisches Farming-Spiel nimmst und dir die eigentliche Arbeit komplett wegnimmst? Genau diese Frage stellt Ritual of Raven – und liefert darauf eine überraschend kreative Antwort. Statt selbst zu pflanzen, zu gießen und zu ernten, programmierst du deine eigene kleine magische Farm. Klingt ungewöhnlich? Ist es auch. Und genau das macht den Reiz dieses Spiels aus.

Hexerei, Humor und eine Welt voller Charme
Ritual of Raven beginnt mit einem klassischen Fantasy-Setup: Du landest durch ein Portal in einer fremden Welt und wirst kurzerhand zur Hexe ausgebildet. Doch statt epischer Schlachten erwartet dich eine eher ruhige, storygetriebene Reise durch eine bunte, charmante Welt.

Die Figuren, denen du begegnest, sind eigenwillig, sympathisch und oft überraschend tiefgründig. Kleine Geschichten über Beziehungen, Ängste und Zusammenhalt geben dem Spiel mehr Gewicht, als man zunächst erwartet.

Dabei bleibt der Ton stets leicht und zugänglich. Es ist kein Spiel, das dich emotional überfordert – sondern eines, das dich mit seiner warmen Atmosphäre immer wieder zurückholt.

Gameplay: Farming trifft auf „Programmieren“
Das Herzstück von Ritual of Raven ist sein ungewöhnliches Gameplay. Du baust deine Farm nicht selbst auf – stattdessen nutzt du Karten, um sogenannte Konstrukte zu steuern. Diese übernehmen Aufgaben wie Pflanzen, Gießen oder Ernten automatisch.

Dabei entsteht fast ein kleines „Programmiersystem“. Du verknüpfst Aktionen, nutzt Schleifen und Bedingungen und optimierst deine Abläufe. Sobald alles funktioniert, fühlt sich das unglaublich befriedigend an.

Gleichzeitig ist genau das auch die größte Hürde. Die Bedienung ist nicht immer intuitiv, und Fehler lassen sich oft nur schwer korrigieren. Einmal gestartet, läuft ein Ablauf komplett durch – auch wenn du merkst, dass etwas nicht stimmt.

Ergänzt wird das Ganze durch Rätsel, die ebenfalls auf diesem System basieren. Diese sind oft kreativ und fordern dich auf eine angenehme Art heraus, ohne frustrierend zu werden.

Grafik: Farbenfroh, verspielt und voller Persönlichkeit
Optisch überzeugt Ritual of Raven mit einem stilvollen, bunten Look. Die Welt ist in mehrere Gebiete unterteilt, die jeweils ihren eigenen Charakter haben – von leuchtenden Kristalllandschaften bis hin zu geheimnisvollen Sümpfen.

Die Figuren sind bewusst etwas überzeichnet und wirken dadurch charmant und eigenständig. Alles fühlt sich ein wenig verspielt an, fast wie ein interaktives Märchen.

Auch wenn die Kamera etwas weit herauszoomt und die Figuren dadurch klein wirken, passt das Gesamtbild hervorragend zum Spielgefühl.

Steuerung: Gute Idee, aber nicht immer sauber umgesetzt
Die Steuerung funktioniert grundsätzlich solide, stößt aber schnell an ihre Grenzen, wenn es komplexer wird. Gerade beim Erstellen von Enchantments kann es passieren, dass du versehentlich falsche Abläufe erstellst oder den Überblick verlierst.

Ein großes Problem ist, dass es keine echte Möglichkeit gibt, Fehler innerhalb eines laufenden Systems zu korrigieren. Das führt dazu, dass du öfter neu ansetzen musst, als dir lieb ist.

Trotzdem gewöhnt man sich mit der Zeit daran. Wer bereit ist, sich einzuarbeiten, wird mit einem interessanten und einzigartigen System belohnt.

Sound & Musik: Entspannt, verspielt und passend zur Welt
Der Sound von Ritual of Raven unterstreicht die entspannte Atmosphäre perfekt. Die Musik ist ruhig und angenehm, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Besonders charmant sind die Soundeffekte der Figuren, die teilweise wie echte Tiergeräusche wirken und dem Spiel eine humorvolle Note geben. Insgesamt entsteht ein stimmiges Klangbild, das gut zur Welt passt.

Technisch gibt es kleinere Schwächen, etwa gelegentliche Performance-Probleme in belebteren Bereichen, die das Erlebnis aber nicht ernsthaft stören.

Ritual of Raven ist ein Spiel, das sich traut, anders zu sein. Die Idee, Farming komplett zu automatisieren und in ein kartengesteuertes System zu verwandeln, ist frisch und spannend. Wenn du dich darauf einlässt, kannst du hier viele Stunden verbringen und deine eigene kleine magische Produktionskette optimieren. Doch genau diese Innovation ist auch die größte Schwäche. Das System wirkt nicht immer ausgereift und hätte mehr Komfortfunktionen verdient. Gerade Einsteiger könnten sich schnell überfordert fühlen oder an der fehlenden Flexibilität stören. Dazu kommt, dass die Automatisierung letztlich weniger wichtig ist, als man vielleicht erwartet. Du kannst das Spiel auch relativ entspannt spielen, ohne tief in die Mechanik einzutauchen – was das Potenzial etwas verschenkt. Unterm Strich bleibt ein charmantes, ungewöhnliches Cozy-Game mit kreativen Ansätzen, das vor allem durch seine Atmosphäre, seine Figuren und seine Ideen überzeugt. Kein perfektes Spiel – aber eines, das definitiv im Gedächtnis bleibt.

Punktewertung

Gameplay
75
Grafik
80
Sound
71
Steuerung
65

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