Ein gefiederter Schatten im eigenen Heim
Die Geschichte basiert auf dem Roman „Trauer ist das Ding mit Federn“ von Max Porter, der von der „Sunday Times“ zu einem der hundert wichtigsten Bücher des 21. Jahrhunderts gekürt wurde. Die Handlung setzt an einem dramatischen Wendepunkt an: Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau steht ein junger Vater vor den Trümmern seiner Existenz. Er ist von einem Tag auf den anderen auf sich allein gestellt und muss nicht nur den eigenen Schmerz verarbeiten, sondern auch für seine beiden kleinen Söhne da sein. Während er krampfhaft versucht, Halt zu finden und den Alltag für seine Kinder zu strukturieren, schleicht sich eine unheimliche Präsenz in die gemeinsame Wohnung.Eine übergroße, menschenähnliche Krähe tritt aus den Schatten hervor und weicht fortan nicht mehr von der Seite des Vaters. Dylan Southern verknüpft in seiner Inszenierung Elemente des Psychothrillers mit pechschwarzem Humor und einer stark expressionistischen Bildsprache. Das unheimliche Fabelwesen fungiert als physische Gestalt der Trauer, die sich breitmacht und greifbar wird. Je tiefer der Vater in seiner Verzweiflung versinkt, desto schwerer lässt sich die Kreatur von seiner eigenen aufgewühlten Psyche trennen. Es entsteht ein permanentes Schweben zwischen Realität und Einbildung. Schließlich stellt sich die Frage, wovor der Vater seine Kinder eigentlich schützen muss und ob die größte Bedrohung womöglich aus seinem eigenen Inneren erwächst.
Benedict Cumberbatch in einer intensiven Rolle
Benedict Cumberbatch, unter anderem bekannt durch seine Darstellungen in „Sherlock“ oder großen Hollywood-Produktionen, übernimmt hier eine extrem fordernde Charakterrolle. Die Inszenierung verlangt ihm eine kompromisslose Darstellung eines Mannes ab, der sich im Prozess der schleichenden Selbstauflösung befindet. Die Trauer wird im Film nicht als stilles Gefühl behandelt, sondern als unberechenbare Macht inszeniert.
Benedict Cumberbatch spielt die Rolle seines Lebens.


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