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Body Number One Review

Ein Killer im Schatten. Sein Spiel ist dein Albtraum.


13.02.2026  Jacqueline  0 Likes  0 Kommentare 
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Mit Body Number One taucht Helen Fields erneut tief in die Abgründe der menschlichen Psyche ein und verlegt ihren neuen Thriller in ein winterliches Edinburgh, das hier nicht romantisch, sondern bedrohlich wirkt. Innerhalb weniger Tage sterben mehrere Menschen – brutal, ungewöhnlich, scheinbar völlig zusammenhanglos. Ein junger Mann im Park. Ein Obdachloser im Industriegebiet. Eine Mutter auf offener Straße. Kein Opferprofil, keine erkennbare Verbindung, keine Spur, an der die Ermittler sich festhalten können.

Für Detective Sergeant Sam Lively ist klar: Dieser Fall erfordert Unterstützung – und zwar jene Frau, deren Name seit The Institution für intuitive Profilerarbeit steht. Dr. Connie Woolwine stößt zum Team und bringt eine Mischung aus analytischer Schärfe, emotionaler Direktheit und exzentrischen Eigenheiten mit, die man lieben oder hassen kann. Der Fall entwickelt sich schnell zu einem psychologischen Minenfeld, in dem jede falsche Fährte geschickt ausgelegt ist.

Ein Beobachter im Dunkeln – und die Angst, die langsam wächst
Fields arbeitet erneut mit wechselnden Perspektiven, was dem Thriller eine bedrückende Nähe verleiht. Besonders eindringlich wirkt die Beobachterfigur, deren innerer Monolog schwer auszuhalten ist. Die Kapitel sind kurz, hart geschnitten, atmosphärisch – und sie geben dem Leser das Gefühl, nie weit genug von der Gefahr entfernt zu sein.

Parallel dazu öffnet die Autorin einen zweiten Erzählstrang rund um Beth Waterfall, eine erfahrene Unfallchirurgin, die seit einem traumatischen Stalking-Fall aus der Vergangenheit kaum zur Ruhe kommt. Als sie eines Morgens einen toten Vogel vor ihrer Haustür findet, spürt sie sofort, dass ihr Leben erneut aus der Balance gerät. Diese private Bedrohung verwebt sich zunehmend mit der Mordserie und bringt zusätzliche emotionale Spannung in den Roman.

Starke Ermittlungsarbeit – doch nicht jede Figur überzeugt
Der Fall selbst ist hervorragend konstruiert: logisch aufgebaut, psychologisch interessant, mit vielen kleinen Puzzleteilen, die erst spät ein Gesamtbild ergeben. Edinburgh wird dabei nicht nur als Kulisse genutzt, sondern als nervöses Geflecht aus dunklen Straßen, Krankenhäusern und einsamen Orten, die Fields‘ Thriller-Stil perfekt tragen.

Doch wo die Story glänzt, wirken einzelne Figuren weniger stimmig. Sam Lively ist ein glaubwürdig gezeichneter Ermittler mit Ecken, aus dessen innerem Konflikt viel Authentizität entsteht. Connie Woolwine hingegen polarisiert stärker denn je. Einige ihrer Auftritte wirken bewusst schrill, manchmal fast überzeichnet – was die Spannung zwar steigert, aber nicht bei allen Lesern funktionieren dürfte. Ihr Dialogstil ist kantig, oft schroff, manchmal fast unnahbar. Wer sie aus früheren Romanen als faszinierende Einzelgängerin mochte, erlebt hier eine Version, die emotional schwerer greifbar ist.

Ein Thriller, der spät explodiert – aber dann umso stärker
Das erste Drittel braucht etwas, um in Fahrt zu kommen. Dann aber rücken die Spuren enger zusammen, die Atmosphäre verdichtet sich, und Fields führt ihre Leser souverän an einen Wendepunkt, der überraschend und bitter zugleich ist. Das Ende ist schlüssig und mutig, wenn auch nicht für jeden befriedigend. Gerade das macht den Roman aber interessant: Er lässt Raum zum Nachdenken und vermeidet die zu glatte Auflösung.

Body Number One ist ein düsterer, intensiv erzählter Thriller, der durch starke psychologische Momente, clevere Perspektivwechsel und ein hartes Setting überzeugt. Die Mordserie ist brillant konstruiert, das Ermittlungsteam glaubwürdig überfordert – und das Ende sitzt. Gleichzeitig polarisiert die Darstellung von Connie Woolwine und nimmt dem Roman an manchen Stellen etwas Sympathiepunktzahl. Dennoch bleibt ein spannendes, atmosphärisch dichtes Buch, das Fans von Helen Fields zweifellos fesseln wird.

Punktewertung

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