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Antro Review

Dystopie, Beats und 2.5D-Flow


06.01.2026  Danilo  0 Likes  0 Kommentare 
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Das 2.5D-Abenteuer Antro wirft dich in eine dystopische Zukunft, in der die Menschheit tief unter der Erde lebt, streng überwacht und nach Schichten sortiert. Je tiefer du wohnst, desto aussichtsloser wirkt das eigene Leben. Als namenloser Kurier kämpfst du dich musikalisch unterstützt durch die vertikale Gesellschaftspyramide nach oben, während Roboterpatrouillen und ein totalitäres Regime dir dicht im Nacken sitzen.

Was Antro sofort von anderen Sidescrollern trennt, ist sein konsequenter Rhythmusfokus. Viele Level reagieren direkt auf den Takt der Musik: Sprünge, Slides, Attacken – alles wirkt synchronisiert und dadurch intuitiv flüssig. Selbst wenn du kein Spanisch verstehst, transportieren die Rap-Vocals Energie, Rebellion und Atmosphäre. Musik IST das Spiel – und genau darin liegt seine größte Stärke.

Inside-Vibes mit urbaner Haltung
Spielerisch lehnt sich Antro an Titel wie Inside an: kurze, klare Level, eher symbolisches Storytelling, viel Stimmung, wenig Dialog. Die Kamerafahrten, Farbpaletten und Silhouettenoptik wirken bewusst reduziert und ziehen dich nicht mit Wucht, sondern mit Stil in die Welt hinein. Die Fluchtsequenzen gehören dabei zu den Highlights: Wenn der Bass knallt und du im Beat vor Sicherheitsdrohnen wegrennst, entsteht ein Flow, den man so leicht nicht vergisst.

Die narrative Ebene bleibt dagegen absichtlich fragmentarisch. Vieles erschließt sich aus der Umgebung, Schildern, Maschinen oder Zwischensequenzen. Die Geschichte ist weniger Erlebnis, mehr Unterton – man begreift genug, ohne dass alles erklärt wird. Manche Spieler hätten sich hier etwas mehr Substanz gewünscht, für andere macht gerade diese Offenheit den Reiz aus.

Starkes Konzept, kurzer Atem
Die Kehrseite des rhythmisch dichten Gameplays: Antro ist nach 1–2 Stunden vorbei. Wer auf Achievements und Collectibles jagt, kann die Spielzeit strecken, aber grundsätzlich bleibt es ein kompaktes Erlebnis. Für den aufgerufenen Preis wirkt das für manche Spieler knapp, und dieser Kritikpunkt zieht sich durch viele Rezensionen: Das Spiel ist gut, aber schnell vorbei.

Auch der spielmechanische Anspruch bleibt moderat. Die Rhythmuspassagen motivieren, aber die restlichen Jump-and-Run-Elemente sind eher klassisch gehalten. Antro glänzt, wenn Musik und Leveldesign ineinandergreifen – und wirkt zwischendurch etwas zahm, wenn diese Synergie fehlt.

Audiovisuelle Identität als Hauptgewinn
Klanglich ist Antro herausragend. Die Beats sitzen, die Vocals passen, die Integration in das Gameplay wirkt wie aus einem Guss. Die urbane Musik verleiht dem dystopischen Setting etwas Unverwechselbares und sorgt dafür, dass das Spiel trotz seiner Kürze nachhallt.

Visuell ist das Spiel ebenfalls stark, wenn auch stilistisch klar auf Atmosphäre statt Detailfülle ausgelegt. Der Mix aus 2.5D-Perspektive, Lichtakzenten und industrieller Architektur ist stimmig und trägt die ganze Welt ohne große Worte.

Antro ist ein kurzer, stilvoller Rhythmus-Plattformer, der seine Stärken genau kennt: Musik, Atmosphäre und Flow. Die dystopische Unterwelt ist sofort greifbar, die Beats treiben dich vorwärts, und die musikalischen Fluchtsequenzen gehören definitiv zu den Momenten, die hängen bleiben. Gleichzeitig ist das Spiel sehr schnell vorbei und spielerisch nicht überall so einfallsreich wie in seinen besten Augenblicken. Wer ein kleines, audiovisuell starkes Erlebnis sucht, bekommt hier genau das – ein intensiver 2-Stunden-Trip mit urbanem Einschlag. Für Spieler, die mehr Umfang oder erzählerische Tiefe erwarten, könnte Antro jedoch zu leichtfüßig wirken. Unterm Strich ist es ein gutes, aber kein überragendes Spiel – und eines, das deutlich macht, wie viel Kraft in Rhythmus-Gameplay steckt, wenn es richtig umgesetzt wird.

Punktewertung

Gameplay
70
Grafik
57
Sound
85
Steuerung
61

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