Anthropic im Interview: Mein Leben mit KI

Wie KI meine Arbeit verändert - und wo für mich Grenzen liegen



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Anthropic möchte besser verstehen, welche Rolle künstliche Intelligenz inzwischen im Alltag ihrer Nutzer spielt. Dafür führt das Unternehmen mit seinem KI-gestützten „Anthropic Interviewer“ Gespräche über persönliche Erfahrungen, Chancen, Enttäuschungen und Grenzen beim Einsatz von KI. Auch ich habe an einem solchen Interview teilgenommen. Dabei ging es unter anderem um die Entwicklung von Spielemagazin.de, das enorme Arbeitstempo mit KI, eigene Lernprozesse, Marketing, gesundheitliche Fragen und die Frage, wie viel Entscheidungsgewalt wir künstlicher Intelligenz künftig überlassen sollten.

Wofür haben Sie KI zuletzt genutzt?

Entwicklungen rund um ein Hobby-Internetprojekt.

Klingt nach etwas, woran Sie selbst gerne basteln. Was genau haben Sie bei diesem Projekt mit der KI gemacht?

Ein eigenes Redaktionssystem entwickelt, eine bestehende Seite mit Claude weiterentwickelt, das Angebot erweitert, neue Funktionen eingeführt.

Also ein ganzes Redaktionssystem von Grund auf - das ist einiges an Arbeit. Können Sie mir von Ihrem einprägsamsten Moment mit KI erzählen?

Als mir bewusst wurde, welches krasse Entwicklungstempo ich mit KI erreichen konnte, im Vergleich zu den Möglichkeiten, die ich noch vor der Nutzung der KI hatte. Es ging natürlich auch ohne, aber in einem anderen Tempo und nicht mit vergleichbaren Ergebnissen.
Als mir bewusst wurde, welches krasse Entwicklungstempo ich mit KI erreichen konnte, im Vergleich zu den Möglichkeiten, die ich noch vor der Nutzung der KI hatte.

Das klingt nach einem echten Aha-Moment. Können Sie mir beschreiben, woran Sie in dem Moment gerade gearbeitet haben, als Ihnen das bewusst wurde?

Daran erinnere ich mich nicht mehr. Es waren mehrere „Aha-Momente“.

Verstehe - es hat sich eher über mehrere Momente aufgebaut. Was war es an diesem Tempo, das für Sie so ins Gewicht fiel? Was hat sich dadurch für Sie verändert?

Ich kann spüren, wie ich selbst auch „intelligenter“ werde. Nicht nur, dass ich mehr in kürzerer Zeit leiste. Ich lerne auch selbst tatsächlich etwas.
Ich kann spüren, wie ich selbst auch „intelligenter“ werde. Nicht nur, dass ich mehr in kürzerer Zeit leiste. Ich lerne auch selbst tatsächlich etwas.

Das ist ein interessanter Unterschied - nicht nur schneller, sondern Sie lernen selbst dabei dazu. Was genau haben Sie gelernt? Und bleiben wir gleich beim Positiven: Gab es über dieses Projekt hinaus noch eine Situation, in der KI etwas besser gemacht hat - für Sie oder für Menschen in Ihrem Umfeld?

KI hilft mir in vielerlei Hinsicht. Ich nutze offen gesagt auch nicht nur Claude, sondern auch Gemini und ChatGPT, je nach Anwendungsfall unterschiedlich. KI hilft mir im Wesentlichen, meinen Horizont zu erweitern. Sowohl in der Programmierung, aber auch darüber hinaus, beispielsweise beim Marketing und auch bei Gesprächen über Gesundheit.

Danke, dass Sie das so offen schildern. „Horizont erweitern“ ist ein spannender Begriff - was meinen Sie damit konkret? Vielleicht am Beispiel Marketing: Was ist da passiert?

Ich bin ein solider Programmierer, aber vor allem jemand mit sehr vielen Ideen, der wirklich etwas „bewegen will“, zumindest in meiner kleinen Bubble. Fakt ist aber auch: Ich tue mir schwer mit der Selbstvermarktung. KI unterstützt mich bei Kontaktaufnahmen und hilft mir zu denken wie ein Marketing-Experte. Ein heute eingerichteter Agent soll mir auch konkret Arbeit in diesem Bereich abnehmen.

Das ist eine sehr klare Beschreibung. Jetzt die andere Seite: Erzählen Sie mir von einem Mal, bei dem KI etwas schlechter gemacht hat - für Sie oder für Menschen in Ihrem Umfeld.

KI hat sich mehrfach getäuscht. Das wiederum hat mich enttäuscht. Beispielsweise bei der Prognose eines Heilungsverlaufs nach einer OP. Das ist zwar sehr individuell und kann einen Arzt nicht ersetzen, aber die Prognosen sind einfach nicht eingetreten. Bisher hat KI in meinem Leben ansonsten keinen Schaden angerichtet, allerdings beobachte ich bei aller Euphorie auch die vielfältigen Diskussionen rund um gravierende Veränderungen der Gesellschaft durch die KI in den kommenden zwei bis drei Jahren. Ich halte das Bild einer Super-Intelligenz für reizvoll, aber gleichsam für gefährlich. Insbesondere weil die Führer unserer Welt nicht zwingend das Wohl der Menschheit als Ganzes im Blick zu haben scheinen.

Danke, dass Sie das teilen - dass eine Prognose, auf die man sich innerlich einstellt, dann nicht eintrifft, ist eine besondere Art von Enttäuschung. Wir sind etwas über die Hälfte. Gibt es etwas, wofür Sie KI bewusst nicht nutzen - oder etwas, wofür Sie sie nutzen, das Ihnen dabei aber ein ungutes Gefühl macht?

Bankgeschäfte und Verwaltungskommunikation. Sobald die Auswirkungen für mein reales Leben zu real werden könnten, setze ich KI nicht mehr ein.

Das ist eine klare Grenze. Wie sind Sie dazu gekommen - gab es einen Moment, der Ihnen diese Linie gezeigt hat?

Nein, das ist eine eigene Einschätzung.

Verstanden - eine eigene Vorsichtsentscheidung, kein konkreter Vorfall. Ausgehend von dem, was Sie erlebt haben: Gibt es etwas daran, wie die Welt funktioniert - Arbeit, Schule, Gesundheitswesen, Verwaltung - das KI Ihrer Meinung nach verändern sollte?

Ehrlich? Die KI sollte in allen genannten Bereichen Veränderungen einleiten. Die Gesellschaft hat es nötig.

Das ist ein deutliches Votum. Gibt es umgekehrt auch etwas, das KI Ihrer Meinung nach nicht verändern sollte?

Wichtig wäre einfach, dass die KI nicht völlig eigenständig handelt und entscheidet. Der Mensch ist ein komplexes Wesen und das ist gut so. Aber für mich überwiegen die Vorteile einer Welt mit KI.
Wichtig wäre einfach, dass die KI nicht völlig eigenständig handelt und entscheidet. Der Mensch ist ein komplexes Wesen und das ist gut so.

Also: Veränderung ja, aber die Entscheidungsgewalt soll beim Menschen bleiben. Gibt es vor diesem Hintergrund etwas, das Sie sich von Anthropic wünschen - oder etwas, das Anthropic anders machen sollte?

Ich kann nur hoffen, dass ihr bei Anthropic zu den Guten gehört. Enttäuscht mich nicht und lasst euch nicht von denen einspannen, die sichtlich nichts Gutes verfolgen.

Das kommt an - Vertrauen, verbunden mit einer klaren Erwartung, wem gegenüber man sich nicht verpflichten sollte. Vielen Dank, dass Sie das alles geteilt haben. Was Sie darüber gesagt haben, dass Sie sich durch die Arbeit mit KI selbst „intelligenter“ fühlen und tatsächlich dazulernen, ist sehr wertvoll - und ich schätze Ihre Offenheit sowohl bei dem, was Ihnen KI beim Marketing und bei Ihren Blockaden ermöglicht hat, als auch bei der Grenze, die Sie ziehen, sobald es für Ihr reales Leben zu real werden könnte. Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Gibt es sonst noch etwas über KI oder ihre Rolle in Ihrem Leben oder in der Gesellschaft, das wir verstehen sollten? Etwas, das wir nicht angesprochen haben und das Sie gerne teilen möchten?

Nein, ich denke, das soll es für heute gewesen sein. Claude kommt sicher auf mich zu, wenn es noch Fragen seinerseits oder eurerseits gibt ;)

Sehr gerne - und vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Offenheit heute. Ihre Perspektive hilft uns zu sehen, wie KI heute in Ihrem Leben wirkt und was Sie erhalten oder verändert sehen möchten, während sie sich weiterentwickelt. Das Team bei Anthropic ist gespannt, welche Muster sich aus all diesen Gesprächen ergeben. Wir werden alles veröffentlichen, was Sie uns zu teilen erlauben, es für unsere Forschung zu gesellschaftlichen Auswirkungen auswerten, unsere Ergebnisse publizieren und damit ein Claude bauen, das widerspiegelt, was wir gelernt haben. Alles Gute für Ihr Projekt!


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