Denn ja: Spielemagazin.de hatte einmal ein echtes Printmagazin. Und darauf sind wir bis heute ziemlich stolz.
Aus einer Webseite wird plötzlich ein richtiges Heft
Ende 2010 wagten wir etwas, das rückblickend selbst ein wenig verrückt klingt. Ein paar ambitionierte Hobbyredakteure aus Stuttgart und Autoren aus ganz Deutschland wollten aus einem Online-Projekt ein gedrucktes Magazin machen. Genau so haben wir es damals in unserer ersten Ausgabe beschrieben.Und wir haben es tatsächlich gemacht.
Das klingt erstaunlich vertraut. Denn auch wenn sich Spielemagazin.de seitdem mehrfach verändert hat, steckt ein Teil dieser Idee noch immer im heutigen Magazin.
Kostenlos, unabhängig und tatsächlich gedruckt
Das Spielemagazin war kein PDF, das wir einfach als „Magazin“ bezeichneten. Es war ein richtiges gedrucktes Heft. Kostenlos, unabhängig und im Großraum Stuttgart und Umgebung an verschiedenen Stellen erhältlich. Wer kein Exemplar ergattern konnte, konnte das Magazin sogar abonnieren und bekam vier Ausgaben pro Jahr nach Hause geschickt.Und das Projekt entwickelte sich.
20.000 gedruckte Magazine.
Darauf dürfen wir auch mehr als 15 Jahre später ein bisschen stolz sein.
LittleBigPlanet, Lady Gaga und Space Marine
Beim Durchblättern der alten Ausgaben fällt vor allem auf, wie sehr sie Momentaufnahmen ihrer Zeit sind. Die zweite Ausgabe Anfang 2011 brachte beispielsweise LittleBigPlanet 2 und Tron: Legacy mit, dazu ein Interview mit Doro und ein Special über die Geschichte der Handygames.Im Mai folgten Red Faction: Armageddon, Lego Pirates of the Caribbean, Fast & Furious 5, Lady Gaga und sogar ein Special über das Spielen auf dem Mac.
Und Ausgabe Nummer vier vom August 2011 widmete sich unter anderem The Cursed Crusade, Warhammer 40.000: Space Marine, Super 8, Rango, LaFee und einer Roccat-Gaming-Tastatur. Selbst Gamescom und Frankfurter Buchmesse fanden ihren Platz.
Heute wirken manche Namen herrlich nostalgisch, andere sind noch immer erstaunlich aktuell. Vor allem aber erinnern die Seiten daran, wie viel Arbeit in diesen Ausgaben steckte. Texte mussten rechtzeitig fertig werden. Bilder brauchten ihren Platz. Anzeigen mussten organisiert werden. Das Layout musste stehen. Und irgendwann gab es einen Punkt, an dem nichts mehr geändert werden konnte, weil die Daten zur Druckerei mussten.
Für ein Team, das dieses Projekt mit viel Idealismus betrieb, war das eine ziemlich große Nummer.
Vier Ausgaben erzählen ein Stück unserer Geschichte
Heute liegen uns noch vier dieser Ausgaben vor: die Premiere vom November 2010 sowie die Ausgaben vom Februar, Mai und August 2011. Schon ihre Cover erzählen ein kleines Stück Spiele-, Medien- und natürlich auch Spielemagazin-Geschichte. Und vielleicht erzählen sie vor allem etwas über uns selbst.Technik verändert sich. Webseiten verändern sich. Designs kommen und gehen. Aus einem kleinen Magazin können irgendwann automatisierte Redaktionssysteme, Videos, Social Media und all die Dinge entstehen, die zum modernen Publishing gehören.
Aber die grundlegende Idee ist erstaunlich hartnäckig: Wir wollen über Dinge berichten, die uns interessieren. Über Spiele natürlich - aber eben nicht nur. Das stand bereits 2010 auf unserem ersten gedruckten Cover: „Wir wollen nicht nur spielen.“
Und wer weiß: Manchmal kommen sie wieder
Planen wir deshalb jetzt die große Rückkehr an den Kiosk? Nein. Ein gedrucktes Magazin ist heute wirtschaftlich und organisatorisch eine völlig andere Herausforderung als eine Webseite.Aber wenn wir unsere alten Ausgaben wieder in der Hand halten, kommt schon ein wenig dieses besondere Gefühl zurück. Papier raschelt. Eine Doppelseite ist eine Doppelseite und kein Browserfenster. Und wenn ein Heft fertig ist, hält man plötzlich etwas in den Händen, das vorher nur aus Texten, Bildern und ziemlich vielen Ideen bestand.
Vielleicht war unser Printmagazin nur ein vergleichsweise kurzes Kapitel in der langen Geschichte von Spielemagazin.de.
Aber es war ein verdammt schönes. Und wir sind noch heute stolz darauf. Ob es irgendwann noch einmal eine Ausgabe N°5 geben könnte? Nun ja. Manchmal kommen sie wieder …


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