Vom Game Boy ins U-Boot: Ein Veteran der Spielemusik
Blickt man auf die Geschichte der europäischen Videospielmusik, kommt man an Alberto J. González kaum vorbei. Seit den späten 1980er-Jahren prägt er die Szene und wirkte im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten an über 100 Spielen mit. Als Mitbegründer von Bit Managers und Abylight Studios prägte sein prägnanter 8-Bit- und 16-Bit-Sound ganze Generationen von Spielenden. Klassiker wie North & South, Die Schlumpfe, Tim in Tibet oder Asterix verdanken ihm ihren musikalischen Charakter.Besondere Bekanntheit erlangte der Spanier durch seine beeindruckende Arbeit für den ursprünglichen Nintendo Game Boy. Auf dem Handheld reizte er den Soundchip bis an die absoluten Grenzen aus – nach Schätzungen stammt bei rund zwei Prozent aller weltweit veröffentlichten Game-Boy-Titel die Musik aus seiner Feder. In den letzten Jahren zeichnete González als Executive Music Producer unter anderem für die Soundtracks der Strategiespiele One Military Camp und Citadelum verantwortlich. Mit S.O.N.A.R. rückt er nun wieder direkt an die Front der Komposition.
Drei Abschnitte um ein Sonar-Ping
Für die Vertonung von S.O.N.A.R. stand González vor der Aufgabe, die beklemmende und zugleich dynamische Atmosphäre von U-Boot-Einsätzen einzufangen. Dabei orientierte er sich eng an den Vorgaben der Entwicklungsleitung, wollte jedoch auf seine typischen eingängigen Melodien nicht verzichten.Um das Hauptthema für S.O.N.A.R. zu komponieren, bin ich von klaren Vorgaben des Creative Directors ausgegangen: Die Musik musste ein gewisses Element der Spannung vermitteln, was der Natur des Spiels entspricht. Allerdings fällt es mir immer schwer, der Versuchung zu widerstehen, eine eingängige Melodie zu erschaffen. Ausgehend von einer ersten Idee habe ich mir das komplette Stück als eine Reise durch drei verschiedene Abschnitte vorgestellt, die um das Signal eines Sonar-Pings kreisen. Der erste Teil ist eine spannungsgeladene Einleitung, die Vorfreude auf den Missionsbeginn aufbauen soll. Der zweite Teil weicht einem melodischeren, zweigeteilten heroischen Abschnitt, der die Schiffsbesatzung darstellen und ihren Teamgeist vermitteln soll. Schließlich schildert der dritte Abschnitt die Konfrontation und deren Ausgang, was die Musik zu einem Höhepunkt von höherer Intensität treibt.
Abylight Barcelona und das Release-Fenster
S.O.N.A.R. – mit dem vollen Titel Submarine Operators Not Actually Ready – soll im Jahr 2026 für PC via Steam erscheinen. Weitere Plattformen befinden sich derzeit noch in Prüfung. Entwickelt wird der Titel von Abylight Barcelona, einem Studio, das Veteranen aus der 8-Bit-Ära mit jungen Nachwuchstalenten vereint.Abylight Studios hat sich in der Vergangenheit durch gefeierte Indie-Produktionen wie Cursed Castilla, Super Hydorah, Exographer oder Anoxia Station einen Namen gemacht. Zudem zeichnete der Publisher für die Konsolen- und Mobilportierungen des prämierten Action-Titels Hyper Light Drifter verantwortlich. Mit S.O.N.A.R. setzen das Studio und Komponist González ihre langjährige Zusammenarbeit fort.


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