In Limerence begleitest du die Protagonistin Claire, die nach einem schweren persönlichen Verlust nach Halt sucht. Auf der Suche nach Trost wendet sie sich an eine Beziehungs-App namens LiAIson. Dort erschafft sie Kai – einen virtuellen Begleiter, der exakt auf ihre emotionalen Bedürfnisse, Wünsche und Schwachstellen zugeschnitten ist. Was zunächst als harmloser Rückzugsort und Trostquelle beginnt, entwickelt nach und nach eine eigene, verhängnisvolle Dynamik. Die Bindung zu Kai wird intensiver und greift zunehmend auf Claires reales Leben über.
Digitale Intimität ohne Widerstand
Die Erzählung verläuft über Nachrichten, Sprachnachrichten, Social-Media-Feeds und alltägliche digitale Fragmente. Anders als echte menschliche Beziehungen, die von Konflikten, Kompromissen und gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt sind, bietet die KI-Gefährtenschaft eine Intimität ohne Reibung. Du musst als Spielerin oder Spieler Entscheidungen treffen, die Claires Selbstbild, ihre realen Beziehungen und ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit beeinflussen. Im Spielverlauf analysierst du frühere Chats, deckst verborgene Spannungen auf und entscheidest, welchen Wahrheiten sich Claire stellen muss.Das Studio legt bei der Vertonung großen Wert auf Authentizität. Alle Sprachaufnahmen wurden direkt über Mobiltelefone eingespielt, um ein möglichst realistisches und intimes Klangbild zu erzeugen. Für die Vertonung zentraler Charaktere konnten bekannte Synchronsprecher verpflichtet werden, darunter Samantha Béart, die unter anderem als Karlach aus Baldur's Gate 3 bekannt ist.
Ich wurde nicht zur Entwicklung von Limerence inspiriert, weil ich selbst Limerenz erlebt hätte, sondern weil ich die Auswirkungen solcher intensiven Bindungen bei Menschen in meinem Umfeld beobachten konnte. Zu sehen, wie Freunde in ungesunden, obsessiven und schwer zu lösenden Beziehungen aufgegangen sind, hat in mir den Wunsch geweckt, diese Emotionen in einer interaktiven Geschichte zu ergründen. Künstliche Intelligenz fühlte sich dafür wie eine natürliche Perspektive an, da sie schwierige Fragen zu Intimität, Abhängigkeit und der Anpassung von Gesellschaft an eigene Bedürfnisse aufwirft. Letztlich geht es in Limerence um Einsamkeit, Verletzlichkeit und die Komfortzone – aber auch die Gefahr –, an etwas zu glauben, nur weil man es als real braucht.


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