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EU stuft ChatGPT als sehr große Online-Suchmaschine ein

Der KI-Bot von OpenAI fällt künftig unter die strengen Vorgaben des DSA.



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Foto: Dieses Bild wurde mit einer KI generiert. Mehr zum Thema Transparenz.

Die Europäische Kommission greift im Tech-Sektor weiter durch und nimmt nun auch generative Künstliche Intelligenz verschärft unter die Lupe. ChatGPT, der weit verbreitete Chatbot des US-amerikanischen Unternehmens OpenAI, wurde offiziell als „sehr große Online-Suchmaschine“ (Very Large Online Search Engine, kurz VLOSE) eingestuft. Damit unterliegt das KI-System ab sofort den strengen Regulierungen und Aufsichtspflichten des europäischen Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA).

Massive Nutzerzahlen überschreiten den Schwellenwert
Ausschlaggebend für die Entscheidung der EU-Behörden ist das rasante Wachstum der Plattform auf dem europäischen Kontinent. Nach Angaben von OpenAI verzeichnete ChatGPT zuletzt durchschnittlich 159,1 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer innerhalb der Europäischen Union. Der maßgebliche Schwellenwert des Digital Services Act liegt bei 45 Millionen aktiven Usern pro Monat. ChatGPT übertrifft diese gesetzliche Grenze somit um mehr als das Dreifache, was die Einstufung als systemisch relevante Plattform nach sich zieht.

Neben dem bekannten KI-Chatbot trafen die Aufsichtsbehörden am selben Tag auch Beschlüsse für andere beliebte Online-Plattformen: Auch das Community-Netzwerk Reddit und die Gaming- und Erstellungsplattform Roblox wurden strengeren europäischen Auflagen unterworfen.

Vier Monate Zeit für umfassende Sicherheitsvorgaben
Durch die Einstufung als VLOSE beginnt für OpenAI eine feste Frist: Das Unternehmen hat ab der offiziellen Benennung genau vier Monate Zeit, um sämtliche strengen Systemvorgaben des DSA vollständig umzusetzen. Dies bedeutet für den Betreiber tiefgreifende technische und organisatorische Anpassungen an der Architektur seines Dienstes.

Zu den zentralen Pflichten gehört die proaktive und wirksame Bekämpfung von illegalen Inhalten. Das KI-System muss künftig deutlich effektiver darauf geschult und überwacht werden, dass weder Falschinformationen noch Hassrede oder rechtswidrige Materialien über die Plattform verbreitet werden. Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen. OpenAI muss striktere Sicherheitsvorkehrungen und Altersbarrieren integrieren, um Minderjährige vor ungeeigneten Inhalten zu schützen.

Darüber hinaus fordert der DSA ein bisher unübliches Maß an Transparenz. OpenAI ist dazu verpflichtet, den europäischen Regulierungsbehörden Einblick in die genaue Funktionsweise seiner Such- und KI-Algorithmen zu gewähren. Sollte OpenAI diesen Vorgaben innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens nicht nachkommen, drohen empfindliche Konsequenzen: Die EU-Kommission kann im Falle von Verstößen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.

Das ändert sich für dich als Endnutzer
Falls du ChatGPT täglich für Recherchen, Programmierarbeiten oder Texte nutzt, musst du vorerst keine plötzlichen Einschränkungen im alltäglichen Chat-Betrieb befürchten. Kurzfristig bleibt die Nutzung wie gewohnt erhalten.

Dennoch dürften Nutzerinnen und Nutzer in Europa in naher Zukunft sichtbare Veränderungen in der Bedienung bemerken. Um den Transparenzvorgaben der Europäischen Union gerecht zu werden, wird OpenAI voraussichtlich die Herkunft von Informationen und genutzten Quellen bei Suchanfragen noch deutlicher ausweisen müssen. Auch die integrierten Filter zur Verhinderung von Missbrauch, Desinformation und potenziell schädlichen Eingaben werden im Zuge der Richtlinien weiter nachgeschärft.

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