PC rein digital, Konsolen bleiben physisch treu
Im vergangenen Jahr kletterte der Anteil der digital erworbenen Spiele für PC und Konsole hierzulande auf 68 Prozent. Damit sprang der Wert im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte nach oben, während physische Datenträger auf einen Marktanteil von 32 Prozent schrumpften. Hinter dieser Entwicklung stecken vor allem veränderte Gewohnheiten und das anhaltende Angebot an rein digitalen Titeln.Besonders deutlich zeigt sich die Bevorzugung von Downloads beim PC: Rund 99 Prozent aller Computer-Spiele werden inzwischen ohne den Umweg über den Handel auf physischen Datenträgern erworben. Ganz anders sieht es im Konsolenbereich aus. Zwar wuchs der Download-Anteil bei PlayStation, Xbox und Nintendo Switch von 40 auf immerhin 44 Prozent, doch die Mehrheit der Konsolenspiele wandert nach wie vor in Form von Blu-rays oder Cartridges in die Regale. 56 Prozent entfallen hier auf den klassischen Datenträger.
Zu diesem Trend tragen laut Branchenangaben verschiedene Faktoren bei. Neben dem wachsenden Angebot an reinen Digitalversionen – den sogenannten „Digital only“-Veröffentlichungen – spielen auch moderne Konsolen ohne optisches Laufwerk eine wichtige Rolle. Zudem befeuern Titel im Early Access wie „Baldur’s Gate 3“ oder „Enshrouded“, die oft zunächst rein digital starten, die Download-Zahlen.
Downloads bei Games steigen weiter an. Im Vergleich zum klassischen Datenträger im Handel ist der Download für viele ein besonders einfacher Weg, Games zu erwerben. Der Trend des exklusiven digitalen Vertriebs – ob von Indie-Spielen, Blockbuster-Titeln oder den immer beliebteren Spielen im Early Access – treibt die Popularität der Downloads weiter an. Gleichzeitig greifen die Spielenden vor allem bei Konsolen-Games zu Datenträgern, da diese etwa als Erweiterung der Spielesammlung im Regal oder durch limitierte Sondereditionen nach wie vor besonders beliebt sind.
Abseits der reinen Vertriebswege musste der deutsche Games-Markt 2024 eine wirtschaftliche Pause einlegen. Nach Jahren des starken Wachstums sank der Gesamtumsatz durch Games, Hardware und Online-Services um 6 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Während Segmente wie der Spielekauf (-17 Prozent) und Hardware (-10 Prozent) Verluste verzeichneten, legten Online-Gaming-Services mit einem Plus von 12 Prozent auf 965 Millionen Euro spürbar zu. Die zugrundeliegenden Daten entstammen Erhebungen etablierter Marktforschungsinstitute wie YouGov Shopper, Nielsen IQ und data.ai.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!