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Plötzlich wird der Bildschirm schwarz, das Licht geht aus und aus der Küche ist kein vertrautes Summen mehr zu hören. Ein Stromausfall wirkt im ersten Moment häufig dramatischer, als er tatsächlich ist. Die meisten Störungen werden innerhalb weniger Stunden behoben. Trotzdem hilft es, ruhig und vorbereitet zu handeln. Mit einigen einfachen Maßnahmen schützt Du Dich, Deine Lebensmittel und empfindliche Geräte, ohne gleich vom schlimmsten Szenario auszugehen.
Stromausfall erkennen: Prüfe zuerst Deine eigene Wohnung Wenn das Licht ausgeht, solltest Du zunächst feststellen, wie groß die Störung ist. Schau aus dem Fenster oder prüfe, ob Treppenhaus, Straßenbeleuchtung und benachbarte Gebäude ebenfalls dunkel sind. Sind nur einzelne Räume oder ausschließlich Deine Wohnung betroffen, kann eine ausgelöste Sicherung oder ein Fehlerstrom-Schutzschalter die Ursache sein.
Kontrolliere den Sicherungskasten, sofern Du ihn gefahrlos erreichen kannst. Ist eine Sicherung herausgesprungen, schalte zunächst die zuletzt verwendeten Geräte aus oder trenne sie vom Stromnetz. Anschließend kannst Du versuchen, die Sicherung einmal wieder einzuschalten. Löst sie sofort erneut aus, solltest Du nicht weiter experimentieren. Ein defektes Gerät oder ein Fehler in der elektrischen Anlage muss von einer Fachkraft geprüft werden.
Sind auch Nachbarhäuser und Straßenlaternen betroffen, liegt vermutlich eine größere Netzstörung vor. Viele Netzbetreiber bieten Störungskarten oder telefonische Ansagen an. Diese Informationswege funktionieren allerdings nur so lange, wie Mobilfunk, Internet und die Akkus Deiner Geräte verfügbar sind.
Kein Grund für Blackout-Panik in Deutschland Nicht jeder Stromausfall ist ein Blackout. Ein gewöhnlicher Ausfall betrifft meistens ein begrenztes Gebiet und lässt sich auf technische Defekte, beschädigte Leitungen, Bauarbeiten oder Unwetter zurückführen. Solche Störungen können ärgerlich sein, werden in der Regel aber innerhalb weniger Stunden beseitigt.
Von einem Blackout wird gesprochen, wenn die Stromversorgung großflächig, unkontrolliert und unerwartet zusammenbricht. Davon zu unterscheiden ist ein Brownout. Dabei schalten Netzbetreiber einzelne Bereiche vorübergehend und kontrolliert ab, um das Gesamtsystem zu stabilisieren.
Die Bundesnetzagentur bewertet einen umfassenden Blackout als äußerst unwahrscheinlich. Auch ein Brownout gilt nach ihrer Einschätzung als sehr unwahrscheinlich. Die europäischen Stromnetze verfügen über mehrere Sicherungsebenen und werden laufend überwacht. Eine sinnvolle Vorsorge bleibt trotzdem nützlich, denn auch ein lokaler Ausfall kann durch Sturm, Hochwasser oder einen größeren technischen Schaden länger dauern.
Diese Schritte bringen sofort Ruhe in den Stromausfall Sorge zuerst für eine sichere Lichtquelle. LED-Taschenlampen und Campinglampen sind Kerzen vorzuziehen, weil sie weder offene Flammen noch heiße Wachsrückstände verursachen. Lege eine Taschenlampe möglichst an einem festen, leicht erreichbaren Platz ab. Wenn sie jahrelang irgendwo in einer Schublade liegt, sind die Batterien im entscheidenden Moment, nun ja, erstaunlich oft leer.
Trenne empfindliche Geräte wie Computer, Fernseher und Spielkonsolen vom Stromnetz. Dadurch verringerst Du das Risiko von Schäden, falls es beim Wiedereinschalten zu Spannungsschwankungen kommt. Eine Lampe kannst Du eingeschaltet lassen. So bemerkst Du, wenn die Versorgung zurückkehrt.
Benutze Aufzüge während einer Störung nicht. Bei einem flackernden oder mehrfach kurz zurückkehrenden Stromnetz besteht die Gefahr, dass die Anlage erneut stehen bleibt. In dunklen Treppenhäusern solltest Du Dich langsam bewegen und auf Gegenstände oder Stufen achten.
Smartphone-Akku sparen und trotzdem erreichbar bleiben Dein Smartphone ist bei einem Stromausfall gleichzeitig Informationsquelle, Taschenlampe und Verbindung zu anderen Menschen. Genau deshalb solltest Du seinen Akku nicht unnötig verbrauchen. Reduziere die Bildschirmhelligkeit, aktiviere den Energiesparmodus und beende Anwendungen, die Du gerade nicht benötigst.
Verwende die Taschenlampenfunktion nur, wenn keine separate Lampe verfügbar ist. Videos, Spiele und ständiges Aktualisieren von Nachrichtenseiten können warten. Eine geladene Powerbank verlängert die Nutzungsdauer deutlich. Allerdings sollte auch sie regelmäßig kontrolliert und nachgeladen werden.
Mobilfunkstationen verfügen teilweise über eine zeitlich begrenzte Notstromversorgung. Bei einem längeren oder großflächigen Ausfall können die Netze trotzdem schwächer werden oder ganz ausfallen. Vermeide deshalb unnötige Telefonate. Kurze Textnachrichten benötigen meist weniger Netzkapazität und Energie.
Radio und Warnmeldungen ersetzen das ausgefallene Internet Wenn Internet und Mobilfunk nicht mehr funktionieren, bleibt ein batteriebetriebenes Radio, Kurbelradio oder Autoradio eine wichtige Informationsquelle. Darüber können Behörden und lokale Sender Hinweise zur Dauer der Störung, zu Notfalltreffpunkten oder zur Versorgungslage verbreiten.
Warn-Apps wie Nina sind eine sinnvolle Ergänzung, solange Smartphone und Datennetz funktionieren. Sie ersetzen das Radio bei einem längeren Stromausfall jedoch nicht vollständig. Notiere wichtige Telefonnummern zusätzlich auf Papier. Eine digitale Kontaktliste hilft wenig, wenn der Akku leer oder das Gerät beschädigt ist.
Informiere Dich vorsorglich bei Deiner Stadt oder Gemeinde über lokale Notfalltreffpunkte. Manche Kommunen richten bei längeren Ausfällen zentrale Anlaufstellen ein. Dort können Informationen weitergegeben und unter Umständen Notrufe abgesetzt werden, wenn die üblichen Kommunikationsnetze ausfallen.
Notruf 112 nur bei einem wirklichen Notfall wählen Ein Stromausfall allein ist kein Grund, die 112 anzurufen. Die Nummer ist für Brände, schwere Verletzungen und andere akute oder potenziell lebensbedrohliche Situationen vorgesehen. Überlastete Leitstellen können Menschen gefährden, die tatsächlich sofortige Hilfe benötigen.
Festnetztelefone und Internetanschlüsse fallen ohne Strom häufig aus. Ein Notruf über das Mobiltelefon kann je nach Versorgung noch eine gewisse Zeit möglich sein. Funktionieren 110 und 112 nicht mehr, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, bei einem Notfall nach Möglichkeit eine Polizeiwache, ein Krankenhaus oder eine kommunale Anlaufstelle aufzusuchen.
Besondere Vorbereitung benötigen Menschen, die auf elektrische medizinische Geräte angewiesen sind. Kläre mit dem Hersteller, dem medizinischen Versorger und behandelnden Fachleuten, welche Akkulaufzeit das Gerät besitzt und welche Ersatzversorgung vorgesehen ist. Diese Planung sollte nicht erst beginnen, wenn der Strom bereits ausgefallen ist.
Kühlschrank geschlossen halten und Lebensmittel schützen Öffne Kühlschrank und Gefrierschrank so selten wie möglich. Jedes Öffnen lässt warme Raumluft eindringen und verkürzt die Zeit, in der Lebensmittel ausreichend kalt bleiben. Ein gut gefülltes Gefriergerät hält die Temperatur gewöhnlich länger als ein fast leeres.
Wie lange Lebensmittel sicher bleiben, hängt von der Ausgangstemperatur, der Füllmenge, dem Gerät und der Dauer des Ausfalls ab. Verlasse Dich bei empfindlichen Produkten nicht allein auf Geruch oder Aussehen. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und andere leicht verderbliche Lebensmittel können gesundheitlich problematisch werden, ohne auffällig zu riechen.
Sind tiefgekühlte Produkte nur außen angetaut und im Kern noch gefroren, können manche Lebensmittel nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung weiterverarbeitet werden. Rohe tierische Produkte solltest Du nach dem Auftauen vollständig erhitzen. Aufgetautes Speiseeis gehört dagegen entsorgt.
Nach einem kurzen Ausfall ist es meist nicht nötig, den gesamten Inhalt des Kühlschranks wegzuwerfen. Bei einem längeren Ausfall solltest Du im Zweifel aber vorsichtig entscheiden. Lebensmittel mit unklarer Temperaturgeschichte sind eine vermeidbare Gesundheitsgefahr.
Trinkwasser und haltbare Lebensmittel schaffen Sicherheit Bei einem lokalen Stromausfall funktioniert die Wasserversorgung oft weiter. Pumpen, Druckanlagen und andere Komponenten können bei einer längeren Störung allerdings beeinträchtigt werden. Ein kleiner Trinkwasservorrat nimmt deshalb viel Unsicherheit aus der Situation.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für eine praktische Vorsorge mindestens zwei Liter Wasser pro Person und Tag für drei bis fünf Tage. Haustiere, Babynahrung, Medikamente und ein zusätzlicher Bedarf zum Kochen müssen individuell berücksichtigt werden.
Geeignet sind Lebensmittel, die haltbar sind und ohne Kühlung oder aufwendiges Kochen verzehrt werden können. Du musst dafür keine riesigen Mengen auf einmal kaufen. Sinnvoller ist ein rotierender Vorrat aus Produkten, die Du ohnehin regelmäßig verwendest. So läuft weniger ab, und die Vorsorge bleibt überschaubar.
Ein elektrischer Dosenöffner ist während eines Stromausfalls übrigens wenig hilfreich. Für Konserven gehört deshalb ein einfacher manueller Öffner in den Haushalt. Auch dieser kleine Punkt zeigt recht gut, dass praktische Vorbereitung weniger mit Panik als mit Alltagstauglichkeit zu tun hat.
Campingkocher und Grill gehören nicht in geschlossene Räume Ein Grill darf niemals in einer Wohnung, Garage oder einem anderen geschlossenen Raum betrieben werden. Bei der Verbrennung kann Kohlenmonoxid entstehen. Das Gas ist unsichtbar und geruchlos und kann bereits nach kurzer Zeit lebensgefährlich werden.
Auch benzin- oder dieselbetriebene Notstromaggregate gehören nicht in Wohnräume, Keller oder Garagen. Sie müssen im Freien und mit ausreichendem Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen betrieben werden. Der elektrische Anschluss eines Aggregats an die Hausinstallation ist eine Aufgabe für Fachleute. Eine unsachgemäße Einspeisung kann Bewohner, Einsatzkräfte und Beschäftigte des Netzbetreibers gefährden.
Für Campingkocher gelten die Herstellerangaben. Viele Modelle sind ausschließlich für den Einsatz im Freien vorgesehen. Verwende ein Gerät daher nicht spontan in der Küche, nur weil der elektrische Herd ausgefallen ist.
Bei ausgefallener Heizung zählt ein bewohnbarer Raum Viele Heizungen benötigen Strom für Steuerung, Pumpen oder Zündung. Das gilt auch für Anlagen, die mit Gas oder Heizöl betrieben werden. Im Winter können Räume bei einem längeren Ausfall entsprechend auskühlen.
Schließe Türen und konzentriere Dich auf einen Raum, in dem sich die Haushaltsmitglieder gemeinsam aufhalten. Warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke helfen, die erste Zeit zu überbrücken. Lüfte trotzdem regelmäßig kurz und kräftig, damit die Luftqualität erhalten bleibt.
Versuche nicht, die Wohnung mit einem Backofen, Grill oder improvisierten Feuer zu beheizen. Dadurch entstehen Brand-, Vergiftungs- und Erstickungsgefahren. Verwende nur Heizgeräte, die ausdrücklich für Innenräume zugelassen sind, und beachte deren Sicherheits- und Lüftungsvorgaben.
Bargeld und Nachbarschaftshilfe werden plötzlich wichtig Kartenzahlung, Geldautomaten und elektronische Kassensysteme können bei einem Stromausfall ausfallen. Ein überschaubarer Bargeldbetrag zu Hause ist deshalb sinnvoll. Große Summen sind dafür nicht erforderlich und können wiederum ein eigenes Sicherheitsrisiko darstellen.
Prüfe, ob ältere, pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen in Deiner Nachbarschaft Unterstützung benötigen. Vielleicht fehlt lediglich eine Taschenlampe, eine Information oder Hilfe beim Kontakt mit Angehörigen. Gefährde Dich dabei nicht selbst und beachte behördliche Anweisungen.
An Ampeln und Bahnübergängen ist besondere Vorsicht erforderlich. Ausgefallene Signalanlagen erhöhen das Unfallrisiko. Vermeide unnötige Fahrten und halte Kreuzungen frei. Einsatzfahrzeuge und Reparaturdienste benötigen freie Wege.
Wenn der Strom zurückkehrt, nicht alles gleichzeitig starten Nach der Wiederherstellung der Versorgung solltest Du nicht sofort alle Geräte gleichzeitig einschalten. Beginne mit der Beleuchtung und kontrolliere, ob die Stromversorgung stabil wirkt. Danach kannst Du Kühlschrank, Heizung und weitere wichtige Geräte schrittweise prüfen.
Stelle Uhren, Heizungssteuerungen und andere Geräte neu ein, falls sie ihre Einstellungen verloren haben. Kontrolliere außerdem Kühlschrank und Gefrierfach. Bemerkst Du ungewöhnliche Geräusche, Gerüche oder sichtbare Schäden, trenne das betroffene Gerät vom Netz und lasse es fachgerecht überprüfen.
Bei einem kurzen Ausfall kehrt der Alltag meist schnell zurück. Ein längerer Stromausfall zeigt dagegen, welche kleinen Vorbereitungen wirklich nützlich sind. Eine Taschenlampe, geladenen Akkus, Wasser, ein Radio und ein wenig Ruhe bringen Dich dabei erheblich weiter als dramatische Blackout-Szenarien.
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