Musik

Neue Pain-Single: „I Don’t Give A Fukk“ setzt auf Industrial-Härte

Peter Tägtgren meldet sich mit dreiminütiger Industrial-Hymne zurück.



Neue Pain-Single: „I Don’t Give A Fukk“ setzt auf Industrial-Härte Bild Neue Pain-Single: „I Don’t Give A Fukk“ setzt auf Industrial-Härte Screenshot Neue Pain-Single: „I Don’t Give A Fukk“ setzt auf Industrial-Härte Foto

Falls du auf kompromisslosen Industrial Metal stehst, gibt es frische Neuigkeiten aus Schweden: Das Projekt Pain meldet sich mit der neuen Single „I Don’t Give A Fukk“ zurück. Der Song versteht sich als eine drei Minuten lange, musikalisch wie inhaltlich konfrontative Abrechnung mit den Verwirrungen und gesellschaftlichen Spannungen der Gegenwart. Nach dem im Mai 2024 veröffentlichten neunten Studioalbum „I Am“ setzen Kopf und Gründer Peter Tägtgren sowie sein Sohn Sebastian Tägtgren ihre enge kreative Zusammenarbeit fort.

Zwischen gesellschaftlicher Kritik und musikalischer Schärfe

Mit „I Don’t Give A Fukk“ reduziert Pain das gewohnte Soundrezept auf seine prägnantesten Elemente. Treibende elektronische Impulse, mahlende Gitarren und Peter Tägtgrens markante Vocals führen zu einem eingängigen, kompromisslosen Refrain. Textlich befasst sich der Song mit einer von politischem Theater, Misstrauen, Informationsüberflutung und Manipulation geprägten Dynamik der letzten Dekade. Statt fertige Lösungsansätze zu präsentieren, dient das Stück als klares Ventil gegen die alltägliche Überforderung.

Peter Tägtgren äußert sich persönlich zur Veröffentlichung der neuen Single:
Ich bin wirklich gespannt, wie die Leute reagieren werden, und freue mich sehr über die neue Single. Wie die meisten von euch wissen, versuche ich immer, mich nicht zu wiederholen. Dieses Mal bin ich mir ziemlich sicher, dass sich einige fragen werden: ‚Was zur Hölle ist hier los?‘ Sebastian und ich haben den Song zusammen geschrieben, und textlich werfe ich euch meine Sicht auf die Welt und die vergangenen zehn Jahre direkt ins Gesicht. Haltet euch fest und seid für ein Lächeln bereit.
Peter Tägtgren

Die Entwicklung vom Studioexperiment zur festen Größe

Die Entstehungsgeschichte von Pain reicht fast drei Jahrzehnte zurück. Mitte der 1990er-Jahre war Peter Tägtgren vor allem als Frontmann der Death-Metal-Band Hypocrisy bekannt, suchte jedoch nach einem Ventil für Ideen, die nicht in dieses extreme Schema passten. Synthesizer, programmierte Beats, Tanzbarkeit und melodische Hooks trafen auf schwere Metal-Gitarren. So erschien 1997 das selbstbetitelte Debütalbum, das Tägtgren komplett in Eigenregie einspielte und produzierte.

Über die Jahre entwickelte sich aus dem Solo-Projekt eine feste Liveband. Neben Peter Tägtgren (Gesang, Gitarre) gehören heute sein Sohn Sebastian Tägtgren am Schlagzeug, Bassist Jonathan Olsson sowie Gitarrist Sebastian Svalland zur festen Besetzung. Alben wie „Rebirth“ (1999) und vor allem „Nothing Remains The Same“ (2002) mit der Hitsingle „Shut Your Mouth“ prägten das Genre nachhaltig. Mit „Dancing With The Dead“ (2005) verarbeitete Tägtgren unter anderem ein dramatisches persönliches Erlebnis: Ein zweiminütiger Herzstillstand in einer Bar floss direkt in das Songwriting ein und bescherte der Band Platz 3 der schwedischen Albumcharts.

Kreativer Wandel und familiäre Zusammenarbeit

In den folgenden Jahren bewies Pain immer wieder Wandlungsfähigkeit. Auf „Psalms Of Extinction“ (2007) wirkten Gastmusiker wie Mikkey Dee (Motörhead), Alexi Laiho (Children of Bodom) und Peter Iwers (In Flames) mit, während „Cynic Paradise“ (2008) eine Zusammenarbeit mit der damaligen Nightwish-Sängerin Anette Olzon bot. Nach Alben wie „You Only Live Twice“ (2011) und „Coming Home“ (2016) folgte 2021 der Single-Erfolg „Party In My Head“, der sich zu einem der größten Erfolge der Projektgeschichte entwickelte und sogar die Streaming-Zahlen klassischer Fan-Favoriten übertraf.

Mit dem 2024 erschienenen Album „I Am“ nahm die Rolle von Sohn Sebastian Tägtgren weiter zu. Er schrieb die Musik zu Titeln wie „Revolution“ und „Don’t Wake The Dead“ und agierte als Co-Produzent. Neben seiner Arbeit bei Pain und Hypocrisy ist Peter Tägtgren zudem als Produzent in seinen Abyss Studios (unter anderem für Amon Amarth, Sabaton und Dimmu Borgir) sowie durch seine spätere Zusammenarbeit mit Till Lindemann beim Projekt Lindemann bekannt. Die neue Single „I Don’t Give A Fukk“ knüpft an diese reiche Historie an und unterstreicht die gewohnte Unberechenbarkeit des Projekts.

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