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Der Begriff Metroidvania bezeichnet ein Subgenre der Action-Adventure- und Plattformspiele, das seine wesentlichen Strukturmerkmale aus den klassischen Serien Metroid und Castlevania ableitet. Die Wortschöpfung setzt sich aus den Titeln dieser beiden prägenden Reihen zusammen und beschreibt weniger ein konkretes Setting, sondern vielmehr eine spezifische Art des Level- und Spielweltdesigns sowie der Spielerprogression. Im Kern geht es um eine großräumig vernetzte, nicht-lineare Spielwelt, die der Spieler nach und nach durch das Erlangen neuer Fähigkeiten erkunden und erschließen kann. Dieser Erkundungs- und Rückkehr-Loop bildet das Herzstück eines jeden Metroidvania-Spiels und sorgt für ein charakteristisches Gefühl von fortschreitender Ermächtigung und tiefgehender Verbundenheit mit der Spielumgebung.
Das Genre hat sich seit seinen Ursprüngen in den 1980er und 1990er Jahren stark weiterentwickelt und erfreut sich besonders im Bereich der Independent-Spieleentwicklung großer Beliebtheit. Moderne Vertreter kombinieren die klassische Formel oft mit Elementen aus anderen Genres wie dem Rollenspiel, dem Soulslike oder sogar dem Puzzle-Spiel. Trotz dieser evolutionären Weiterentwicklung bleiben bestimmte grundlegende Säulen des Genres unverändert entscheidend für seine Definition und seinen Reiz. Die anhaltende Popularität zeigt, dass das Konzept der vernetzten Welt und der durch Fähigkeiten getriebenen Progression ein zeitloses und äußerst befriedigendes Spielerlebnis bieten kann.
Charakteristische Spielmechaniken und Struktur
Ein zentrales Merkmal jedes Metroidvania-Spiels ist die nicht-lineare, aber dennoch gated Spielwelt. Die Umgebung ist als ein einziges, großes und miteinander verbundenes Level gestaltet, das in verschiedene Regionen oder Bereiche unterteilt ist. Zu Beginn des Spiels sind viele dieser Bereiche unzugänglich, blockiert durch Hindernisse wie hohe Wände, tiefe Gewässer, robuste Barrieren oder spezielle Gegnertypen. Der Fortschritt erfolgt nicht durch das einfache Abschließen linearer Missionen, sondern durch das Auffinden spezifischer neuer Fähigkeiten oder Gegenstände für die Spielfigur.
Diese Fähigkeiten, oft als "Upgrades" oder "Power-Ups" bezeichnet, dienen einem doppelten Zweck. Sie verbessern die Kampfkraft oder Überlebensfähigkeit der Figur und fungieren gleichzeitig als Schlüssel, um zuvor unerreichbare Teile der Welt zu öffnen. Typische Beispiele sind ein Doppelsprung, der höhere Plattformen erreichbar macht, eine Bombe oder ein Raketensystem, das bestimmte Wände zerstören kann, oder eine Fähigkeit, die das Durchqueren von korrosiven Substanzen ermöglicht. Das Gameplay besteht somit aus einem ständigen Wechselspiel zwischen Erkundung, dem Erwerb einer neuen Fähigkeit und der anschließenden Rückkehr in alte Gebiete, um deren verborgenen Pfade und Geheimnisse zu lüften.
Diese Struktur fördert ein hohes Maß an Erkundung und belohnt neugieriges Verhalten. Karten- oder Kartographiesysteme sind in modernen Metroidvanias oft Standard, helfen bei der Orientierung in der komplexen Welt und markieren häufig unerforschte Abschnitte oder potenzielle Geheimnisse. Die Spielwelt ist dabei meist dicht mit versteckten Räumen, optionalen Upgrades und verborgenen Lore-Elementen gefüllt, was zu einem hohen Wiederspielwert beiträgt. Die Progression fühlt sich organisch und eigenständig an, da der Spieler selbst entscheidet, in welche Richtung er als nächstes vordringt, solange er die notwendigen Fähigkeiten für die dortigen Hindernisse besitzt.
Historische Entwicklung und einflussreiche Vertreter
Die Wurzeln des Genres liegen in den frühen Spielen der Metroid-Reihe von Nintendo, insbesondere in Metroid aus dem Jahr 1986 und dessen bahnbrechendem Nachfolger Super Metroid von 1994. Diese Spiele definierten das Konzept der riesigen, vernetzten Welt und der fähigkeitsbasierten Progression in einer Science-Fiction-Umgebung. Der zweite Namensgeber, die Castlevania-Serie von Konami, adaptierte diese Strukturprinzipien und verband sie mit der Gothic-Horror-Ästhetik und RPG-Elementen wie Erfahrungspunkten, ausrüstbarer Ausrüstung und einem ausgeprägteren Geschichtenerzählen.
Der entscheidende Titel war hier Castlevania: Symphony of the Night von 1997, der die Serie von lineareren Levelstrukturen zu einer einzigen, erkundbaren Burg führte und die heute typische Mischung aus Action-Plattformspiel und Charakter-Entwicklung perfektionierte. Die Kombination aus der Weltstruktur von Metroid und den RPG-Mechaniken von Castlevania bildete die Blaupause für das, was die Community später als "Metroidvania" zu bezeichnen begann. Nach einer gewissen kommerziellen Ruhephase erlebte das Genre mit dem Aufschwung der digitalen Vertriebsplattformen und der Independent-Szene eine enorme Renaissance.
Zu den einflussreichsten modernen Vertretern zählt ohne Zweifel Hollow Knight von Team Cherry. Das Spiel kombiniert die klassische Metroidvania-Struktur mit einer atemberaubenden handgezeichneten Ästhetik, einer herausfordernden Soulslike-Kampfmechanik und einer tiefgründigen, atmosphärischen Welt. Ein weiterer Meilenstein ist Ori and the Blind Forest von Moon Studios, bekannt für seine emotionale Erzählung, flüssige Bewegung und visuelle Pracht. Weitere bedeutende Titel, die das Genre geprägt oder erweitert haben, sind beispielsweise Dead Cells, das Roguelite-Elemente integriert, Blasphemous mit seiner düsteren religiösen Thematik, oder das jüngere Metroid Dread, das die Ursprungsserie zurück zu ihren Wurzeln führte. Das Genre bleibt ein dynamisches und kreatives Feld, das kontinuierlich neue Interpretationen und innovative Ansätze hervorbringt.
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