Im Zentrum der Konferenz, die am 2. Oktober für Branchenprofis und am 3. Oktober für die breitere Öffentlichkeit in der Ariake Convention Hall in Tokio stattfand, stand der Nachfolger der hauseigenen RE Engine. Das neue System trägt den Arbeitstitel REX und soll laut Capcom technisch deutlich zulegen: Vollständiges Path Tracing für realistischere Beleuchtung, eine verbesserte Simulation einzelner Haarsträhnen und eine neue, Mesh-Shading-basierte Grafik-Pipeline sollen künftige Spiele optisch aufwerten.
REX soll Entwicklung und KI enger verzahnen
Programmierer Satoshi Ishida präsentierte auf der Konferenz die Details zum REX-Projekt und erklärte, warum Capcom dabei auch auf Künstliche Intelligenz setzt. Weil REX auf einer gängigeren Programmiersprache aufbaut als die bisherige RE Engine, soll der Code für KI-Systeme leichter verständlich werden. Das soll es laut Capcom langfristig ermöglichen, dass KI eigenständig Programmteile erstellt und automatisierte Testläufe durchführt, um Fehler in Spielen aufzuspüren.Capcom will zudem Teile der eigenen Technologie öffentlich zugänglich machen, um damit das Training von KI-Systemen zu unterstützen. Das Unternehmen formuliert sein Ziel dabei sehr direkt: Capcom wolle eine Zukunft schaffen, in der Spiele gemeinsam mit Künstlicher Intelligenz entwickelt werden.
Nicht für Kunst, sondern für Effizienz
Dass der Einsatz von KI bei vielen Spielern und Entwicklern kritisch beäugt wird, ist Capcom offenbar bewusst. Shinichi Inoue, bei Capcom als Vice President für die Entwicklungsplattform und KI-Lösungen zuständig, stellte klar, wie das Unternehmen den Einsatz versteht. Er betonte, Capcom sehe KI nicht als Werkzeug, um Kunst zu erschaffen, sondern um das Potenzial der eigenen Entwickler freizusetzen.Die REX-Initiative ist Teil eines größeren Programms, mit dem Capcom gegen die immer längeren und teureren Entwicklungszeiten moderner Triple-A-Produktionen vorgehen will. Neben der Grafik-Pipeline sollen auch Werkzeuge, Entwicklungseffizienz und Qualitätssicherung spürbar verbessert werden.
Erste Beispiele mit bekannten Marken
Um die neuen Fähigkeiten greifbar zu machen, zeigte Capcom auf der Konferenz technische Beispiele anhand laufender Projekte. Dazu gehörten Monster Hunter Wilds, Street Fighter 6, das Sci-Fi-Actionspiel Pragmata und das kommende Onimusha: Way of the Sword. Wann die ersten Spiele tatsächlich vollständig auf REX umgestellt werden, hat Capcom bislang nicht bekanntgegeben.Die Konferenz macht nach Tokio im Oktober auch in Osaka Station: Dort öffnet die Veranstaltung am 17. und 18. Oktober ihre Türen für Interessierte. Für dich als Spieler dürfte vor allem spannend sein, wie schnell sich die angekündigten technischen Fortschritte tatsächlich in besseren Bildraten, realistischerer Beleuchtung und stabileren Spielen niederschlagen.


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