Die Entwicklung einer kompromisslosen Underground-Größe
Temple Nightside wurde im Jahr 2010 von Mastermind IV ins Leben gerufen, der zu diesem Zeitpunkt bereits über reichlich Erfahrung in der australischen Black-Metal-Szene verfügte. Das Ziel des Projekts war es, eine schwärzere und ursprünglichere Spielart des antiken Death Metal zu ergründen. In ihren Anfangstagen beschrieb die Band ihr Schaffen selbst als „Ritualistic Death Metal Necromancy“. Im Laufe der Jahre wandelte sich die musikalische Ausrichtung schrittweise hin zu atmosphärischeren und tieferen Klanglandschaften. Diese Entwicklung fand einen ersten Höhepunkt im Jahr 2016 mit dem Album „The Hecatomb“, das in der Fachwelt große Anerkennung fand.Doch anstatt sich auf positiven Kritiken auszuruhen, widmete sich die Band 2018 ihrer eigenen Vergangenheit: Mit „Recondemnation“ veröffentlichte das Ensemble eine eigenständige Neuinterpretation des Debütalbums „Condemnation“ aus dem Jahr 2013. Im Jahr 2020 erschien schließlich mit „Pillars of Damnation“ ein Werk, das von vielen als der bisherige Höhepunkt der Band angesehen wird. Es zeigte eine fokussiertere und bemerkenswert griffige Seite der Musiker. Nach diesem Release zog sich die Gruppe weitgehend zurück; abgesehen von wenigen ausgewählten Konzerten blieb es um neue Aufnahmen lange Zeit still.
Verstärkung im Line-up und Rückkehr zu alten Wurzeln
Mit „Cenotaph Severance“ knüpft das mittlerweile zum Quartett angewachsene Projekt direkt an die Stärken von „Pillars of Damnation“ an. Die Riffs bleiben prägnant, während die musikalische Darbietung gewohnt präzise ausfällt. Eine bedeutende personelle Ergänzung gibt es an der Gitarre: Hier ist ab sofort Ignus Fatuus mit von der Partie. Dieser ist in der Szene kein Unbekannter, sondern langjähriges Mitglied bei prägenden Formationen wie Portal, Impetuous Ritual und Grave Upheaval.Musikalisch zeichnet sich das fünfte Album durch eine Kombination aus erdrückender Schwere und ätherischen Schwingungen aus. Neben der für die Band typischen Black-Metal-Atmosphäre fließen auch wieder rohere Tendenzen ein, die an die kultige Demo-Veröffentlichung „Prophecies of Malevolence“ aus dem Jahr 2011 erinnern. Temple Nightside unterstreichen damit erneut ihre Eigenständigkeit im Bereich des Cavernous Death Metal.


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