Eine düstere Reise zwischen historische Realität und Magie
Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro hat sich mit seiner einzigartigen Handschrift einen festen Platz in der Filmwelt erarbeitet. Bekannt für die gekonnte Verknüpfung von märchenhaften Elementen mit realen historischen Kontexten, erzählt er in Pans Labyrinth eine tiefgründige Geschichte aus dem Spanien der 1940er-Jahre. Die Handlung setzt im Jahr 1944 an, kurz nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs, während das Land unter der franquistischen Diktatur leidet.Im Mittelpunkt steht die junge Ofélia, dargestellt von Ivana Baquero. Sie reist gemeinsam mit ihrer hochschwangeren Mutter in ein abgelegenes ländliches Anwesen. Dort übernimmt ihr neuer Stiefvater Captain Vidal (Sergi López) das Kommando über eine Militäreinheit. Seine Mission ist klar und grausam: Er soll den verbliebenen republikanischen Widerstand, der sich in den dicht bewachsenen Wäldern verschanzt hat, lückenlos zerschlagen. Während sich der Alltag für Ofélia zusehends durch brutale Gewalt, Angst und die Sorge um den schlechter werdenden Gesundheitszustand ihrer Mutter verdüstert, sucht das Mädchen Zuflucht in einer ganz eigenen Sphäre.
In der Nähe des Anwesens entdeckt sie ein verborgenes, mystisches Labyrinth. Dort begegnet Ofélia einem rätselhaften Faun (verkörpert von Doug Jones), der ihr eine geheimnisvolle Offenbarung macht: Sie sei die entflohene Prinzessin einer vergessenen Unterwelt. Um an ihren angestammten Platz im magischen Reich zurückzukehren, muss sie sich drei gefahrvollen Prüfungen stellen. Es beginnt eine spannungsgeladene Reise an der verschwommenen Grenze zwischen harter Realität und dunkler Fantasie.
Oscar-prämiertes Meisterwerk in frischem Glanz
Bereits bei seiner ursprünglichen Weltpremiere auf dem Filmfestival in Cannes im Jahr 2006 löste das Werk Begeisterung aus – das Publikum bedankte sich damals mit minutenlangem Applaus. Zum 20-jährigen Jubiläum kehrte del Toro jüngst nach Cannes zurück, um die frisch fertiggestellte 4K-Restauration der Öffentlichkeit zu präsentieren. Genau diese visuell überarbeitete Fassung feiert nun im Rahmen der Best of Cinema-Reihe ihre bundesweite Kinopremiere.Neben der Regieleistung überzeugen vor allem das Darstellerensemble um Ivana Baquero, Sergi López, Doug Jones, Ariadna Gil und Maribel Verdú sowie die handwerkliche Umsetzung. Del Toro setzte konsequent auf eine eigenständige Bildsprache, in der praktische Effekte, detailliertes Maskenbild und symbolisch aufgeladene Kreaturen die Atmosphäre prägen. Die Fachwelt würdigte diesen Aufwand reichlich: Bei der 79. Verleihung der Academy Awards sicherte sich der Film drei Oscars in den Kategorien Kamera, Szenenbild und Maske bei insgesamt sechs Nominierungen. Weltweit stehen über 100 Auszeichnungen auf dem Konto der Produktion, womit sie zu den bekanntesten Regiearbeiten del Toros zählt.


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