Kommunikationskanäle für künstliche Intelligenzen
Mit dem neuen System stellt Bird.com eine dedizierte Ebene bereit, über die autonome KI-Systeme direkt auf Kommunikationsmedien wie E-Mail, SMS, WhatsApp oder Sprachdienste zugreifen können. Falls du täglich verschiedene Smartphone-Apps nutzt, kommst du mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits indirekt mit der Technologie des Anbieters in Berührung. Künstliche Intelligenzen erhalten nun die Möglichkeit, ohne aufwendige Schnittstellenanpassungen eigenständig Nachrichten zu steuern, Telefonate abzuwickeln oder sogar eigene eSIM-Mobilfunktarife im Netz von Bird zu verwalten. Die Lösung richtet sich an Entwickler von KI-Modellen wie ChatGPT, Claude oder Cursor, die ihren Systemen eine direkte Interaktion mit der echten Welt ermöglichen wollen.Im Vergleich zu klassischen Anbietern wie Twilio setzt Bird.com darauf, dass KI-Agenten die kompletten administrativen und technischen Prozesse im Hintergrund selbstständig ausführen können. Dazu gehören länderspezifische Zustellungsanforderungen oder die Anpassung an verschiedene E-Mail-Provider, ohne dass menschliche Entwickler manuell eingreifen müssen.
Der Gründer und CEO von Bird.com, Robert Vis, erklärt die Vision hinter der Plattformerweiterung:
Die Welt füllt sich mit KI-Agenten. Sie können logisch denken, planen und entscheiden. Aber ein Agent, der keine E-Mail versenden, keine SMS verschicken oder keinen Anruf entgegennehmen kann, erreicht letztendlich nie etwas. Wir haben die Ebene geschaffen, die es der KI ermöglicht, in der realen Welt zu handeln. Mit Bird kann jede App oder Webanwendung über ChatGPT, Claude oder Cursor kommunizieren und so die Agent-Ökonomie zum Laufen bringen.
Radikale Automatisierung und schlanke Unternehmensstruktur
Die Finanzierungsrunde steht im Kontext einer drastischen Umgestaltung des Unternehmens in den vergangenen zwei Jahren. Durch konsequente interne Automatisierung reduzierte Bird.com seine Belegschaft von ehemals über 1.000 Angestellten auf aktuell rund 120 Mitarbeiter. Trotz des massiven Personalabbaus verbuchte die Plattform im Jahr 2025 ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 165 Millionen US-Dollar. Nach eigenen Angaben führen die durchgeführten Automatisierungen dazu, dass einzelne Kommunikationskanäle bis zu 90 Prozent günstiger angeboten werden können als bei der Konkurrenz.Robert Vis ordnet die Umstellung der eigenen Betriebsabläufe wie folgt ein:
Das ist die Richtung, in die sich die Weltwirtschaft bewegt, und wir als Unternehmen haben gezeigt, wie Automatisierung funktionieren kann. Wir haben nicht automatisiert, um Personal abzubauen, sondern um produktiver zu werden – und die Mitarbeiterzahl ist dadurch zurückgegangen. Die Hälfte der Apps auf Ihrem Smartphone nutzt unsere Infrastruktur, und dennoch betreiben wir dieses Unternehmen mit einem Bruchteil der früheren Größe. Das ist nur möglich, wenn man in einer Weise automatisiert ist, die vor einigen Jahren noch verrückt geklungen hätte.
Wir beobachten ein deutliches Wachstum im Bereich der agentenbasierten KI und gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter beschleunigen wird, da Agenten im Namen von Menschen Transaktionen durchführen und kommunizieren. Bird hat ein Geschäftsmodell aufgebaut, das Skalierbarkeit, ein schlankes Betriebsmodell und nachhaltige Rentabilität vereint. Dass wir diese Finanzierungsrunde anführen, spiegelt unser Vertrauen in die Fundamentaldaten von Bird sowie in Robert Erfolgsbilanz bei der Führung eines hocheffizienten, profitablen Unternehmens wider, das nun ein neues Kapitel aufschlägt.


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