Reduziert auf das Wesentliche
Hinter dem Projekt stecken Jan und Sabine Oberg, die bei „Acid Gods“ konsequent auf eine minimalistische Besetzung setzen. Statt überladener Arrangements dominieren auf dem neuen Album fuzzige Bässe, treibende Drums und vielschichtiger Gesang. Jan Oberg übernimmt dabei erneut die Schlagzeug- und Gesangsarbeit, während Sabine Oberg den tiefen Bass bedient. Diese bewusste Reduktion sorgt dafür, dass die Stücke eine schwere, fast erdrückende Wucht entfalten, die an Genre-Größen wie The Melvins oder Eyehategod erinnert.Musikalisch knüpft das Album direkt an die EP „Black Nothingness“ an und vertieft den lo-fi-orientierten Sludge- und Doom-Sound der Band. Die Aufnahmen fanden im Hidden Planet Studio in Berlin statt, wo Jan Oberg als Produzent, Mixer und Tontechniker für die Endbearbeitung sorgte. Das Ergebnis ist ein bewusst roh gehaltenes, aber klanglich kontrolliertes Fundament, das den düsteren Charakter der Platte unterstreicht. Auch optisch bleibt die Formation ihrer Linie treu: Das Artwork stammt von Dawid M. Piprek und Caspar Orfgen, die den psychedelischen und bedrückenden Vibe der Musik visuell einfangen.
Eine stetige musikalische Evolution
Wer die Diskografie von Grin verfolgt hat, erkennt schnell die kontinuierliche Entwicklung. Seit ihrem Debüt „Revenant“ im Jahr 2018 hat das Duo seinen Stil über Alben wie „Translucent Blades“, „Phantom Knocks“ und zuletzt „Hush“ stetig verfeinert. Dabei zeigt sich das Projekt wandlungsfähig und beweist, dass man sich musikalisch immer wieder neu erfinden kann, ohne die eigenen Wurzeln zu verlassen. Auf der kommenden Platte scheint sich diese Tendenz zu verstärken, denn die Intensität der Riffs und die Präsenz des Gesangs wurden noch einmal nach oben geschraubt.Besonders die stimmlichen Passagen rücken dieses Mal stärker in den Vordergrund. Jan Obergs Vocals wechseln fließend zwischen aggressiven Ausbrüchen und hypnotisch-melancholischen Momenten, während sich die Songs unter tonnenschweren, verzerrten Frequenzen aufbauen und in sich zusammenstürzen. Stücke wie „Beneath the Altar“ oder „Unshut“ verdeutlichen diesen massiven Ansatz durch dicke Grooves, während Tracks wie „Wild Eyes“ und der Rausschmeißer „Heavy Dew“ demonstrieren, wie viel Spannung mit minimalen Mitteln erzeugt werden kann.
Erscheinen wird das Album am 30. Mai 2025 über das Label The Lasting Dose Records. Musikfans können sich neben der digitalen Variante auch auf physische Formate wie CD und LP freuen. Wenn du dich im Bereich des schweren, atmosphärischen Sludge- und Doom-Metals bewegst, solltest du diesen Release definitiv auf dem Schirm behalten, denn die Berliner gehören zu den spannendsten Acts der aktuellen Szene.


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