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Dokumentarfilm Sternbrücke Forever zeigt den Kampf um Hamburgs Kultort

Christian Hornung beleuchtet die Geschichte und den Abriss der Brücke.



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Mit dem Dokumentarfilm Sternbrücke Forever widmet sich Regisseur Christian Hornung einem der prägendsten und umstrittensten Schauplätze der Hamburger Subkultur. Der offizielle Kinostart ist für den 8. Oktober 2026 im Verleih von Jip Film & Verleih angesetzt. Seine Weltpremiere feiert das Werk jedoch bereits im Rahmen des Filmfests Hamburg am 26. September 2026 um 14:30 Uhr im CinemaxX Dammtor. Der Film begleitet die Menschen rund um das historische Bauwerk durch eine Phase des drastischen Umbruchs und verbindet intime Portraitaufnahmen mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen.

Ein Mikrokosmos im Ausnahmezustand

Unter den verwitterten Stahlträgern der Hamburger Sternbrücke existierte über Jahrzehnte hinweg ein einmaliges Geflecht aus Nischenbetrieben, Treffpunkten und legendären Musikclubs. Die Dokumentation blickt auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten derer, die diesen Ort alltäglich mit Leben füllten. Dazu zählen unter anderem Mehmet mit seinem Falafel-Stand, Martina, die dort einen Kiosk betreibt, und Stefan, der in seiner Werkstatt Autos repariert. Ebenso prägend waren die Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber wie Juri, Daniel und Ute, die Wochenende für Wochenende unzählige Feiernde unter der Brücke empfingen.

Als der endgültige Abriss der Eisenbahnbrücke beschlossen wurde, verwandelte sich das gewohnte Umfeld für alle Beteiligten in einen Dauerzustand der Unsicherheit. Sternbrücke Forever begleitet diese Gemeinschaft über Jahre hinweg im Ausnahmezustand. Die Kamera dokumentiert die Gratwanderung zwischen eingespieltem Alltag, schmerzhaftem Abschied und lautstarkem Widerstand. Der Regisseur Christian Hornung betont die besondere Bedeutung des Bauwerks für die Hansestadt und sieht darin zugleich ein weit über Hamburg hinausreichendes Thema:
Die Sternbrücke stand wie wenige andere Punkte in dieser Stadt für eine Subkultur, vor allem auch eine musikalische, die sehr spezifisch für Hamburg ist. Gleichzeitig steht sie auch für ein universelles Phänomen, vergleichbar der Situation in vielen Großstädten.
Christian Hornung
Aus der lokalen Hamburger Geschichte entwickelt sich dadurch eine globale Erzählung über städtische Veränderungsprozesse, Verdrängung und sozialen Zusammenhalt. Der Film hinterfragt kritisch, wem der städtische Raum überhaupt gehört und welche Freiräume eine Metropole lebenswert machen. In seinen Beobachtungen beschreibt Christian Hornung auch die vielschichtige Verbindung, welche Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher mit dem Bauwerk teilen:
Die alte Sternbrücke hat ein starkes Zugehörigkeitsgefühl ausgelöst. Für viele ist sie elementarer Teil ihrer Jugend, weil sie zahlreiche Nächte in den Clubs unter der Brücke verbracht haben. Für andere ein Transit-Ort, an dem sie im Alltag immer wieder vorbeigekommen sind. Und natürlich hat diese Brücke die Menschen, die unmittelbar an ihr gewohnt oder unter ihr gearbeitet haben, noch viel mehr geprägt. Für manche war dieser Ort die Existenzgrundlage.
Christian Hornung
Der Film versteht sich somit nicht nur als Chronik eines Verlustes, sondern ebenso als warmherzige und mitunter überraschend humorvolle Liebeserklärung an einen ganz besonderen Ort.

Premiere und Kinotour durch ganz Deutschland

Rund um den offiziellen Kinostart am 8. Oktober 2026 begleiten zahlreiche Sonderveranstaltungen das Veröffentlichungsevent. Nach der Weltpremiere beim Filmfest Hamburg stehen etliche Screenings mit anschließenden Filmgesprächen und Gästen auf dem Programm. Den Auftakt macht am 4. Oktober eine Vorführung im Abaton Kino in Hamburg mit einem Minikonzert der Ruhrpott Robots. Am 5. Oktober folgt ein Panelgespräch im Studio Kino Hamburg, bevor am 6. Oktober Kameramann Marvin Hesse im Kino 3001 anwesend sein wird. Weitere Stationen der Premierentour sind das Monopol Kino in München am 7. Oktober, das fsk Kino in Berlin am 8. Oktober sowie das Mal seh’n Kino in Frankfurt am 10. Oktober. Den Abschluss bilden Vorführungen im Zeise Kino in Hamburg mit einem weiteren Panelgespräch und im Passage Kino Leipzig am 11. Oktober sowie in der Filmpalette in Köln am 13. Oktober.

Produziert wurde die Dokumentation von Tamtam Film unter der Leitung der Produzenten Andrea Schütte und Dirk Decker in Koproduktion mit dem NDR. Gefördert wurde das Projekt von MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF). Du kannst dich somit auf eine visuell eindrucksvolle und inhaltlich tiefgründige Dokumentation freuen, die den Wandel moderner Großstädte spürbar einfängt.

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