Ein Jahr Verhandlungen ohne Ergebnis
Laut Unionen, mit rund 700.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaft Schwedens, laufen die Gespräche mit King bereits seit gut einem Jahr. Ziel der Beschäftigten ist ein klassischer Tarifvertrag, der ihnen mehr Jobsicherheit und ein stärkeres Mitspracherecht bei Arbeitsbedingungen einräumen soll. King lehnt einen solchen Tarifvertrag bislang ab. Nach der eingereichten Streikandrohung schaltet sich nun das staatliche schwedische Amt für Schlichtung (Medlingsinstitutet) ein und stellt einen Vermittler, der in den kommenden Tagen versuchen soll, doch noch eine Einigung zwischen King und den Gewerkschaften herbeizuführen.Sollte diese Vermittlung scheitern, beginnt am 25. September der angekündigte Streik. Unterstützung bekommen Unionen und Sveriges Ingenjörer dabei bereits von weiteren Gewerkschaften: Naturvetarna, Akademikerförbundet SSR und DIK kündigten am 17. September an, mit sogenannten Sympathiestreiks zu reagieren, sollte es tatsächlich zum Ausstand kommen. Das würde den Druck auf King zusätzlich erhöhen, da dann auch verwandte Berufsgruppen außerhalb des Unternehmens ihre Zusammenarbeit einschränken könnten.
King verweist auf eigene Konditionen
Von Unternehmensseite äußerte sich King-Betriebsleiterin Ulrika Höjgård zu dem Konflikt. Sie erklärte sinngemäß, das Unternehmen biete faire und wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen, habe sich aber bewusst gegen einen klassischen Tarifvertrag entschieden, weil die bestehenden Leistungen für die weltweite Belegschaft insgesamt vorteilhafter seien. Gleichzeitig betonte sie die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft des Unternehmens.Für King steht dabei einiges auf dem Spiel. Sollte es tatsächlich zum Streik kommen, könnten wichtige Prozesse rund um die Weiterentwicklung und den Betrieb von Candy Crush und anderen King-Titeln ins Stocken geraten, auch wenn die konkreten Auswirkungen auf das Tagesgeschäft und den laufenden Betrieb der Spiele zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen sind. Für die Gewerkschaften ist der Fall zudem über King hinaus von Bedeutung: Ein Erfolg würde als Signal an andere internationale Tech- und Gaming-Konzerne mit Standorten in Schweden gewertet, dass sich lokale Arbeitsstandards auch gegenüber großen amerikanischen Mutterkonzernen durchsetzen lassen.



Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!