Aufarbeitung und Neuauflage einflussreichster Musikgeschichte
Die aktuelle Veröffentlichung ist weit mehr als eine simple kommerzielle Wiederveröffentlichung. Sie versteht sich als Wiedergutmachung und kritische Auseinandersetzung mit dem politischen sowie musikalischen Einfluss von Yeye Taiwo Lijadu und ihrer 2019 verstorbenen Zwillingsschwester Kehinde Lijadu. Die beiden Musikerinnen gehörten in den 1970er Jahren zu den absoluten Pionierinnen der nigerianischen Musikszene und veröffentlichten zu Beginn der kulturellen Renaissance des Landes fünf beachtliche Alben. Ihr Sound war geprägt von einer innovativen Mischung aus Afrobeat, Funk, Reggae, Rock, Disco und Soul. Mit diesem unverwechselbaren Stil und ihrem harmonischen Gesang inspirierten sie Generationen von weltweiten Acts, darunter Namen wie Amaarae, Ayra Starr, Hayley Williams, Jamie xx und Nas.Musikalisch standen die Titel stets für Optimismus, Empowerment und gesellschaftliche Relevanz. Sie verhandelten Themen wie Liebe, Verlust und soziale Gerechtigkeit, stark beeinflusst von Jazzlegenden wie Nat King Cole, afrikanischen Größen wie Miriam Makeba und ihrem Cousin Fela Kuti. Trotz immenser Herausforderungen durch Urheberrechtsverletzungen, Ausbeutung und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Ethnisierung blieben sie ihrer Linie treu. Ihr Aktivismus ging dabei weit über die Musik hinaus: In den späten 1980er Jahren zogen sie nach New York City, wo sie sich aktiv für Bürgerrechte und den Wohnungsbau starkmachten. Nach Kehindes Tod hielt Taiwo das Erbe hoch, schloss ihr Priestertum ab und wurde in der Republik Benin sogar zur Häuptling ernannt.
Für die anstehende Neuauflage von „Danger“ wurden die Originalbänder von den mit einem Grammy ausgezeichneten Osiris Studios aufwendig restauriert und neu gemastert. Dadurch präsentiert sich das Album in einer bisher unerreichten Klangtreue. Ursprünglich von den Lijadu Sisters selbst geschrieben, arrangiert und gesungen sowie von Multiinstrumentalist Adeniyi ‚Biddy‘ Wright produziert, erhält das physische Paket zudem wertvolle Extras. Erstmals beinhaltet es eine vollständige Transkription der Songtexte in Yoruba und Englisch, korrigierte Credits sowie das originale Cover-Artwork.
Die New York Times fasste die historische Bedeutung der Künstlerinnen treffend zusammen:
In Nigerias von Männern dominiertem Musikmilieu gehörten die Lijadu Sisters zu den ersten und wildesten populären Künstlerinnen, die nicht nur wegen ihrer Musik bahnbrechend waren, sondern auch wegen ihres Feminismus.
Tracklist
- Danger
- Amebo
- Life's Gone Down Low
- Cashing In
- Bobby
- Lord Have Mercy


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