Die Linke gewinnt die Wahl in Berlin deutlich
In Berlin ist Die Linke der große Gewinner des Wahlabends. Nach dem aktuellen Auszählungsstand erreicht sie 25,7 Prozent der Zweitstimmen und legt damit gegenüber der vorherigen Wahl um 13,4 Prozentpunkte zu. Die CDU kommt auf 18,8 Prozent und verliert 9,5 Punkte.Dahinter folgen die AfD mit 16,3 Prozent und die Grünen mit 14,3 Prozent. Besonders bitter fällt das Ergebnis für die SPD aus: Sie erreicht nur noch 12,1 Prozent. Das BSW landet mit 4,7 Prozent knapp unter der Fünfprozenthürde, die FDP kommt lediglich auf 2,5 Prozent.
Bemerkenswert ist außerdem die Wahlbeteiligung. 74,2 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Das sind 11,3 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Wahl.
Berlin steht vor einer neuen Regierungsbildung
Der Wahlsieg der Linken bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie künftig den Regierenden Bürgermeister beziehungsweise die Regierende Bürgermeisterin stellt. Dafür sind Mehrheiten im Abgeordnetenhaus entscheidend und damit beginnen nach dem Wahlabend die Gespräche über mögliche Bündnisse.Rechnerisch ergeben sich verschiedene Konstellationen. Welche davon tatsächlich zustande kommt, hängt von den Gesprächen der Parteien und ihren politischen Gemeinsamkeiten ab. Fest steht zunächst vor allem eines: Die bisherigen Kräfteverhältnisse in der Hauptstadt haben sich deutlich verschoben.
AfD wird in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft
Noch größer sind die Verschiebungen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort erreicht die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis 38,2 Prozent der Zweitstimmen. Gegenüber 2021 bedeutet das einen Zuwachs von mehr als 21 Prozentpunkten. Die SPD folgt mit 35,5 Prozent und verliert gegenüber der vorherigen Landtagswahl rund vier Punkte.Deutlich dahinter folgen Die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent. Für die CDU endet der Wahlabend dagegen mit einem historischen Einschnitt: Mit 4,9 Prozent der Zweitstimmen verfehlt sie nach dem vorläufigen Ergebnis die Fünfprozenthürde und wäre damit nicht mehr im Schweriner Landtag vertreten. Auch die FDP scheitert mit rund einem Prozent deutlich am Wiedereinzug.
71 Sitze und schwierige Mehrheitsverhältnisse in Schwerin
Nach dem vorläufigen Ergebnis verfügt die AfD im neuen Landtag über 32 der insgesamt 71 Sitze. Die SPD erhält 29 Mandate, Linke und Grüne kommen jeweils auf fünf Sitze.Damit besitzt keine Partei allein eine Mehrheit. Für eine Regierungsbildung sind also Partner notwendig. Welche Konstellation am Ende tatsächlich eine Regierung bildet, ist mit dem Wahlergebnis allein noch nicht entschieden und dürfte die politische Diskussion der kommenden Tage bestimmen.
CDU verliert in beiden Ländern deutlich
Eine Gemeinsamkeit der beiden Wahlen ist das schwache Abschneiden der CDU. In Berlin fällt sie bei den Zweitstimmen von 28,2 auf 18,8 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern sinkt sie von 13,3 auf 4,9 Prozent und verpasst nach dem vorläufigen Ergebnis sogar den Einzug in den Landtag.Auch für die SPD fällt die Bilanz gemischt aus. In Mecklenburg-Vorpommern bleibt sie mit 35,5 Prozent eine der beiden mit Abstand stärksten Parteien, verliert jedoch gegenüber 2021. In Berlin fällt sie auf 12,1 Prozent zurück.
Zwei Wahlen mit weitreichenden Folgen
Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind politisch nur schwer miteinander vergleichbar. Die Hauptstadt mit ihren fast vier Millionen Einwohnern besitzt eine andere Bevölkerungsstruktur und andere politische Schwerpunkte als das nordöstliche Flächenland. Entsprechend vorsichtig sollte man die Ergebnisse auf ganz Deutschland übertragen.Trotzdem sorgen beide Wahlen für Aufmerksamkeit über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus. In Berlin gewinnt Die Linke deutlich hinzu, während die CDU und SPD starke Verluste verzeichnen. In Mecklenburg-Vorpommern erreicht die AfD den höchsten Zweitstimmenanteil, während die CDU nach dem vorläufigen Ergebnis an der Fünfprozenthürde scheitert.
Nach dem Wahlabend beginnt damit der mindestens ebenso wichtige zweite Teil: die Regierungsbildung. Erst die kommenden Gespräche werden zeigen, welche Mehrheiten sich in Berlin und Schwerin tatsächlich zusammenfinden.


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