Zwischen den Welten: Elektronische Club-Kultur und persönliche Reifung
Musikalisch arbeitet der Track mit treibenden Rhythmen und hypnotischen Schleifen, die gleichermaßen kontrolliert wie zwingend auf den Hörer wirken. „Away“ fungiert als musikalisches Dokument über Übergänge, über das ambivalente Nebeneinander von Aufbruchsstimmung und grundlegendem Unbehagen. Hier regiert keine künstlich aufgeblasene Euphorie, eher die kühle, nüchterne Bestandsaufnahme eines Zustands, in dem Vorfreude und eine gewisse distanzierte Skepsis Hand in Hand gehen.Begleitet wird die Veröffentlichung von einem atmosphärischen Musikvideo, das optisch stark von den skurrilen Eigenheiten der Küste von Thanet inspiriert ist. In seiner visuellen Ästhetik erinnert es an die farbintensiven Clips der frühen 2000er Jahre. Regie führte Jaime Rosso selbst, der auch vor der Kamera zu stehen kommt und eine Geschichte über seine eigene Suche nach Selbstbestimmung erzählt – untermauert durch den symbolischen Auszug aus dem vertrauten Umfeld.
Ich habe Away gemacht, um diese flüchtigen, unerwarteten Momente der Verbindung einzufangen, die in Zeiten des Umbruchs und des Verlusts entstehen können. Momente, in denen Orte, Menschen oder auch geschaffene Dinge eine kleine Atempause von der Feindseligkeit der Außenwelt geben. Das Video ist die Übersetzung eines solchen Moments. Gemeinsam mit Kameramann Chester Briscall Harvey gedreht, erzählt es eine Reise durch Thanet – und vom Aufblühen einer unwahrscheinlichen Freundschaft.
Vom Underground ins Rampenlicht
Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich kein unbeschriebenes Blatt der britischen Szene. Rosso ist unter anderem Mitgründer der Social Records Society, einer Initiative, die in London regelmäßig Vinyl-Abende in Clubs wie dem Café 1001 oder den Corsica Studios veranstaltet. Sein feines Gespür für Sounddesign bewies er bereits in der Vergangenheit, etwa als er Katy J Pearsons Song „Save Me“ in eine psychedelisch angehauchte Acid-Version verwandelte. Zudem blickt er auf eine erfolgreiche Residency beim Londoner Radiosender Balamii zurück.Seine eigenen Produktionen zeichnen sich durch eine sample-gesättigte Textur aus, die clubtauglich funktioniert, dabei aber stets einen nostalgischen Filter nutzt und eine gesunde Distanz zum platten Effekt wahrt. Mit „Away“ liefert er nun die perfekte Visitenkarte für alles, was in Zukunft von ihm zu hören sein wird. Wenn du elektronische Musik schätzt, die Tiefe besitzt und fernab standardisierter Pop-Formeln funktioniert, solltest du diesen Namen definitiv auf dem Zettel behalten.


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