Data Scraping statt Direktangriff auf die Server
Die IT-Sicherheitsforscher von Cybernews haben die im Forum veröffentlichten Musterdaten genauer unter die Lupe genommen. Der angebliche Angreifer behauptet, sensible Informationen wie Nutzernamen, Profil-URLs, E-Mail-Adressen, Klarnamen, Follower-Zahlen sowie den Verifizierungsstatus der jeweiligen Accounts entwendet zu haben.Die Untersuchung zeigt allerdings, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um einen klassischen Hack der Twitch-Infrastruktur handelt. Stattdessen deutet das Format der Daten stark auf sogenanntes Data Scraping hin. Dabei werden öffentlich zugängliche Informationen von Profilen automatisiert abgesaugt und in einer großen Datenbank zusammengeführt. Einer der beteiligten Sicherheitsforscher ordnet die Lage wie folgt ein:
Nach dem, was ich sehe, sieht das in der Tat nach einem Data Scraping aus und nicht nach einem Einbruch in die Systeme.
Mögliche Ausnutzung der Twitch-API
Trotz der teilweisen Entwarnung gibt es einen Aspekt, der Fragen aufwirft. Unter den analysierten Beispieldaten befanden sich auch einige E-Mail-Adressen, die auf den öffentlichen Twitch-Profilen der Betroffenen eigentlich nicht sichtbar waren. Die Experten vermuten daher, dass der Ersteller des Datensatzes nicht nur öffentlich einsehbare Webseiten ausgelesen, sondern auch die Schnittstelle (API) von Twitch gezielt ausgetrickst oder missbraucht hat, um an nicht-öffentliche Detailinformationen zu gelangen.Für dich als Nutzer oder Streamer auf Twitch bedeutet dies zwar, dass höchstwahrscheinlich keine Passwörter, Zahlungsdaten oder kompletten Chat-Verläufe entwendet wurden. Dennoch zeigt der Vorfall, wie leicht kombinierte Datenströme für Phishing-Angriffe oder gezielte Kontaktaufnahmen genutzt werden können.
Wie du dein Konto und deine Daten schützt
Auch wenn kein direktes Passwort-Leck vorliegt, ist eine solche Datensammlung ein beliebtes Werkzeug für Cyberkriminelle. Wenn Angreifer deinen Klarnamen, deinen Twitch-Namen und deine E-Mail-Adresse miteinander verknüpfen können, steigt das Risiko für gefälschte E-Mails, die täuschend echt wirken.Du solltest daher bei eingehenden Nachrichten, die vorgeben, von Twitch oder Partnerunternehmen zu stammen, besonders aufmerksam sein. Prüfe stets die Absenderadresse und klicke nicht unüberlegt auf Links in verdächtigen E-Mails. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für deinen Twitch-Account zu aktivieren. Damit verhinderst du, dass Fremde Zugriff auf dein Profil erhalten, selbst wenn deine Login-Daten einmal in falsche Hände geraten sollten. Wer als Content Creator aktiv ist, sollte zudem genau prüfen, welche Kontaktdaten öffentlich auf den eigenen Kanälen hinterlegt sind und gegebenenfalls separate geschäftliche E-Mail-Adressen nutzen.


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