Midnight Odyssey und Junon: Live-Magie und okkulter Black Metal
Den Anfang macht das australische Projekt Midnight Odyssey mit dem audiovisuellen Live-Dokument A Mass Of Fallen Stars - Live in Toulon. Aufgenommen wurde das Konzert im Mai 2024 in einem protestantischen Tempel im französischen Toulon. Nach seiner Rückkehr auf europäische Bühnen nach 16 Jahren Pause präsentiert Mastermind Dis Pater hier einen umfassenden Querschnitt durch die gesamte Bandhistorie – von frühen Demos bis zur majestätischen Biolume-Trilogie. Unterstützt wird er live von Musikern wie Clint Morrow, Tom Stephenson und Tim Yatras. Das Werk fängt die mystische, von blauem Licht eingehüllte Atmosphäre der Liveshow perfekt ein und erscheint am 15. Mai 2026 als CD und DVD. Für Fans von Acts wie Emperor oder Summoning dürfte dies ein Pflichttermin sein.Ebenfalls am 15. Mai 2026 erscheint das Debütalbum The Golden Citadel Of The Astral Sphere der deutschen Formation Junon. Die Musiker bringen jahrelange Erfahrung aus Bands wie Hidden in the Fog, Imha Tarikat oder Temple Koludra mit. Ihr Sound verbindet die rohe Essenz des Black Metal der zweiten Welle mit Psychedelic Rock, avantgardistischen Kompositionen und expressivem Gesang. Das Album gipfelt in dem 21-minütigen Epos Dolorosa, das die okkulten Strukturen theatralisch aufbricht. Für den Mix und das Mastering zeigte sich Mario Dahmen verantwortlich, während Sindre Foss Skancke das markante Artwork beisteuerte. Die CD-Version ist streng auf 222 Exemplare limitiert und auf ungestrichenem Papier mit Gold-Akzenten gedruckt.
Lorn und Phoschydeux: Tradition und nihilistischer Doom
Mit Searing Blood meldet sich der italienische Musiker Radok unter dem Banner Lorn nach längerer Abwesenheit zurück. Das Album markiert eine bewusste Rückkehr zur traditionellen Form des Black Metal als Gegenentwurf zu einer als oberflächlich empfundenen Moderne. In einem Statement erklärt Radok dazu:Mit Searing Blood wollte ich eine Rückkehr zum Bekannten und zur Tradition darstellen, ausgehend von grundlegenden Eckpfeilern: Einfachheit, Melodie und Konzepten, die mehr auf die metaphysische Unendlichkeit ausgerichtet sind.
Komplettiert wird das Mai-Paket von Phoschydeux und ihrem Album 4 Days Of Bliss In Hell. Die ungarische Band, zusammengesetzt aus Mitgliedern verschiedener extremer Metal-Bands, verbindet Doom, Stoner-Blues und Hard Rock mit der tiefen Finsternis des Extreme Metal. Frontmann Jim Jones verleiht den Stücken mit rauem Gesang eine nihilistische Note, die graue Stadtlandschaften, Einsamkeit und existenzielle Verlorenheit widerspiegelt. Ergänzt durch hypnotische Gitarrenrhythmen von Csanád, den Bass von Feka und die massiven Drums von Daux entsteht ein drückendes Klangbild. Damit liefert das Label im späten Frühjahr ein abwechslungsreiches Portfolio ab, das die verschiedenen Facetten der dunklen Musikszene eindrucksvoll beleuchtet.


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