Konfrontativer Sound und intime Einblicke
Mit ihrem zweiten Longplayer mit dem Titel „Fenian“ schärft die Formation ihren charakteristischen Sound weiter und weitet ihre künstlerische Vision konsequent aus. Im Vergleich zu früheren Arbeiten präsentiert sich das Material deutlich düsterer, konfrontativer und zugleich spürbar selbstbewusster. Musikalisch loten die Songs die Grenzen zwischen rasantem Punk-Rave, treibendem Acid House und kompromisslosem Hip-Hop aus. Du darfst dich bei den absoluten Highlights des Albums auf Stücke wie das ausgelassene „Liars Tale“, den hymnischen Titeltrack sowie das frenetische „Big Bad Mo“ freuen, die live sicherlich für reichlich Energie sorgen werden.Dennoch reduziert sich die Musik keineswegs nur auf provokante Energie. Tracks wie „Smugglers & Scholars“ und „Carnival“ zeigen zwar, dass sich die Band nach wie vor nicht davor scheut, etablierte Obrigkeiten und gesellschaftliche Missstände offen herauszufordern. Gleichzeitig schlagen Kneecap auf der Platte aber auch überraschend verletzliche Töne an. Sie wenden den Blick nach innen und verarbeiten in ihren Texten komplexe Themen wie Männlichkeit, den Kampf mit Sucht, die Begleiterscheinungen von Ruhm sowie tiefe Trauer. Diese unerwartete Zärtlichkeit und Selbstreflexion gipfelt schließlich in dem atmosphärischen Schlussstück „Irish Goodbye“, das den Longplayer stimmig abrundet.
Für die Produktion der insgesamt 14 neuen Tracks zeichnet Dan Carey verantwortlich, der dem Album einen unverkennbaren, druckvollen Klang verleiht. Abgerundet wird das Projekt durch spannende Gastbeiträge: So sind auf der Platte unter anderem Kae Tempest, Radie Peat und Fawzi als Features vertreten, die dem ohnehin schon facettenreichen Sound zusätzliche spannende Nuancen hinzufügen.
Tracklist
- Éire go Deo
- Smugglers & Scholars
- Carnival
- Palestine ft. Fawzi
- Liars Tale
- FENIAN
- Big Bad Mo
- Headcase
- An Ra
- Cold at the Top
- Occupied 6
- Gael Phonics
- Cocaine Hill
- Irish Goodbye


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