Drei Perspektiven auf Krieg und Verantwortung
Im Mittelpunkt des Films stehen drei sehr unterschiedliche Frauen, deren persönliche Schicksale exemplarisch für die anhaltenden Konflikte in der Region stehen. Da ist zum einen eine junge kurdische Kämpferin, die in Syrien eine Frauenverteidigungseinheit der YPJ anführte und sich dort den brutalen Verbänden des IS entgegenstellte. Ihre Erfahrungen vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von dem mutigen Einsatz für Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung unter extremen Bedingungen. Ergänzt wird diese Realität durch die bewegende Geschichte von Sepan Ajo. Die jesidische Überlebende wurde als Kind von den Terroristen verschleppt und musste jahrelang unter schwerster systematischer und sexualisierter Gewalt leben. Nun spricht sie erstmals öffentlich über ihre Erlebnisse und verdeutlicht damit eindringlich, was auf dem Spiel steht, wenn dieser Kampf verloren geht.Die dritte Perspektive blickt auf eine deutsche Staatsbürgerin, die sich in der Vergangenheit freiwillig dem IS angeschlossen hatte und sich heute den verheerenden Konsequenzen ihrer damaligen Entscheidung stellen muss. Durch diese Dreiteilung gelingt es dem Film, den Konflikt nicht nur als historisches Ereignis abzubilden, sondern seine ungelöste Gegenwart zu betonen. Die Macher hinter dem Projekt machen unmissverständlich klar, dass die Ideologien der Terrormiliz keineswegs verschwunden sind, sondern sich lediglich gewandelt haben, unter neuen Akteuren auftreten und global an Einfluss gewinnen.
Hintergrund und Kinostart im Sommer
Besonders in einer Zeit, in der auch in Europa und Deutschland intensive Debatten über den Schutz von Minderheiten, Frauenrechte und gesellschaftliche Stabilität geführt werden, schlägt das Werk eine wichtige Brücke. Es zeigt auf, wie schnell hart erkämpfte gesellschaftliche Errungenschaften wieder verloren gehen können. Entstanden ist der Dokumentarfilm unter außergewöhnlichen Bedingungen, die den Machern einen seltenen Zugang vor Ort ermöglichten. Als Produktion der Falak Film wurde das Projekt maßgeblich durch den FFF Bayern unterstützt. Neben Regisseur Faek Falak zeichnen sich auch die Produzenten Julia Brumm und Claude König für die Umsetzung verantwortlich.Für den bundesweiten Verleih im Kino sorgt Cine Global, die den Streifen am 23. Juli 2026 auf die großen Leinwände bringen. Um den wichtigen Dialog mit dem Publikum zu suchen, ist begleitend zum Kinostart eine bundesweite Tour in Kooperation mit lokalen kurdischen und jesidischen Gemeinden geplant. Wenn du dich für tiefgründige Dokumentarfilme interessierst, die unbequeme Fragen stellen und globale Realitäten beleuchten, erwartet dich mit To My Sisters ein intensives Kinoerlebnis.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!