Brachiale Gewalt ohne Schnörkel
Schon die ersten Sekunden des selbstbetitelten Erstlingswerks machen unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Es gibt hier keinen Platz für weiche Atmosphären oder künstlich in die Länge gezogene Spannungsbögen. Stattdessen regiert die pure Urgewalt. Die vier Stücke der EP klingen wie ein Frontalangriff auf die Sinne. Musikalisch bewegen sich die Neuseeländer in einem Terrain, das Fans von extremen Klängen sofort vertraut vorkommen dürfte. Wer Bands wie Diocletian oder Heresiarch feiert, wird die erdrückende Kakophonie von Molosser sofort ins Herz beziehungsweise in den Magen schliessen. Auch die unbändige, fast schon höhlengleiche Wucht von Formationen wie Caveman Cult schimmert durch, ohne dass die Band dabei ihre eigene Identität verliert.Die Riffs sind muskulös und schlagen ein wie einstürzender Beton, während das Schlagzeug in einer Tour feuert und an markerschütterndes Artilleriefeuer erinnert. Es ist diese kompromisslose Direktheit, die das Debüt so aussergewöhnlich macht. Die Band verzichtet auf jegliche Zurückhaltung. Stattdessen gibt es nur Momentum, Wucht und die rohe Befriedigung der Zerstörung. Jedes der vier Lieder besitzt eine primitive, aber hochgradig effektive Energie, die direkt ins Mark trifft.
Ein Blick hinter die Kulissen und die Besetzung
Hinter diesem massiven Klanggewitter stehen fünf Musiker, die genau wissen, an welchen Schrauben sie drehen müssen, um grösstmöglichen Druck zu erzeugen. Das Line-Up setzt sich aus klaren Rollen zusammen, die perfekt ineinandergreifen. Am Mikrofon sorgt A.K. für die nötige Verzweiflung und Aggression in den Vocals. Für die messerscharfen Gitarrenriffs und tonalen Leads zeigen sich J.A. und J.H. verantwortlich, während C.J. am Bass und den Effekten das Fundament liefert. Komplettiert wird das Line-Up von A.M., der am Schlagzeug die Felle bearbeitet und den unbändigen Beat vorgibt.Dass der Death Metal in Neuseeland und Australien ohnehin seit Jahren eine ganz eigene, besonders garstige Spielart hervorbringt, ist unter Kennern kein Geheimnis. Molosser reihen sich nahtlos in diese Tradition ein und fügen ihr ein weiteres kaputtes Kapitel hinzu. Die Produktion der EP tut ihr Übriges: Sie klingt dreckig, organisch und lässt den Instrumenten dennoch genug Luft zum Atmen, um ihre volle Wucht zu entfalten. Hier wurde nichts glattgebügelt, kein Studio-Trick kaschiert die rohe Realität des Songwritings. Wer den Underground liebt, der bekommt hier genau das, was er braucht: ehrlichen, ungeschönten Lärm mit Substanz.
Herausgebracht wurde das Ganze vom Untergrund-Label Gutter Prince Cabal, das sich in der Szene längst einen Namen für kompromisslose Veröffentlichungen gemacht hat. Mit Molosser holen sie sich nun eine Band ins Boot, die perfekt in diesen rohen Kosmos passt. Wer nach dem Hören der EP noch nicht genug hat, kann sich über Bandcamp oder Instagram direkt mit der Band und dem Label vernetzen, um keine weiteren Aktivitäten im Untergrund zu verpassen. Es ist ein echtes Brett für alle Genrefans, die den Schmutz und die Authentizität des extremen Metals zu schätzen wissen.


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