Demokratische Praxis im digitalen Raum
Ab Juni 2026 ruft die Stiftung Digitale Spielekultur das „Community Support Network“ ins Leben. Das kostenfreie Qualifizierungs- und Unterstützungsangebot richtet sich gezielt an angestellte, freie sowie ehrenamtliche Personen, die eine aktive Rolle im Management oder in der Moderation deutschsprachiger Gaming-Communitys innehaben. Das Projekt verfolgt das Ziel, das oft noch von „Learning by Doing“ geprägte Tätigkeitsfeld zu professionalisieren und Online-Communitys als gelebte demokratische Praxis zu stärken.Häufig wird die Verantwortung unterschätzt, die mit der Moderation und der Prävention von Konflikten einhergeht. Während die große Mehrheit der Mitglieder ein positives und respektvolles Miteinander sucht, ist es oft eine kleine, aber sehr laute toxische Minderheit, die den Ton angibt und die Wahrnehmung dominiert. Um diesem Druck zu begegnen und sichere Diskursräume zu schaffen, erhalten Teilnehmende im Rahmen des Netzwerks ein umfassendes Paket aus Online-Workshops, Networking-Events sowie frei zugänglichen Lernmaterialien.
Workshops, Künstliche Intelligenz und offene Materialien
Das Kernstück des Projekts bildet ein strukturiertes Workshop-Programm, das aus sechs Modulen besteht. Jedes Seminar nimmt je nach Schwerpunkt etwa 90 bis 120 Minuten in Anspruch. Inhaltlich widmen sich die Module zentralen Herausforderungen des modernen Community-Managements. Dazu gehört unter anderem der Erwerb von Fähigkeiten für eine deeskalierende und wertschätzende Kommunikation, um auch in hitzigen Diskussionen den Faden nicht zu verlieren.Darüber hinaus widmet sich das Programm dem Aufbau stabiler Peer-Support-Strukturen, die sicherstellen, dass Moderations-Teams nicht isoliert agieren und sich gegenseitig auffangen können. Auch technisch aktuelle Themen wie der Umgang mit dem Einfluss von Bots und Künstlicher Intelligenz finden ihren Platz im Lehrplan. Das Angebot richtet sich dabei sowohl an professionelle Angestellte in Unternehmen, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten, als auch an ehrenamtlich Aktive, die beispielsweise in ihrer Freizeit ein eigenes Forum oder einen Discord-Server betreuen.
Sämtliche Begleitmaterialien, darunter praktische Policy-Templates, Red-Flag-Checklisten oder Leitfäden für Moderations-Flows, werden im Laufe des Projekts der Öffentlichkeit als Open Educational Resources zur Verfügung gestellt. So profitieren langfristig auch Personen davon, die nicht direkt an den Live-Workshops teilnehmen können.
Gaming-Communitys sind für viele Menschen zentrale soziale Räume, in denen Austausch, Zugehörigkeit und auch gesellschaftliche Debatten stattfinden. Mit dem ‚Community Support Network‘ stärken wir gezielt diejenigen, die diese Räume gestalten: Community-Manager*innen und -Moderator*innen. Indem wir sie qualifizieren und unterstützen, tragen wir dazu bei, dass Fairness, Verantwortung, Transparenz und Teilhabe im Community-Alltag gestärkt werden. So können Gaming-Communitys ihr Potenzial als Orte demokratischer Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalts noch stärker entfalten.


Noch keine Kommentare. Starte die Diskussion!