Eine Reise durch das Deutschland der Stunde Null
In Vaterland widmet sich der polnische Regisseur erneut der europäischen Nachkriegsgeschichte. Nachdem er mit Werken wie Ida und Cold War – Der Breitengrad der Liebe bereits große Erfolge feierte und unter anderem mit dem Oscar sowie mehreren Europäischen Filmpreisen ausgezeichnet wurde, blickt er in seinem neuesten Spielfilm auf das vom Krieg gezeichnete Deutschland. Die Handlung führt zurück in die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Thomas Mann kehrt zum ersten Mal seit seiner Flucht ins Exil in seine Heimat zurück. Begleitet wird der Autor dabei von seiner Tochter Erika, die selbst als Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin tätig ist.Ihre gemeinsame Reise führt das Gespann quer durch die Besatzungszonen: von Frankfurt am Main in der amerikanischen Zone bis nach Weimar unter sowjetischer Kontrolle. Anlässlich des anstehenden Goethe-Jubiläums erhoffen sich die Verantwortlichen und Menschen auf beiden Seiten der noch frischen innerdeutschen Grenze tröstende Worte, Versöhnung und Zustimmung von einem der bedeutendsten Erzähler deutscher Sprache. Während Thomas Mann – von seinen Kindern oft scherzhaft als „Zauberer“ bezeichnet – zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch bewanderten Generälen umworben, geachtet, aber auch angefeindet wird, schwelt im Hintergrund ein ganz anderes Drama. Leise, aber stetig eskaliert die persönliche Dynamik innerhalb der prominenten Familie.
Hochkarätiges deutsches Ensemble vor und hinter der Kamera
Paweł Pawlikowski inszeniert diese historische Erzählung in einer internationalen Koproduktion aus Polen, Deutschland, Italien und Frankreich. Das Drehbuch und die Regie konzentrieren sich in einer Laufzeit von rund 82 Minuten auf die verdichtete Verbindung zwischen Kunst, Politik und persönlicher Familiengeschichte. Dabei beleuchtet der Film, wie tief die politischen Gräben und gesellschaftlichen Umbrüche jener Jahre in die deutsche Nachkriegsgeschichte eingegriffen haben.Unterstützt wird Pawlikowski von einer namhaften Besetzung aus dem deutschsprachigen Raum. Neben Hanns Zischler, der die Rolle des Thomas Mann übernimmt, und Sandra Hüller als Erika Mann gehören weitere prominente Schauspielerinnen und Schauspieler zum Ensemble. Mit dabei sind unter anderem August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff, Fritzi Haberlandt, Milan Peschel sowie Enno Trebs.
Premieren und deutscher Kinostart im Sommer 2026
Die Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Cannes markiert den Auftakt für den internationalen Weg des Werks. Bevor Vaterland seinen regulären Weg in die Kinos findet, steht jedoch noch eine besondere Deutschlandpremiere bevor: Am 27. Juni 2026 wird das Historiendrama als Eröffnungsfilm des 43. Filmfest München gezeigt. Bei dieser Premiere wird auch das Filmteam persönlich vor Ort sein, um das Werk vorzustellen.Für den flächendeckenden Verleih in Deutschland zeichnet die Neue Visionen Filmverleih GmbH verantwortlich. Es ist nach Cold War – Der Breitengrad der Liebe bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen dem Verleih und dem Regisseur. Der bundesweite Kinostart in Deutschland ist für den 3. September 2026 angesetzt.


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