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Tim Curry ist tot: Schauspiellegende stirbt mit 80

Der Star aus Rocky Horror, Es und zahlreichen Videospielen ist gestorben



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Der britische Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Seine langjährige Managerin und Freundin Marcia Hurwitz bestätigte seinen Tod. Curry starb in seinem Zuhause in Los Angeles. Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Mit Tim Curry verliert die Unterhaltungswelt einen Darsteller, der sich nur schwer auf eine einzelne Rolle reduzieren lässt. Für manche bleibt er der extravagante Dr. Frank-N-Furter aus The Rocky Horror Picture Show, für andere der unheimliche Pennywise aus Stephen Kings Es. Gaming-Fans kennen wiederum seine unverwechselbare Stimme aus mehreren prominenten Videospielen.

Dr. Frank-N-Furter macht Tim Curry zur Kultfigur
Seinen großen Durchbruch feierte Tim Curry als Dr. Frank-N-Furter in Richard O'Briens Bühnenmusical The Rocky Horror Show. Curry spielte die Figur bereits bei der Londoner Uraufführung 1973 und übernahm sie zwei Jahre später auch in der Verfilmung The Rocky Horror Picture Show.

Der Film war zunächst kein großer kommerzieller Erfolg, entwickelte sich durch regelmäßige Mitternachtsvorführungen jedoch zu einem weltweiten Kultphänomen. Zuschauer erschienen verkleidet, sangen mit und ergänzten bestimmte Szenen durch eigene Rufe und Requisiten. Currys selbstbewusste, theatralische und bewusst grenzüberschreitende Darstellung wurde zum Herzstück dieser besonderen Kinokultur.

Die Rolle prägte seine öffentliche Wahrnehmung über Jahrzehnte hinweg. Tim Curry betrachtete den damit verbundenen Ruhm zeitweise durchaus kritisch, erkannte später aber auch an, welche Bedeutung der Film für Menschen hatte, die in seinen Figuren und Botschaften einen Ausdruck persönlicher Freiheit fanden.

Pennywise wird zum Albtraum einer ganzen Generation
1990 übernahm Curry die Rolle des Pennywise in der zweiteiligen Fernsehadaption von Stephen Kings Es. Mit weiß geschminktem Gesicht, orangefarbenen Haaren und einem beunruhigend freundlichen Lächeln schuf er eine Figur, die sich tief in das Gedächtnis vieler Zuschauer eingebrannt hat.

Seine Darstellung lebte weniger von aufwendigen Effekten als von abrupten Wechseln zwischen verspielter Freundlichkeit und offener Bedrohung. Curry verlieh dem Clown eine unberechenbare Energie, die auch Jahrzehnte später noch zu den bekanntesten Interpretationen einer Stephen-King-Figur zählt.

Bemerkenswert bleibt dabei die enorme Spannweite zwischen Pennywise und Frank-N-Furter. Beide Rollen wirken vollkommen unterschiedlich und tragen trotzdem Currys unverwechselbare Handschrift: eine Mischung aus präzisem Spiel, schwarzem Humor, körperlicher Präsenz und einer Stimme, die gleichermaßen charmant und bedrohlich klingen konnte.

Von Clue bis Kevin allein in New York
Auch abseits seiner beiden berühmtesten Figuren hinterließ Tim Curry zahlreiche einprägsame Filmrollen. In der Krimikomödie Clue spielte er den hektischen Butler Wadsworth und führte das Ensemble mit großem Tempo durch ein zunehmend chaotisches Mordrätsel.

In Ridley Scotts Fantasyfilm Legende verkörperte Curry den gehörnten Dämon Darkness. Die aufwendige Maske machte ihn beinahe unkenntlich, während seine tiefe Stimme und seine kontrollierten Bewegungen der Figur eine eindrucksvolle Präsenz verliehen.

Ein breites Familienpublikum dürfte ihn zudem als misstrauischen Hotelmitarbeiter Mr. Hector aus Kevin - Allein in New York kennen. Weitere Auftritte hatte er unter anderem in Annie, Jagd auf Roter Oktober, Muppets - Die Schatzinsel und Scary Movie 2. Selbst kleinere Rollen verwandelte Curry häufig in Szenen, die im Gedächtnis blieben.

Tim Currys Stimme prägt Serien und Videospiele
Neben Film und Theater entwickelte Tim Curry eine umfangreiche Karriere als Sprecher. Für seine Rolle als Captain Hook in der Animationsserie Peter Pan und die Piraten erhielt er 1991 einen Daytime Emmy. Seine markante Stimme war außerdem in zahlreichen Zeichentrickserien, Hörbüchern und Computerspielen zu hören.

Gaming-Fans begegneten ihm beispielsweise in Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3. Dort spielte er den sowjetischen Premier Anatoly Cherdenko und lieferte eine bewusst überzeichnete Darbietung, die perfekt zum Stil der Strategiespielreihe passte. Besonders seine eigentümlich betonte Fluchtankündigung in Richtung Weltraum entwickelte sich später zu einem viel geteilten Internetmoment.

In Brütal Legend sprach Tim Curry den dämonischen Imperator Doviculus. In Dragon Age: Origins übernahm er die Stimme des intriganten Arl Rendon Howe. Auch in Gabriel Knight: Sins of the Fathers war er als Titelfigur zu hören. Diese Auftritte zeigten, wie wirkungsvoll Curry allein mit seiner Stimme zwischen Humor, Arroganz und Bedrohlichkeit wechseln konnte.

Eine große Karriere zwischen West End und Broadway
Geboren wurde Timothy James Curry am 19. April 1946 im englischen Cheshire. Seine professionelle Bühnenkarriere begann Ende der 1960er-Jahre mit einer Londoner Produktion des Musicals Hair. Später spielte er sowohl im West End als auch am Broadway.

Im Laufe seiner Karriere erhielt er drei Nominierungen für den Tony Award. Ausgezeichnet wurden dabei seine Auftritte in Amadeus, My Favorite Year und Monty Python's Spamalot. In letzterem übernahm er die Rolle von König Artus und verband einmal mehr musikalische Fähigkeiten mit seinem ausgeprägten Gespür für absurden Humor.

Curry veröffentlichte darüber hinaus drei Studioalben. Read My Lips erschien 1978, gefolgt von Fearless und Simplicity. Auch wenn seine Musikkarriere nie dieselbe Bekanntheit wie seine Schauspielarbeit erreichte, zeigte sie eine weitere Seite seines vielseitigen künstlerischen Schaffens.

Nach dem Schlaganfall bleibt der Humor erhalten
2012 erlitt Tim Curry einen schweren Schlaganfall, der seine Mobilität stark einschränkte. Fortan war er auf einen Rollstuhl angewiesen und zog sich weitgehend aus körperlich anspruchsvollen Rollen zurück. Seine Arbeit als Sprecher setzte er jedoch fort und trat gelegentlich bei öffentlichen Veranstaltungen auf.

Im Jahr 2016 kehrte Curry für die Fernsehproduktion The Rocky Horror Picture Show: Let's Do the Time Warp Again noch einmal in das Universum seines berühmtesten Films zurück. Diesmal spielte er den Erzähler und übergab die Rolle des Frank-N-Furter an Laverne Cox.

2025 veröffentlichte er seine Memoiren Vagabond. Darin blickte er auf seine Karriere, den Umgang mit seinem Ruhm und sein Leben nach dem Schlaganfall zurück. Bei seltenen öffentlichen Auftritten zeigte sich, dass er seinen trockenen Humor trotz der gesundheitlichen Einschränkungen nicht verloren hatte.

Ein Darsteller, den keine Schublade halten konnte
Tim Curry konnte verführerisch, komisch, furchteinflößend und vollkommen überdreht sein - manchmal sogar innerhalb derselben Szene. Seine Figuren waren häufig größer als das Leben und dennoch nie bloße Karikaturen. Hinter der auffälligen Darstellung steckten ein genaues Gespür für Sprache, Timing und die Wirkung kleinster Gesten.

Sein Vermächtnis reicht deshalb weit über einzelne Filme hinaus. Curry prägte das Mitternachtskino, gab einem der bekanntesten Horrorclowns sein Gesicht und bewies in Theater, Animation und Videospielen eine außergewöhnliche Vielseitigkeit. Viele seiner Rollen sind längst Teil der Popkultur geworden und werden auch kommende Generationen zum Lachen, Staunen und gelegentlich zum Fürchten bringen.

Tim Curry wurde 80 Jahre alt. Eine offizielle Todesursache war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe nicht veröffentlicht worden.

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