Ein Protestsong, der bei einem IQ-Test begann
Die Geschichte hinter "I Don't Know" ist ungewöhnlich persönlich: Geschrieben wurde der Song bereits vor Jahren von Jesse Hartman gemeinsam mit seinem damals vierjährigen Sohn Charlie, nachdem dieser bei seinem ersten standardisierten Test freudig jede Frage falsch beantwortet hatte. Im Refrain heißt es entsprechend lapidar: "I don't know, I'm just a kid - thinking about silly stuff." Im Intro und Outro des Songs ist sogar der damals vierjährige Charlie selbst zu hören, wie er gemeinsam mit seinem Vater den Song erfindet.Jesse Hartman erinnert sich an die Entstehung:
Dieser Song bringt mich immer noch zum Lachen - Charlie war vier, als wir ihn uns ausgedacht haben, nachdem er einen IQ-Test gemacht hatte. Wir wussten, dass er ein echtes Wunderkind war, aber er ist bei diesem Test durchgefallen, weil er jede Frage entweder absichtlich falsch beantwortet oder einfach mit einem schlichten "Ich weiß es nicht" quittiert hat. Der Song ist uns all die Jahre im Kopf geblieben, weil er sich größer anfühlte: ein Kinderwitz, der eigentlich eine Protesthymne ist. Und eine Protesthymne können wir gerade wirklich gut gebrauchen. Es ist Rebellion aus Versehen - und das erweist sich als die beste Art von Rebellion.
Das von Jesse Hartman selbst inszenierte und in den Bravo Studios in New York gedrehte Video verwandelt ein Klassenzimmer in eine surreale Bühne: Jesse und Charlie sitzen an Schulbänken, Korina Deming spielt die strenge Lehrerin (und zeichnete zugleich für die Choreografie verantwortlich), während Stephanie Koffroth die Rolle der "Lulu" übernimmt. Vor Greenscreen gedreht und mit animierten Sequenzen im Stil des "Weirder"-Videos versehen, verwandelt sich die Entstehungsgeschichte des Songs in ein verspieltes, kinoreifes Echo des ursprünglichen Fiebertraums.
Laptop war in den frühen 2000ern mit den Kultalben "Opening Credits", "The Old Me vs The New You" und "Don't Try This at Home" bei Island Records unter Vertrag und wurde von NME und The Guardian für die stilisierte Mischung aus Synth-Pop, Ironie und Herzschmerz gefeiert. Mit "Weirder" (über vier Millionen Aufrufe, gemischt vom Grammy-preisgekrönten Mario McNulty) und "Additional Animals" (über zwei Millionen Aufrufe) sammelte die wiederbelebte Band bereits beträchtliche Reichweite, unter anderem unterstützt von den britischen Radiosendern Radio 6 und Radio X. Zuletzt feierte Laptop zudem sein Live-Comeback mit einer 14-köpfigen Band in der Sony Hall in New York - dem ersten Heimspiel der Band seit zwei Jahrzehnten.
"I Don't Know" ist ab sofort über Bandcamp, Spotify und weitere Streamingdienste erhältlich.


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